28. Dezember bis 08. Januar    Cabo dos Bahias - Ushuaia

Fr

28

Dez

2018

Im versteinerten Wald Jaramillo

Eigentlich möchte ich früh aufstehen um die Sandsteinfelsen hinter unserem Camper, bei Sonnenaufgang zu fotografieren. Daraus wird nichts, da wir erst nach 10 Uhr erwachen.

 

Egal wir möchten erstmal Geld wechseln und Knopfbatterien für eine unserer Fernbedienungen besorgen. In den Banken wird kein Geld gewechselt, aber beim endlich gefundenen Juwelier bekommen wir die Knopfbatterien und können Dollars zu einem sehr guten Kurs wechseln. Nach zwei Stunden ist alles erledigt.

 

Von den heutigen zurückgelegten 380 km sind lediglich 100 km Piste. 

 

Entlang der Küste, passieren wir einen Polizeicheckpoint. Der freundliche Polizist will lediglich wissen, woher wir sind und ob wir nach Ushuaia wollen? „Suiza und si.“ „Dann fahrt, fahrt.....“ Er zeigt gegen Süden und weg sind wir.

 

Vorbei an den Oelförderpumpen, geht es schliesslich auf der guten Piste zum Monumento natural Bosque pertrificados von Jaramillo. Das gerade noch topfebene karge Land wird hügelig und farbig. Dank der niedrigen Pflänzchen sehen wir zwar zahlreiche Guanakos, Maras und Strausse, die jedoch jeweils mit einem Affenzahn vor uns die Piste überqueren und gar nicht fotografiert werden können, da wir ebenfalls mit einem Affenzahn über die Piste rasen, damit wir noch vor Schliessung des Parks Einlass bekommen.

 

Angekommen bei den versteinerten Bäumen, werden wir von den Rangern herzlich begrüsst und die Personalien von Alois aufgenommen. Nach einem kurzen Besuch im Museum geht’s zusammen mit einem jungen Pärchen, begleitet von einem Ranger, der viel auf spanisch erklärt, einen zwei Kilometer langen Rundweg durch den Park. Man würde es nicht glauben, wenn man es nicht wüsste, dass es kein echtes Holz ist. Wir sind tief beeindruckt.

 

Das Tor zum 20 km entfernten Campingplatz, das bei der Hinfahrt noch geöffnet war, ist jetzt geschlossen, also fahren wir bis zur nächsten YPF Tankstelle, trinken guten Kaffee, haben gutes Internet und schlafen ruhig auf dem riesigen fast gänzlich leeren Parkplatz.

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Sa

29

Dez

2018

Puerto San Julian

Schnell erreichen wir über die RN 3 das geschichtsträchtige Puerto San Julian.

Es ist alles sehr gepflegt, neu und wie es scheint auf Touristen ausgerichtet.

 

Wir besichtigen den fantasievollen Nachbau von Magellans Flaggschiff Victoria. Ob es tatsächlich so aussah sei dahingestellt. Auf jeden Fall wirkt es mit den lebensechten Figuren darauf sehr ansprechend.

 

Anschliessend stellen wir uns auf den Camping Municipal und bewegen uns die nächsten Stunden nicht mehr gross. Sind wir doch mit internetlen und mit fernsehen beschäftigt.

 

Ich habe mal wieder ein Durcheinander bei den Artikeln im Reisebericht und hoffe, Christian mein Sohn, kann mir da wieder die richtige Ordnung reinbringen.

 

Gegen Abend treffen die ersten argentinischen Touristen mit ihren Zelten ein. Sicher wird es später Asada geben und hoffentlich auch Musik.

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Mo

31

Dez

2018

"Es guets Neus"

Der Reisebericht ist wieder so wie er sein soll. Danke Christian.

 

Hier treffen wir auf Schweizer, Deutsche und Niederländer. Die einen, wie wir Richtung Süden und die anderen nach Norden oder Westen unterwegs. Wir bekommen wertvolle Tipps für die Weiterreise und können mit einem von ihnen Chilenisches Geld eintauschen.

 

Alois entkalkt und entsandet verschiedene Pumpen und Filter. Das Wasser läuft wieder einwandfrei aus den Hahnen. Der Luftfilter sieht erstaunerlicherweise nicht mal so schlimm aus.

 

Mit dem Trottinett erkunden wir das Städtchen, leider mal wieder zur falschen Zeit, fast alles zu, aber Kaffee gibt es ja auch bei uns am Camper. 

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Mi

02

Jan

2019

Feuerland

Die nächsten 3 Tage, passieren wir im Schnelldurchlauf.

 

Wer denkt, es gibt ausser 750 km guter Strasse bis Rio Grande in Feuerland, nicht viel, hat falsch gedacht, es gibt noch abertausende von verschiedensten Vögeln, Hunderte,wenn nicht Tausende von Guanakos und sehr viel Seitenwind, beides erfordert die volle Konzentration des Fahrers. „ Warum wechseln die Tiere ständig die Strassenseite?“ „ Die denken sicher, dort drüben gibt es was Besseres zu fressen.“ Unzählige tote Tiere am Wegesrand zeugen von ihrem Kamikazeverhalten. " Wie schmecken wohl Guanakoschnitzel?"  "Vielleicht wie Rehschnitzel." 

 

Unsere Gasflaschen werden in Rio Gallegos direkt befüllt. Ein gutes Gefühl, denn die Temperatur beträgt tagsüber nur noch knapp über 10 Grad und nachts beträchtlich drunter. Mit dem Wind fühlt sich das Ganze noch viel kälter an.

 

Ausserdem gilt es zwei Mal die Argentinische Grenze zu passieren, was schnell erledigt ist. Dazwischen liegt ein Stück Chile, in dessen Teil wir die Magellanstrasse per Fähre überqueren und in Feuerland eintreffen. Dort sieht es "erstaunerlicherweise" auch nicht viel anders aus, vielleicht ein bisschen farbiger, auf Grund der violett, gelb und weiss blühenden Pflänzchen zwischen dem Grün.

 

Auf der ganzen Strecke befahren wir lediglich 14 km Schotterpiste. Einmal für die Stipvisite zur Lagune Azul, einem Kratersee und dann noch zwischen der Chilenischen und Argentinischen Grenze. Das Interessanteste im Niemandsland sind die fehlenden Zäune und die auf der Strasse spazierenden Kühe und Schafe.

 

 

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Do

03

Jan

2019

Tolhuin

Am Vormittag nur mässig Wind bei 11 Grad und Bewölkung.

 

Wir möchten die richtigen Haken an die Türe und Klappen befestigen lassen, denn wir haben genug davon, dass uns bei dem Wind immer die oben genannten um die Ohren fliegen. Alois fährt die Haken seit einem Jahr spazieren und jetzt und hier ist der richtige Moment diese fachgerecht anbringen zu lassen. Danke Jochen, dein Tipp mit dem Piki Mechaniker in Rio Grande ist wirklich Gold wert. Sofort machen sich die Männer ans Werk, obwohl sie in der Werkstatt beschäftigt waren.

 

In den nächsten Tagen soll es in Feuerland wenig Wind geben, also nehmen wir, nachdem wir mal wieder bei einem Grossisten (der Laden mit dem Apfel) gelandet sind und tatsächlich unseren Einkauf tätigen konnten, die heutige Etappe von 100 Km auf bester Strasse unter die Räder und staunen nicht schlecht, wie sich die Landschaft von einem Moment zum anderen verwandelt. Wälder und Hügel soweit das Auge reicht. Beim näheren hinsehen, sind viele davon abgestorben, ob von den zahlreichen Flechten oder von den Pilzen, können wir nicht sagen, denn die Aussagen dazu widersprechen sich diametral. Es wirkt irgendwie zauber-, und märchenhaft und zugleich etwas unheimlich.

 

In Tolhuin dem Touristenort am Lago Fagnano, stellen wir uns auf den weltbekannten Campingplatz Hain, welcher in zahlreichen Reiseberichten erwähnt wird. Roberto der uns sehr herzlich begrüsst, bestückt seinen Platz seit Jahren fantasievoll mit immer mehr Kunst aus Schrott und Flaschen.

 

Das kleine Museum im historischen Gebäude, das die Geschichte der Ureinwohner und ihrer „ Retter“, den Missionaren aufzeigt, stimmt uns nachdenklich. Alles in Spanisch.

 

Der Wind lässt allmählich ganz nach, die Sonne strahlt auch um 21 Uhr noch vom Himmel  und das bei 17 Grad. Keine Mücken, keine Fliegen, einfach nur toll. 

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Fr

04

Jan

2019

Ushuaia

Mal links an's Ende der Ruta 3  und mal rechts bis ans Ende in Moat
Mal links an's Ende der Ruta 3 und mal rechts bis ans Ende in Moat

Am Vormittag noch windstill und sonnig. Bis wir unsere Einkäufe getätigt und in der Panaderia Union den Blog bearbeitet ( Bilder hochgeladen!!!) haben, legt der Wind wieder zu und am Garibaldipass 428 m.ü.M angekommen, (die höchste Erhebung seit wir in Montevideo gestartet sind) zieht sich auch noch der Himmel zu.

 

Nun sind wir in Ushuaia, am Ende der Welt. Im Hintergrund die vom Schnee gezuckerten Berge und einige Gletscher, vor uns der Beagle-Kanal und einige Inseln.

 

Inzwischen leben über 57‘000 Menschen, wo einst bis zu 600 Häftlinge, mehr als Einwohner, ihr Dasein fristeten. Die Uebeltäter haben ihr Gefängnis im Jahre 1902 selber gebaut. Das sternförmige Gebäude verfügt über keine Aussenmauer, wohin sollte man von hier aus auch flüchten? Jetzt ist aus dem Gefängnis ein Museum geworden.

 

Ushuaia selber wirkt recht unattraktiv, sieht man einmal von der einzigen Ladenstrasse, die wirklich jedes Geschäft mit den dazugehörigen Weltmarken und unzähligen Restaurants beherbergt, ab. In verschiedenen Agenturen werden Schifffahrten in die Antarktis angeboten. Wir verzichten, waren wir doch noch vor kurzem lange genug auf dem Meer.

 

Es wimmelt nur so von Touristen aus aller Herren Länder, die per Kreuzfahrtschiff, per Flugzeug, per Reisebus, per Autostopp oder wie wir mit eigenem Gefährt Ushuaia besuchen.

 

Nach der Städtchenbesichtigung und dem Besuch des Museums stellen wir uns beim Flughafen auf einen Platz mit bester Aussicht auf Ushuaia und den Beagle-Kanal.

Ab 19 Uhr herrscht wieder absolute Windstille.

 

Unsere Ankunft am Ende der Welt feiern wir mit einem Fondue von Daheim ( es fehlt nur Henning) und dem argentinischen Champagner, den wir an Silvester nicht getrunken haben.

 

Ich würde am liebsten nur noch ein Bild pro Artikel reinstellen, denn das Hochladen dauert jeweils Ewigkeiten und ein Tag und manchmal geht es gar nicht oder der Akku ist gerade leer, wenn die Bilder fast fertig hochgeladen sind. Die Zeit vor dem Internet war einfach nur schön, man hatte Zeit für Sinnvolles.

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So

06

Jan

2019

Nationalpark Tierra del Fuego

Wir verbringen zwei Tage im wunderschönen Park gleich neben Ushuaia.

 

Mit dem historischen Zug am „Ende der Welt“ fahren wir die noch vorhandenen 7.5 km Gleis in den Nationalpark Tierra del Fuego, vorbei am Wasserfall, der für die Befüllung des Wasserkessels so wichtig war, an Bächen, Baumstümpfen, Sümpfen bis tief in den noch vorhandenen Wald hinein. Die Lok wird ans andere Ende gesetzt und zurück geht die Fahrt.

 

Mit dem Camper rein in den Nationalpark zur südlichsten Poststelle der Welt, (noch in Betrieb), vorbei an den Lagunen bis zum Ende der Ruta 3 in Lapataia und stellen uns auf einen der angegebenen Campingplätze. Es sind viele junge Leute mit Zelten unterwegs, sie machen Gitarrenmusik, spielen Fussball, quatschen und lachen. Die Parkpolizei dreht regelmässig ihre Runden, alles entspannt und friedlich. Erst kurz vor Mitternacht wird es dunkel und eine knappe Stunde später färbt sich der Himmel bereits wieder rot.

 

Die nächste Nacht wird vermutlich echt kalt. Bereits um 19.00 Uhr nur noch 6 Grad.

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Mo

07

Jan

2019

Noch eine kleine Campergeschichte am Rande

Um 19.30 Uhr trudelt eine Mutter mit ihren vier Kids und einer Grossmutter neben uns ein. Sie packen ein in grosse Schachteln verpacktes Zelt aus. 

 

Eine Stunde lang beobachten wir, wie sie sich vergeblich mit dem Gestänge abmühen.

 

" Das geht ja gar nicht, da muss man helfen."  Mit vereinten Kräften steht das Zelt um 21.00 Uhr. Grosse Dankbarkeit ihrerseits, aber der Arbeitseifer lässt merklich nach, als wir mit unserem Hammer die Heringe reinschlagen und das Zelt fest am Boden verzurren.  

 

Eine Stunde lang harren sie im Zelt aus, wollen wohl die Helfer nicht zu sehr frustrieren.

 

Um 23.00 Uhr, sind die gut eingeschlagenen Heringe wieder draussen, das Zelt ist abgebaut und im Auto verstaut. Winke, winke und tschüss. 

 

" Die haben wohl das Weihnachtsgeschenk von der Grossmutter getestet."

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Di

08

Jan

2019

Natur pur auf der Piste nach Moat

Wir wollen auch noch das andere Ende der Strasse entlang des Beagle-Kanals sehen.

 

90 km Piste, so gut wie wir sie bis anhin noch nie hatten. Alois:“ Ich sag’s ja, man muss sie nur glätten.“ „ Machen die aber nur, weil Touristenscharen zur Estancia Haberton gekarrt werden.“ Thomas Bridges war der erste weisse Siedler (1886) in dieser Region und seine Nachfahren bewirtschaften die Farm nach wie vor, machen aber unterdessen mehr auf Tourismus.

 

Wir fahren daran vorbei bis nach Moat zum Marinestützpunkt. Hier ist die Strasse endgültig zu Ende. Kurz guten Tag sagen und es geht ein Stück zurück.

 

Natur pur, auf der einen Seite das spiegelglatte Meer mit den Buchten, auf der anderen Seite Wälder, umgefallene oder mit Sturmfrisur versehene Bäume, Flüsschen, Seen, Hügel und im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Einfach nur Stille, das von Zeit zu Zeit vom Krächzen oder Zwitschern eines Vogels unterbrochen wird.

 

Kaum stehen wir für die Nacht, kommt ein Biber angeschwommen. Ich:“ Die sind ja hier, wie ich gelesen habe, eine echte Plage, es gibt einfach zu viele davon und natürliche Feinde haben sie auch nicht.“  Alois:“ Schon, aber es ist doch ein Zufall, wenn du einen vor die Linse kriegst, denn sie leben vorwiegend unsichtbar in ihren Bauten.“  „ Dann haben wir ja echt Glück.“

 

Wir dachten, dass wir in Ushuaia nur kurz Halt machen, um am "Ende der Welt" gewesen zu sein. Aber oha lätz 5 Gründe sprachen für ein längeres Verweilen. 

  1. Es ist einfach nur wunderschön hier
  2. Es ist windstill
  3. Es ist windstill
  4. Es ist windstill
  5. Es ist windstill

Wäre es ein paar Grad wärmer, wären wir jetzt noch unten. Am Tag knapp über 10 Grad und in der Nacht so gegen 4 Grad. Draussen "höckle" ist nicht wirklich angesagt. Wir bewunderten jeweils die Zeltler, wenn wir uns in die gut geheizte Stube zurückzogen.

 

Wieder zurück in Rio Grande, bei bereits wieder 15 Grad, machen wir grosse Wäsche in der einzigen fast Selfwäscherei, die wir bis jetzt in Südamerika gesehen haben und geniessen das für einmal superschnelle W-Lan.

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