17. bis 27. Dezember      Concordia - Cabo dos Bahios

Di

18

Dez

2018

Entre Rios

Rein ins Zentrum von Concordia. Geld wechseln, Stadtbummel in der Hitze und danch bei Carrefour die Vorräte auffüllen bei heftigstem Regenschauer.

 

Auf der Weiterfahrt regnet’s, strätzt’s oder schifft’s abwechslungsweise. So passieren wir mehrere Checkpoints der Polizei unbehelligt. Am Nachmittag lässt der Regen nach und prompt werden wir am nächsten Posten angehalten. Läuft in etwa so ab wie in Marokko:“ Woher des Wegs, wohin des Wegs? Ihre Fahrzeugpapiere.“ Er studiert dieselben, umrundet unser Fahrzeug und wünscht uns eine gute Weiterfahrt.

 

Beim nächsten der uns stoppt, fragen wir, bevor er den Mund öffnen kann, wo wir hier in der Nähe übernachten können. Er erklärt uns das sehr nett, vergisst derweil seinen Auftrag und wünscht uns eine ruhige Nacht.

 

Wir folgen seiner Empfehlung dann doch nicht, fahren ein paar Kilometer weiter, wo wir mittels  iOverlander eine tolle Pizzeria erkundet haben. Natürlich ist sie noch geschlossen. Ich frage an der Tankstelle, wann diese öffnen wird. „ So gegen 20.30 Uhr.“ Weil wir gelesen haben, dass es hier nebst feinen Pizzas auch ein schnelles W-Lan geben soll, warten wir.

 

Wir warten lang und länger, wissen wir doch unterdessen, dass es die Südamerikaner nicht so mit der Pünktlichkeit haben. Um 22.45 Uhr geben wir auf, kochen Pasta mit Pesto und würden vermutlich heute noch warten, denn der Laden ging nie auf.

 

Nachdem die Pneus ihren Platz von hinten nach vorne und umgekehrt gewechselt haben und die Luft endlich wieder ersetzt ist, fahren wir in schnellem Tempo weiter und die 60 km über die eindrückliche Stelzenstrasse durch die Sümpfe nach Rosario.

 

Seit wir in Argentinien sind, spinnen unsere Geräte und Apps, sowohl das Navi, wie das für den Offlinebetrieb heruntergeladene maps me und der iOverlander. Das Internet ist grottenschlecht. Unsere Strassenkarten geben auch nicht viel her.

 

Die R 33, die durch eine landwirtschaftlich sehr stark genutzte Region führt, finden wir erstaunlicherweise auch so. Diese soll uns mittels weiträumiger Umfahrung von Buenos Aires an den Atlantik bringen. Irgendwann müssen wir vom rechten Weg abgekommen sein, merken das aber erst nachdem wir bei einer der Tankstellen mal wieder nach Strassenkarten fragen, nicht erhalten, dafür aber auf unseren Irrweg hingewiesen werden.

 

 

Also 25 km zurück und wieder auf die R 33 einbiegen. „ Auch so vergeht der Tag, “ meint Alois.“ Na ja, eigentlich haben wir nur bis zum Antlantik, auch ohne solche

Einlagen, noch über 700 km vor uns und überhaupt in Uruguay ist uns sowas nie passiert." " Da sind wir auch nicht so schnell gefahren."

 

An einer YPF Tankstelle stellen wir uns für die Nacht hin, bekommen endlich die gewünschten Strassenkarten und können Dank W-Lan ins Internet wo Alois versucht unsere Geräte wiederzubeleben und ich am Blog bastle. Dazu brauchen wir beide mehr als viel Geduld und vermissen irgendwie bereits Uruguay.

 

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Do

20

Dez

2018

Epecuen

Die nächsten 320 km auf der RN 33 gehen flott voran, bis uns maps me, nach Epecuen unserem Ziel, auf eine „ Strasse“ schickt, die uns nach 57 km am Ziel sieht.

 

Ich: „Das geht gar nicht, nur Sand, das muss hier doch eine normale Strasse geben, es kommen doch auch noch andere Leute her um sich die versunkene Stadt anzusehen.“ Alois: „ Wenn uns maps me so führt, dann wird es wohl stimmen.“ Nach 27 km ist dann endgültig Schluss. Ein Gewässer beendet die Pistenfahrt.

 

16 km auf der Sandpiste zurück und nach 100 km auf der guten Strasse, erreichen wir das Städtchen Caluhe. Wir wollen aber zur versunkenen Stadt und sind wieder echt grenzwärtig, nur diesmal auf nassem Untergrund, nach weiteren 5 km in Epecuen.

 

Besichtigung der im Jahre 1985 verlassenen und später wieder aus dem Wasser aufgetauchten, versunkenen Stadt.  Unheimlich und sehr beeindruckend.

 

Alois:“ Hier übernachten wir.“ Ich: “ Kommt gar nicht in Frage, sieh das Gewitter, das sich zusammenbraut, da kommen wir ja nie mehr raus und versinken genauso wie die Stadt.“

 

Wir schaffen es gerade noch nach Caluhe, bevor das Donnerwetter losgeht und die Strassen sich schnell mit Wasser füllen, stellen uns für die Nacht an die Strasse mit keinen Bäumen, denn der Wind ist auch nicht ohne.

 

 

Patagonien

 

Der Regen hat sich verzogen und wir verziehen uns ebenfalls. Auf der RN 33 erreichen wir nach 180 km Bahia Blanca, wo wir unsere erst zu 2/3 geleerte Gasflasche nachfüllen lassen können. LPG Tankstellen gibt es anscheinend auch nicht in Argentinien und so bleibt die festverbaute leider immer noch leer.

 

 

Die Stadt gefällt uns ansonsten nicht so sehr. Wir vertilgen unsere Frischwaren fast vollumfänglich und verlassen Bahia Blanca auf der RN 3. Ein paar Kilometer weiter taucht der Frischwaren- Kontrollpunkt auf. Ein kurzer Blick in den Kühlschrank und wir sind in Patagonien.

 

Uebernachtung hinter einer Tankstelle mit freundlicher Bedienung, gutem Kaffee und recht schnellem W-Lan.

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Fr

21

Dez

2018

El Condor

20 km nach unserem Uebernachtungsplatz gibt es, wieso eigentlich, bereits  wieder eine Frischwarenkontrolle. Unsere Rindersteak im Gefrierfach haben es ihm angetan. „ Sie können das Fleisch kochen und mitnehmen. „ Jetzt, hier?“ „ Ja“  Da wir keine Lust haben hier zu sitzen und zu warten, bis es aufgetaut ist und es sowieso nicht teuer war, ist es halt weg. Der Salami bleibt uns erhalten und die Zwiebel will er auch nicht.

 

Alois:“ Was machen wohl die Leute, die hier in der Gegend wohnen?" Ich: " Beim Auto vor uns hat er den Kofferraum kontrolliert.“  Alois: „ Wahrscheinlich alles Selbstversorger. oder Büchsenfooder.“  Für uns gibt es heute Abend Pasta, mit Büchsenthon und Büchsenchampignons an einer Tomatensauce und Hartkäse, der hat ihn nämlich auch nicht interessiert.

 

Die nächsten 150 km auf der fast schnurgeraden RN 3 liegen schnell hinter uns. In Viedma fahren wir über die RP1 nach El Condor zu einer der weltweit grössten Felsensittichkolonien. Es weht lediglich ein laues Lüftchen, ergo können wir noch nicht in Patagonien sein.

 

Meine Kamera läuft die nächsten Stunden heiss und danach brummt mein Schädel vom Löschen der Fotos. Dann gibt es noch ein „ene mene mock und du kommst in den Blog.“

 

 

Und " schon" ist hier auf der südlichen Halbkugel der längste Tag des Jahres vorbei. Die Papageien schlafen auf den Telefondrähten oder unten in den Felsen und wir oberhalb der Klippen. Ruhe kehrt ein. Das heisst es dauert noch ein Weilchen bis die Bilder hochgeladen sind und ich in den Alkoven steigen kann.

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Sa

22

Dez

2018

San Antonio

Wir wollen die 200 km lange Piste, entlang der Küste nach San Antonio fahren. Die soll sehr schön sein.

 

Bei der Lobberie wo wir nur sehr weit entfernt ein paar Seelöwen erspähen, beginnt dieselbe.

 

Zuerst ziemlich viel Wellblech. Alois meint:“ Die könnten sie auch mal wieder glätten.“

Später biegt eine Pampasstraussmami mit ihrer 7köpfigen Jungmannschaft auf unseren Weg ein und rennt ziemlich kopflos vor uns her, bis zuerst die Mama und dann auch ihre Jungen nach ca. 500m in die Pampa entschwinden.

 

In Bahia Creek werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass hier die Sandwüste beginnt und das Befahren derselben nur mit Doppeltraktion geht. Alles wieder zurück, nicht mit uns.

 

Die so zu bewältigenden 11 km, wären auch gut gegangen, wäre da nicht ziemlich genau in der Mitte ein Auto entgegen gekommen und Alois ganz Gentleman ein „mü“ nach rechts ausgewichen wäre, so stecken wir fest.

 

Der Pickup setzt sofort zurück, die drei Männer entschuldigen sich auch noch und machen sich ohne viele Worte ans Werk. Leider funktioniert das mit ihrem Material nicht, das Seil reisst jedesmal und unser Womo steht immer schräger in der Landschaft. Nach dem 4. Versuch sind sie damit einverstanden Alois Material zu benutzen und so klappt es dann auch. Nach einer halben Stunde und der Uebergabe von ein paar Toblerone und einem kleinen Trinkgeld, welches sie erst nach längerem hin und her annehmen, können wir bei über 35 Grad unsere Fahrt fortsetzen. Ich stelle fest, dass ich Wellblech einfach nur fantastisch finde.

 

Später stören wir ein paar Geier bei ihrem Mittagsmahl. Leider erheben sie sich bei unserem Näherkommen in die Lüfte und kommen auch nach einer viertelstündigen Wartepause nicht zurück zu ihrem Leckerbissen.

 

Wieder in der Zivilisation peilen wir am riesig langen Strand das erste Restaurant an, geniessen einen feinen Fisch und schauen zu, wie grosse und auch kleinere Traktoren, die Fischerboote auf den Strand ziehen.

 

„ Hast du jetzt den Motor abgestellt?“ „ Nein es ist nur so leise, weil wir wieder auf der gut ausgebauten Asphaltstrasse fahren.“

 

In San Antonio, wo während der Flut der Wasserspiegel von 50 cm auf 8.50 m steigt, stellen wir uns auf die Landzunge und nach zwei Stunden Reinigungsarbeiten, wobei wir feststellen, dass tatsächlich unser Badezimmer der am wenigsten versandete Platz im Womo ist, können wir uns von unserem heutigen Abenteuer erholen. Es ist immer noch über 30 Grad warm und windstill. 

 

Uebrigens mit dem schnellen Internet, das wir hier in Argentinien haben, dauert es jeweils Stunden bis die paar Bilder hochgeladen sind.

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So

23

Dez

2018

Las Grutas

Wir schauen zu wie das Wasser kommt, bevor wir nach las Grutas in den Touristenort, nur gerade ein paar Kilometer weiterfahren.

 

 

Durch das Städtchen flanieren, das Strandleben beobachten und danach nur noch auf den Klippen bei den Dünen vor dem Camper sitzen und die Aussicht geniessen. 

 

Lustige Unterhaltung mit Laura und Llly, während wir auf den Mondaufgang warten. Sie zeigt uns Fotos vom letzten Winter in Cuna los Santos ihrer Heimat, nähe Bariloche. Sieht dort genauso aus wie in der Schweiz.

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Mo

24

Dez

2018

Frohe Weihnachten

 

 

 

 

Wir wünschen all unseren Verwandten, Freunden, Bekannten und Lesern ein schönes, entspanntes und friedliches Weihnachtsfest

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Mo

24

Dez

2018

Valdes

Die nächsten 200 km geht es auf der sehr gut ausgebauten RN 3 fast schnurgerade und schnell vorwärts. Bei der nächsten Lebensmittelkontrolle, wir haben unsere wertvollen Gemüse und meine grünen Aepfel gut versteckt, interessiert sich kein Schwein für uns, vielleicht weil es Weihnachten ist.

 

Zu sehen gibt es links und rechts des Weges Pampasträucher und vereinzelt mal ein Baum. Kein Ort für eine Rast.

 

Beim Parkeingang in Valdes werden 30 Euro fällig, es gibt Unterlagen für die Verhaltensregeln und die Polizei kontrolliert unsere Papiere.

 

Da man sich gemäss Verhaltensvorschriften lediglich auf den dafür vorgesehen Campingplatz stellen darf, stehen wir selbstverständlich auf demselben, hinter den Dünen. Schade, denn der Wind weht nur mässig, aber da wir wissen, dass wir für die Wale eh zu spät dran sind, hält sich unsere Enttäuschung über die keine Aussicht in Grenzen.

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Di

25

Dez

2018

Bei den Seeelefanten

Eigentlich wollen wir ja die Halbinsel auf der Piste umrunden, doch die Berliner die wir im Suizo Paraiso kennen gelernt haben und die bereits hier sind, raten uns davon ab. Andere Umrunder seien enttäuscht gewesen. Sie selber haben auf einer Walwatchtour 2 Muttis mit ihren Kindern gesehen, die gewaltige Luftsprünge vollbracht haben, was sehr eindrücklich und ergreifend war. Aber das lassen wir dann auch sein, denken wir kommen beim nächsten Mal im Oktober hierher und sehen dann mehr. Also wenden wir uns auf der RP1 der Küste entlang Richtung Süden.

 

Ganze Konvois von Feiertäglern kommen uns entgegen und wir werden so richtig schön eingesandet. Doch die Ausblicke auf’s Meer machen die Fahrt trotzdem lohnenswert.

 

Wir möchten in die Seeelefantenbucht, in der Hoffnung, dort noch welche anzutreffen. Wir haben Glück und können tatsächlich noch einige der riesigen Tiere beobachten. Ihr Verhalten ist so ganz anders, als das der Seelöwen. Sie hieven sich schwerfällig langsam an den Strand und ebenso wieder raus ins Wasser und trotzdem wirken sie so lieb und irgendwie zierlich.

 

Bei nicht mal mehr 20 Grad, ziehen wir die Jacken an, wo andere sich noch im Wasser tummeln. Die haben halt jetzt Sommer. Der Wind hat auch zugelegt, ist aber absolut im erträglichen Rahmen.

 

 

Als es dämmert sind all die anderen Menschen weg und wir stehen ganz alleine in der Bucht, nur das Rauschen des Meeres und sonst Stille.

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Do

27

Dez

2018

Bei den Magellanpinguinen

Heute wieder 200 km Piste vor uns. Punta Tomba mit den fast 100‘000 Expemplaren von Magellanpinguinen lassen wir links liegen, denn hier habe es zu viele Touris und die Pinguine wären auch weiter weg, hinter Zäunen.

 

Also fahren wir weiter nach Camarones wo es sowieso die besten Crevetten von ganz Argentinien geben soll. Die gibt es dann nicht, wegen alles geschlossen, lediglich Kaffee und Kuchen.

 

Wir wollen nahe an den Parkeingang vom Cabo dos Bahias, der nachts jeweils geschlossen ist, also 40 km raus auf die Halbinsel. Wir hätten vielleicht doch besser bis anderntags gewartet. Ein halbstündiger Regen während der Hinfahrt und unser Fahrzeug ist perfekt getarnt, doch nicht so schlecht, denn so stehen wir über Nacht mitten unter den Guanakos, die uns in unserem stylischen Braun, als ihresgleichen anerkennen.

 

Am Morgen in der Frühe, kein Parkwächter weit und breit, haben wir die 10‘000 Magellanpinguine ganz für uns allein, es ist einfach überwältigend die vielen Tiere zu beobachten. Würde uns der Wind nicht fast vom Steg blasen, stünden oder sässen wir wohl jetzt noch da.

 

 

So geht es wieder zurück nach Camarones, von dort 75 km auf normaler Strasse, bis wir auf die RN 3 Richtung Süden einbiegen, denn ich habe für die nächsten Tage genug vom Pistengehoppel, nach immerhin 500 km. Im kleinen Rada Tilly stellen wir uns so, dass vor uns die Strandpromenade und hinter uns die Sandsteinfelsen liegen. Auch heute haben wir wieder genügend Eindrücke zu verarbeiten und Fotos auszusuchen.

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