9. Januar bis .......     Rio Grande - .....

Do

10

Jan

2019

Mitten durch Feuerland

Morgens heisst es früh aus den Federn, denn wir möchten mitten ins Herz von Feuerland. In den nächsten zwei Tagen liegen 400 km Piste bis nach Porvenir vor uns.

 

Auf der Argentinischen Seite, fast kein Baum, dafür treffen wir auf einen modernen Gaucho mit seinen Hunden und seinen Schafen. Auch da geht es mittendurch.

 

Wir machen uns ein bisschen Sorgen, ob wir wohl an der Argentinischen Grenze, den Rio Rasmussen überqueren können, ohne 4x4. Wir lesen und hören Widersprüchliches, von einer Furt die durchquert werden muss, bis zu einer Brücke, über die nur 3.5 t dürfen. Dann hiesse es umdrehen, was uns nicht sehr erfreuen würde.

 

Kein Problem an der Grenze, wir überqueren den wohl relativ neu erbauten Damm. Beim 1km entfernten Chilenischen Zoll Bella Vista, fragen sie uns, ob wir über die Piste von Argentinien her gekommen sind. Von wo denn sonst? Und ob es keine Probleme gegeben habe mit unserem Wohnmobil. Die wissen anscheinend noch nicht, dass die Argentinier den Rio   „entschärft“ haben. Beim Durchstöbern unserer Lebensmittel, stossen sie nicht nur auf unsere kurz vorher vorschriftsgemäss gekochten Kartoffeln, Karotten, Eier und Fleisch, nein sie finden auch noch zwei vergessene Mandarinen, die wir an Ort und Stelle vertilgen. Unseren Abfall nehmen sie auch noch mit, sie sind sehr freundlich.

 

 

Auf der Chilenischen Seite ist die Piste recht gut. Schon bald beherrscht Wald die Landschaft. Wir fahren runter zum Lago Blanco. Ziemlich starker Wind und einige Arbeiter mit Trax, die die Piste bearbeiten, veranlassen uns ein paar Kilometer zurück im Wald unser „Nachtlager“ aufzuschlagen. Wir erwarten viele Tiere hier am Flüsschen, werden aber enttäuscht, absolute Ruhe umgibt uns.

 

Der Wimd begleitet uns heute den ganzen Tag, dafür nieselt es immer mal wieder, was den Staub auf der Piste bindet, sehr gut. Leider wird die Piste dafür wieder schlechter.

 

Goldgräberstimmung kommt bei Alois nicht auf, auch wenn wir am Rio d'Oro vorbeifahren. Es ist einfach zu kalt für ihn, um sich in den Fluss zu stellen und ein richtiges Sieb haben wir auch nicht dabei. Ein paar Unentwegte suchen hier aber immer noch nach dem Edelmetall.

 

In Camerone treffen wir auf die Bahia inutil, der Namensgeber war Magellan, als er auf der Suche nach dem Durchgang zum Pazifik in dieser "Sackgasse" landete.

 

Auf Touristen treffen wir erst wieder beim Königspinguin Park. Diese sollen sich einzig hier ausserhalb der Antarktis angesiedelt haben. Alois meint zwar:" Die wurden doch hier zu touristischen Zwecken angesiedelt." Aber da man schon mal hier ist, muss man ja fast gucken, ist fast wie im Zoo, nur teurer.

 

Angekommen in Porvenir, das man nicht unbedingt gesehen haben muss, fahren wir zuerst zum Fährhafen um uns nach den Ueberfahrten zu erkundigen. Alles bereits geschlossen und Tickets gibt es in Porvenir. So stellen wir uns am Rande von Porvenir, windungeschützt, aber dafür mit schöner Aussicht, für die Nacht hin.

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Sa

12

Jan

2019

Punta Arenas / Puerto Natales

Alles geklappt, nach zwei Stunden erreichen wir mit der Fähre Punta Arenas.

 

Dort kreuzen wir Michael vom Frachter, der mit seinem Motorrad nach Ushuaia unterwegs ist. Es gibt viel zu bequatschen, über Strassenverhältnisse, Wind, und natürlich gegenseitige Tipps für die Weiterreise. Er übernachtet in seinem Zelt im Hostelgarten und wir mit dem Camper an der Strasse davor.

 

Die Weiterfahrt nach Norden gibt landschaftlich nicht viel her, Pampa halt. Starker Gegenwind erfordert die volle Konzentration und bei entgegenkommenden Lastwagen und Reisebussen auch die ganze Kraft von Alois. Nach einem kurzen Halt, damit er seine verkrampften Armmuskeln lockern kann, können wir vom Seitenstreifen nicht mehr losfahren. „ Sind wir jetzt eingesoffen?“ Alois umrundet das Fahrzeug. Sind wir nicht, es ist der Gegenwind, der uns nicht losfahren lässt. Also Vollgas geben. Wir verbrauchen ungefähr 20 l Diesel, anstatt 12l wie sonst auf 100 km.

 

In Villa Tehuelches machen wir windgeschützt zwischen den Häusern Pause. Schade, wir sind eine Woche zu früh dran. Am nächsten Wochenende gibt es Rodeo und Schafschurwettbewerb. Aber warten bei diesem Wind und der Kälte, liegt für uns gerade nicht drin.

 

Der Wind bleibt uns bis Puerto Natales erhalten und auch hier, bläst es munter weiter, es ist zum verleiden. Auch zeigt sich die Sonne nur jeweils kurz zwischen den Wolken und in den nächsten Tagen soll es nicht besser werden. Das sieht nach einem Schnelldurchlauf durch den Torres del Peine Nationalpark aus.

 

 

Wir stehen für die Nacht am See, zwar voll im Wind, können so jedoch ideal die Schwarzhalsschwäne und das Wolkenspiel beobachten.

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Mo

14

Jan

2019

Torres del Paine

Wir streifen durch Puerto Natales und lassen uns eine leckere Pizza zubereiten, bevor wir uns auf den Weg zum Nationalpark Torres del Paine machen. Natürlich nicht über die gute neue Strasse, nein wir wollen ja was sehen auf dem Weg. Sehen tun wir wohl jedoch nicht  mehr als die anderen, die ihr Ziel schnell erreicht haben.

 

Auf einem einsamen Platz mit guter Sicht auf die Torres übernachten wir wieder voll im Wind. Andernstags sieht es auf unserem nun windstillen, ruhigen Plätzchen ganz anders aus.

 

Wir fahren bis an den Parkeingang und gleich wieder zurück. Ziemliche viele Wolken und Wandervögel sind wir ja bekanntlich auch nicht. Kondore sehen wir zwei, aber für die Kamera zu weit weg in der Höhe und dutzende von Guanakos, die hier gar keine Scheu vor Autos und Menschen zeigen.

 

Der Grenzübertritt nach Argentinien geht rasch von statten. Piste bis zur Ruta 40, danach ein kurzes Stück auf guter Strasse, bevor wir die Abkürzung per Piste nach El Calafate nehmen.

 

Hätten wir wohl besser nicht tun sollen. 70 langwierige Kilometer Ripio, wenige Fahrzeuge, zwei Motorräder und drei Velofahrer kreuzen unseren Weg. Ansonsten ein paar Nandus, ein paar Flamingos, ein paar verstreute Estancias, recht viele Schafe, eines davon ganz alleine mit uns auf unserem Rastplatz. Sieht so aus als habe es seine Schur bereits mehrfach verweigert, Pampa halt.

 

Die restlichen 100 km auf Asphalt und El Calafate ist schnell erreicht. Sommer bei 25 Grad und viele Touristen.

 

 

Nach einem kurzen Rundgang durch's mondäne Städtchen, stellen wir uns bei immer noch absoluter Windstille an die Lagune direkt am Lago Argentino, dem grössten See Argentiniens und nehmen uns vor, beim nächsten Mal, wenn möglich die normale Strasse zu fahren.

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Mi

16

Jan

2019

Perito Moreno und El Chalten

 

Wüsste man nicht, dass irgendwo da hinten der weltberühmte Perito Moreno Gletscher liegt, der wohl einzige auf der Welt der immer noch wächst, müsste man nur den unzähligen Autos, Bussen und sonstigen Fahrzeugen folgen.

 

Wir übernachten, da drinnen nicht erlaubt, 5 km vor dem Eingang zum Nationalpark, denn die Wetterprognose für den nächsten Tag ist hervorragend.

 

Um 8.00 Uhr in der Frühe passieren wir das Tor, zahlen 17 Euro pro Person Eintritt, fahren die 30 Km auf kurviger Strasse dem Lago Argentino entlang bis weit nach hinten und stehen und staunen.

 

„Stägeli uf Stägeli ab“ und man weiss nicht wohin man den Blick wenden soll. Der 70 m hohe und über einen Kilometer breite Gletscher ist eine Wucht. Es knistert, knackt, kracht und donnert, schon löst sich wieder irgendwo ein Stück des Eises und fällt in den See. Eine Gischtwolke und Wellen breiten sich aus. Die Eisststücke treiben auf dem Eis. Zum Teil so blau, wie angemalt.

Drei Stunden und einen Kaffee später, fahren wir bei sehr viel Gegenverkehr nach Calafate zurück, tanken kurz und nehmen die 250 km bis nach El Chalten unter die Räder. Links die Berge und Seen, rechts der Rio Leone, eine abwechslungsreiche Landschaft, zwar ohne Bäume, aber vielen Guanakos und Nandus und erstaunlich wenig Verkehr. Immer wieder sehen wir weit vorne in der Ferne den Fitz Roy.

 

El Chalten,  mit viel Jungvolk, das mit grossen Rucksäcken durch den gar nicht aufgeplusterten, kleinen Ort mit vielen Hostels und kleinen Restaurants pilgert gefällt uns sehr gut. Nicht nur wegen den moderaten Preise. Es gibt nur wenige grosse Reisebusse und ist angenehm ruhig, wohl wegen des fehlenden Windes.

 

Wanderfreudige machen bis zu fünf-tägige Trekkingtouren, zum Teil mit Lamas. Pferde sind im Nationalpark, wegen ihrer harten Hufe, nicht erlaubt. Auch wird geklettert was das Zeug hält.

 

Wir stehen mit anderen Campern am Dorfeingang, im Hintergrund das Fitz Roy Massiv und geniessen die warme Sonne. Alois:“ Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass hier der Sturm durch die Felsen pfeifen soll.“

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Do

17

Jan

2019

Fitz Roy

Tagwacht vor 06.00 Uhr in der Frühe.

 

Grosser Worte bedarf es nicht, denn das Fitz Roy Massiv spricht für sich selbst.

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