Aktuelles

Fr

19

Apr

2019

Wasserfälle Iguazu

Am Morgen sind wir erstmal eingenebelt, bis zwei Stunden später die Sonne den Himmel und die Umgebung von der Nässe befreit.

 

Wir fahren zu den argentinischen Wasserfällen, während Andrea und Jürgen sich nach Brasilien zu den dortigen Wasserfällen und danach Richtung Küste zu den Deutschen Kolonien aufmachen.

 

Im Nationalpark erwarten uns dann Tausende von Touristen aus aller Welt. Mit dem vollgestopften Zügli geht es ab zum Garganta del Diablo, wo wir dem Rauschen der Fälle lauschen und uns Dank der Gischt ein bisschen abkühlen können.

Dann geht es wieder zurück über die Stege, auf denen ich mir gaosse Sorgen um die Konstruktion mache, bei diesen Menschenmassen.

 

Nach einem Imbiss, die Nasenbären turnen hier auf den Tischen rum, wie sonstwo die Spatzen, wandern wir auf dem unteren Sendero bis an die Fälle ran. Unterwegs schauen wir den Affen beim Turnen und den Tukanen in den Baumwipfeln zu, immer begleitet von den Nasenbären, den Schmetterlingen und den Unmengen von Homosapiens.

 

Ziemlich geschafft vom Laufen, der Hitze, den Eindrücken und den Menschenmassen kehren wir schliesslich nach Puerto Iguazu zurück, wo wir nach der Besichtigung des Dreiländerecks ( Argentinien, Brasilien, Paraguay) auf unserem ruhigen Stellplatz die Beine hochlegen. 

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Mi

17

Apr

2019

Misiones

In Posadas angekommen, ertragen wir die vielen Autos, Häuser und Menschen nur schwer, deshalb wenden wir uns gegen Osten entlang des Rio Parana bis nach San Ignacio. Dort möchten wir uns die Ruinen des ehemaligen Klosters der Jesuiten ansehen. 

 

Die spannende Geschichte der friedlichen Eroberung durch die Jesuiten interessiert uns doch sehr. Hatten sich die spanischen Eroberer als militante Glaubensritter auf amerikanischen Boden und dort in die direkte Konfrontation mit den Eingeborenen begeben, so erobertern die Jesuiten die Seelen der Indigenas, indem sie sich mit der Geduld ihrer humanistischen Vordenker in die Vorstellungswelt der " Wilden" einzufühlen versuchten. Auch Tupa der Gott der Guaranies, war einmal über die Erde gepilgert; beiden Glaubenslagern war der Gedanke an ein Leben nach dem Tode eigen; und was die Leiden auf Erden angeht, so lehrt auch das Evangelium, dass die Erlösung nicht nur von Gott allein, sondern auch vom eigenen Handeln zu erwarten ist.

 

Man rodete den Wald, baute Ortschaften, bestellte Felder, vorallem Mate und züchtete Vieh. Nur je zwei Patres dirigierten eine solche, manchmal von 50 Kaziken befehligte und aus mehreren Tausend Guaranies bestehende Gemeinde. Den Gemeinderat bildeten die Indigenas. Sie wählten ihren Alkalden. Es gab Mütterberatung, ein Witwenhaus, geregelte Arbeitszeiten und einen Quotenplan zur Umverteilung der Einkünfte. Ein Staat im Staate also, im Ganzen 75'000 km2 gross. War er ein kommunistisches Arkadien? Sogar der Lästerer Voltaire nannte die Jesuitenstationen einen Triumph der Menschlichkeit. 

 

Man kann sich vorstellen, wie die Nutzniesser der kolonialen Ausbeutung jubelten, als die spanische Krone denjenigen Gehör schenkte, die dem Orden unterstellten, er strebe die Weltherrschaft an. 1767 wurden die Jesuiten, 6000 an der Zahl, vertrieben. Die Stationen verfielen, die Indigenas verloren sich in der Aussenwelt. Mehr darüber

 

In Puerto Rico stellen wir uns an den Fluss. Wir haben schon oft von Einheimischen gehört, dass entlang des Rio Parana viele Deutsche und Schweizer Einwanderer leben sollen. Alois:" Wir haben auf jeden Fall noch keine gesehen." Kaum gesagt, kommen drei gestandene Herren daher: " Unsere Grossväter sind während des 2.Weltkrieges nach Südamerika geflüchtet und wir sind hier geboren." Sie sprechen sehr gut Deutsch und erzählen uns aus ihrem Leben. Einer von ihnen hat einen Onkel; Ernst Nobs; der als erster Sozialdemokrat in den Bundesrat gewählt wurde. Vor ein paar Jahren wurde sogar der Stauffacherplatz in Zürich unbenannt in Ernst Nobs Platz.

Es gibt noch anderes Interessantes auf der Strecke.

 

So besuchen wir anderntags in Colonia Caraguatay das Anwesen, auf dem Che Guevara, der Held meiner Jugendzeit, seine ersten Lebensjahre verbracht hat. Um dahin zu gelangen, nimmt Alois sogar wieder ein paar Kilometer Sandpiste unter die Räder." Dein Wunsch ist mir Befehl." 

 

Der freundliche Guardian geleitet uns über das Gelände und durchs Museum, in dem es viele Fotos und Dokemte aus dem Leben des Guerrillero gibt , unter anderem seine Tagebücher in denen er in sehr kleiner Schrift, seine Erlebnisse niedergeschrieben hat. 

 

Bereits bevor wir auf die Piste abgebogen sind, ist vor uns ein Stau und der besteht bei unserer Rückkehr auf die RN 12 immer noch. Es geht sehr langsam, oder gar nicht vorwärts. Da wir keine Lust haben im heissen Auto bei 35 Grad zu verschmoren, stellen wir uns auf die Seite und genehmigen uns im Schatten, an einem Grillstand eine Hühnerkeule. " Da vorn gibt es eine Blockade," wird uns erklärt, " sowas gibt es in der Schweiz sicher nicht." Nach zwei Stunden, sind wir schliesslich 2 Kilometer weiter und der Spuk ist vorbei. Am Ende stehen nur noch Dutzende von Polizisten und deren Fahrzeuge, von den Protestanten sehen wir nichts.

 

Weiter geht es bergauf und bergab, bis nach Puerto Iguazu, wo uns bereits Andrea und Jürgen, die wir in Salta kennengelernt haben auf dem Stellplatz erwarten. 

 

Hier erreicht uns die frohe Botschaft, dass Jill, unser 11.Enkelkind gestern das Licht der Welt erblickt hat. Ganz herzliche Gratulation Debora und Yves, wir freuen uns auf die ersten Bilder und stossen schon mal auf die neue Erdenbürgerin an.

 

 

Im Pool kühle ich mich erstmal, bei noch Sonnenschein, ab, bevor wir gemeinsam grillen und den Abend, bei zunehmender Feuchigkeit ( 100%), alles tropft und nichts trocknet, mit interessanten Gesprächen und Reiseerlebnissen verbringen.

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Di

16

Apr

2019

Ibera Park zum Zweiten

Nach dem gemeinsamen Frühstück, bei dem wir uns gegenseitig versprechen uns nicht aus den Augen zu verlieren, gilt es tschüss zu sagen. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft. Ihr habt nun einen Platz in unserem Herzen.

 

Ueber Mercedes nehmen wir anschliessend die 80 km Piste nach Norden unter die Räder, um in Carlos Pellegrini ein Stück des Nationalparks zu Fuss zu erkunden, denn das soll dort möglich sein.

 

Auf dem Weg dahin können wir wieder verschiedene Tiere beobachten, unter anderem die Sumpfhirsche.

 

Angekommen in Pellegrini sind wir enttäuscht, können wir mit unserem Womo, doch wegen der Höhe nicht auf den Campingplatz fahren. 

 

Also geht es erstmal wieder zurück über den Damm, zum Eingang des vorgegebenen Wanderweges.

Wir nehmen die Wanderstöcke und machen uns voller Erwartung auf in den Wald. Unter anderem soll es hier Affen geben.

 

Was wir zu sehen bekommen, ist mehr als enttäuschend, ausser zwar niedlichen aber uns bereits wohlbekannten Wasserschweinen, ein paar Schmetterlinge. Da haben wir auf dem Weg hierher ein mehrfaches an Tieren gesehen.

 

Nach einer Stunde Fussmarsch sieht der Himmel plötzlich bedrohlich aus und der Wind bläst uns um die Ohren. Das Donnergrollen und die Blitze die über den Himmel zucken, lassen uns eilig den Rückweg antreten. 

Also wieder über den Damm, die Ortschaft zweimal durchqueren, nix Passendes finden zum Stehen und dann noch ein Missverständnis zwischen Alois und mir und schon sind wir  auf der weiterführenden Piste nach Norden.

 

Es wird dunkler und schliesslich stockdunkel. Nach 30 km plötzlich ein Gaucho mit seiner Viehherde vor uns, die wir nicht passieren können. Auf der Seite irgendwohin stellen auch nicht möglich , also langsam "hinterherhötterle", bis wir nach 10km endlich einen unsumpfigen Platz, irgendwo im Nirgendwo, ein paar Schritte abseits entdecken.

 

Am anderen Tag sind wir beizeiten wach, denn es nieselt und wir wissen keinen Moment, ob der Regen zulegen wird. Wetterprognosen haben wir keine mehr geguckt, war schliesslich seit Tagen nur schön und heiss und Internet haben wir auch seit gestern nicht mehr. Also nix wie los.

Bei Regen ist die Sandpiste denkbar ungeeignet für uns. Der Boden verwandelt sich in ein Schlammbett, wovon die tiefen Furchen auf der Piste ein deutliches Zeugnis ablegen. 

 

40 km östlich des Nationalparks, zwar immer noch auf der Piste entdecken wir in einem kleinen Tümpel einen Kaiman. Ich:" Ab jetzt werde ich ganz genau aufpassen, wo ich meine Füsse reinhalte."

 

Die heutigen restlichen 80, der insgesamt 120 km Piste, von Pellegrini bis zur Ruta National 14 sind deshalb nicht nur eine Ratter-, sondern auch eine kleinere Zitterpartie. Alois:" So einen Quatsch mache ich nie mehr, ab jetzt nur noch befestigte Strassen." 

 

Wir haben schliesslich den Nationalpark Estero Ibera fast gänzlich umrundet, erreichen Posadas am Parana und schauen zum ersten Mal rüber nach Paraguay.

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So

14

Apr

2019

Bella Vista

In Bella Vista werden wir von Rosi, Marcelo ihrem Sohn Sebastian und seinen Grosseltern auf's Herzlichste begrüsst und die köstlichen Grilladen und feinen Salate stehen alsbald auf dem Tisch. Mit lustigen Gesprächen, Sebastian ist ein guter Spanisch Lehrer, vergeht die Zeit wie im Fluge.

 

An der schönen Beach am Rio Parana nehme ich dann ein Bad, während Alois Siesta hält.

 

Später fahren wir zum Campo vom über 80ig-jährigen Grossvater, der nach seiner Pensionierung mit zwei Rindern angefangen, dann mehr dazugekauft und nun über 100 Stück besitzt. Jeden Morgen und Abend fährt er auf sein 55 ha grosses Land, wo er seine Tiere füttert und betreut. Irgendwann möchte er ein Haus auf seinem Gelände bauen, die Aussicht von da oben ist phantastisch. Hier im Wald gibt es Affen und verschiedene Vögel. Sobald die Sonne weg ist sind leider auch die Mücken zu Tausenden vor Ort.

 

Wir flüchten wieder runter nach Bella Vista wo wir absolut Mückenfrei den Abend ausklingen lassen.

 

In ihrem Garten schlafen wir bei der hier herrschenden Ruhe, einfach wunderbar.

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Sa

13

Apr

2019

Ibera Park

Die Entscheidung durch welches Portal wir den 700'000 ha grossen Naturpark besuchen wollen, fällt schwer, denn es gibt ganz verschiedene Zugänge.

 

Schliesslich fahren wir 190 km nach Concepcion, wo man anscheinend sehr viele Tiere sehen soll. Nachdem wir wiederum einige Polizeikontrollen mit der Frage nachdem woher und wohin passiert haben, erreichen wir das um 14.00 Uhr natürlich total verschlafene kleine Städtchen.

 

Da wir weder eine Agentur noch eine Touristeninfo entdecken und der Campingplatz geschlossen ist, fahren wir gleich mal über die Piste, auf der wir einen Vorgeschmack auf die Fauna und Flora des Parks bekommen zum Parkeingang Carambola.

 

Der Rancher, der den Eingang bewacht, erklärt uns, dass wir mit unserem Womo auf der Sandpiste keine Chance hätten. Wir sollen in Concepcion eine Tour mit einem 4x4 Jeep buchen. Alois:" Ja das sehe ich auch so." 

 

Also wieder ins Städtchen, wo wir uns zum Hauptplatz stellen. Da wir in der nächsten Stunde überhaupt nicht "belästigt" werden, (in Marokko hätten wir bestimmt schon vier Angebote für eine Tour bekommen), nehme ich schliesslich Kontakt mit Luciando auf, der seinerseits Kontakt mit dem Präsidenten des Parks aufnimmt, welcher seinerseits mit einem Guide Kontakt aufnimmt, der uns mit seinem Jeep zur gut versteckten Agentur fährt. Endlich können wir für Morgen Nachmittag, (der Morgen ist leider bereits ausgebucht), eine gut 2-stündige Tour mit Jeep und Boot durch den Park, buchen. 

 

Am Abend tanzen zuerst die Kinder zu folkloristischen Klängen, "hinter Gittern", neben der Kirche ( darum keine Fotos) und anschliessend gut zwei Stunden die Erwachsenen. Alois:"Das ist Musik, die man hören mag."

 

Später nach 2.00 Uhr bis um 07.00 morgens gibt es dann andere Musik. 

Pünktlich um 14 Uhr stehen wir bereit zur Abfahrt. " Pünktlich" um 15 Uhr geht es dann zuerst die 30 km über die Piste mit unserem Guide Marcos, zu den Lagunen, wo sich uns noch ein Argentinisches Pärchen anschliesst.

 

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Boot tuckern wir los. In dieser Region des Parkes ist es verboten zu wandern und zu baden, das Fischen ist nur per Boot erlaubt, wen wundert's. 

 

Für mich fährt Marcos das Boot jeweils ein bisschen zu nahe an die Kaimane ran. Ich mag es nicht so gerne den 2 - 3 m grossen schnellen Tieren Aug in Aug gegenüber zu sitzen. Die anderen Passagiere lachen mich aus.

 

Da fühle ich mich beim Fotografieren der niedlichen Wasserschweine und Vögel, klein und gross, die wir zu Gesicht bekommen schon wesentlich wohler. Wobei der Nervenkitzel bei den Dutzenden von Kaimanen nichts desto trotz wesentlich grösser ist, haben wir doch noch nie Kaimane in der freien Wildbahn erlebt. Marcos meint:" Kleine Wasserschweine, verspeisen die Räuber sehr wohl." 

 

Marcos offeriert uns irgendwo im Sumpf, den mitgebrachten Mate, der wie üblich reihum gereicht wird und dann geht es bei schönstem Licht zurück zum Steg.

 

Auf der Rückfahrt über die Piste, entdecken wir zahlreiche Wasserschweine, die nun bei Dunkelheit auf die Wiesen kommen um zu äsen und dort auch zu nächtigen. Die ganze Tour hat schliesslich gute 4 Stunden gedauert.

 

Kaum sind wir zurück beim Womo, klopft es an unsere Türe und ein junges Pärchen, das im 140 km entfernten Bella Vista lebt, lädt uns spontan zum Asado zu ihnen nach Hause ein. " Heute sind wir viel zu müde, nach all den Eindrücken." Marcelo meint:" Aber dann sicher morgen." Wir können der herzlichen Einladung nicht widerstehen und die Nummern werden ausgetauscht.

 

Völlig kaputt fallen wir gegen 23 Uhr im noch ruhigen Concepcion ins Bett, bis uns gegen 01.00 Uhr die laute Musik und das Gelächter, das bis um 07.00 Uhr morgens dauert, in "Laune" hält. Dann kehrt Ruhe ein.

 

Ich glaube wir werden uns nie an den Rhytmus der Südamerikaner gewöhnen.

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Do

11

Apr

2019

Corrientes

Kaum sind wir vor der Türe, gesellt sich ein Argentinier mit Stühlchen und Mate zu uns.

 

Die nächsten Stunden sind nicht nur sehr interessant, mit Gesprächen über Land, Leute, Kultur und Geschichte der Region, nein auch recht anstrengend, denn Antonio gibt sich bei nicht Verstehen nicht mit einem einfachen Nicken zufrieden. Ich habe so gleich 5 Lektionen Spanisch hinter mir.

 

Wir parken auf sein Anraten anschliessend um, nämlich ein Stück auf die andere Seite der Brücke in die Nähe der Regierungsgebäude und der Polizei. Dort sei es sicherer, hier begännen die Vavelas mit den armen Menschen, die einem gerne berauben und auf der anderen Seite gäbe es in der Nacht auch keine " Konzerte"

 

Nach dem Rundgang durch Corrientes und einem kurzen Treffen mit Luciando, dem Sohn des Gobernadors der Provinz Corrientes, bei dem er uns noch Material vom Ibera Park übergibt, uns auffordert ihn unbedingt anzurufen, wenn wir seine Hilfe für eine Tour benötigen und uns rät, noch vor Ostermontag dorthin zu fahren, da während der nächsten Woche der Park völlig überlaufen sei, trifft erneut Antonio bei uns ein, fährt mit uns durch das historische Viertel der Stadt, erklärt uns die verschiedenden Gebäude, bevor wir in einem Strandrestaurant bei Artenesal Bier und Pizza den Abend ausklingen lassen.

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Mi

10

Apr

2019

Savanne

Endlos weit ist das Gebiet und gerade sind die Strassen in der Region zwischen Santiago del Estero und Corrientes.

 

Alois meint:" Jetzt mach ich den Tempomat rein und ein Schläfchen, kannst mich dann wecken, wenn in einer Stunde eine Kurve kommt." Eine leichte Rechtskurve kommt dann jedoch " bereits" nach 80km und nach weiteren 100 km sogar ein Kreisel und ein Lichtsignal in Quimill.

 

Uns erwarten riesige Mate-, Mais- und Baumwollfelder, kleine Weiler in den Wäldern und viele Rinderherden, Pferde, Schweine und vorallem Vögel. Drei schaffen es nicht und rammen unsere Frontscheibe. Ich:" Das ist aber gar nicht gut." Alois:" Aber ich kann nicht alle 200 m eine Vollbremsung machen."

 

Der Tankwart in Quimill erklärt uns, dass wir hier abbiegen sollen, denn im weiteren Verlauf der Ruta 89 gäbe es wegen Ueberflutungen eine Vollsperrung. Ich." Wir haben das sicher falsch verstanden, sonst würde da sicher ein Polizist stehen und uns darauf aufmerksam machen."

 

Nach genau 66.6 km ist dann dann der Polizist und die Vollsperrung da. Umkehren und zurück nach Quimill, wo wir diesmal abbiegen. 

 

Die Schatten werden länger, jedoch ist das Stehen am Rande der Strasse unmöglich und so stellen wir uns in Sachayoj nach den heutigen ingesamt ca. 500km bei einbrechender Dunkelheit vor einen Laden, kaufen etwas ein und fragen ob wir hier über Nacht stehen dürfen.

 

Nach Ladenschluss bekommen wir Besuch vom Besitzer und seiner Tochter. Nachdem wir alle Fragen zu seiner Zufriedenheit beantwortet und eine Besichtigung des Womos hinter uns haben, schenkt uns der Mann 2 Salamis. Muchas gracias.

 

Bei stetigem Hundegekläff schlafen wir schliesslich doch noch ein. " Wie halten die Menschen das nur aus?"

Es wird immer heisser und im Chaco sieht die Landschaft zuerst noch ähnlich aus wie in der Provinz Santiago del Estero.

 

Nach weiteren 400 km erreichen wir zuerst Resistencia, wo wir tatsächlich an einer LPG-Tankstelle, die gibt es zur Zeit nur in den vier nordöstlichen Regionen Argentiniens, unsere Gasflasche füllen lassen können.

 

Die Landschaft verändert sich und bald kommt die Brücke von Corrientes in Sicht, über die wir den Rio Parana überqueren.

 

Eine lebendige quirlige Stadt. Entlang des Flusses fahren wir zuerst nordwärts, begutachten den Leuchtturm, bevor wir schliesslich südlich neben der grossen Brücke an der Beach-Promenade unseren Nachtparkplatz finden.

 

Sofort spring ich ins kühle Nass, doch die Abkühlung hält nicht lange an.

 

Ein junger Argentinier, der selbst überall in der Welt rumgereist ist, verlinkt sich per Watsup mit uns, sein Vater sei ein Chef vom Nationalpark Ibera, den wir uns unbedingt ansehen müssten. Hätten wir Fragen sollen wir uns an ihn wenden, er helfe uns gerne weiter.

 

Noch um Mitternacht sitzen die Menschen mit ihren Stühlen und Tischchen bei 30 Grad auf der Promenade.

 

Ich schlafe selig, während Alois von 2-4 Uhr früh einem Bumm, bumm Konzert lauscht, aus dem Fahrzeug, das genau, obwohl viel freier Platz vorhanden, hinter uns parken muss. Anscheinend klirren sogar die Scheiben des Autos dank der übergrossen Boxen.

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Mo

08

Apr

2019

Santiago del Estero

Die knapp 70 km auf schnurgerader Strasse durch das grüne, landwirtschaftlich gut genutzte Land sind schnell geschafft. Die drei Polizeiiontrollen und die Nahrungsmittelkontrolle unbesetzt. Es ist wohl gut während der Siestazeit zu fahren.

 

Santiogo del Estero, 1553 als erste Stadt Argentiniens gegründet, blickt auf eine leidvolle Geschichte zurück. 1637 versank die komplette Stadt bei einer Flutkatastrophe im Rio Dulce und nach ihrer Wiedererstehung wurde sie 1817 von einem Erdbeben in Trümmer gelegt.

 

Eigentlich peilen wir Santiago del Estero an, um unsere fast leere Gasflasche füllen zu lassen, doch nicht nur die Stadt ist um 17 Uhr noch fast leergefegt, auch den Gasmann scheint es nicht mehr zu geben.

 

Also stellen wir uns nach einer kurzen Tour durch die " schlafende" Innenstadt auf den Campingplatz am Rio Dulce.

 

Um 20 Uhr laufen wir die 2 km auf schnurgeraden Wegen entlang der vielen Parks und Sportgelände nochmals in die Innenstadt. Jetzt sind alle Geschäfte geöffnet und es wimmelt nur so von Menschen. Touristen finden wohl eher selten den Weg hierher, wir entdecken auf jeden Fall keine.

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So

07

Apr

2019

Termas de Rio Hondo

Der Parkwächter hat uns noch " gewarnt", dass am Sonntag hier auf dem Gelände ein Event stattfindet und tatsächlich werde ich um 08.00 Uhr mit lauter Bumm, bumm Musik, fast aus dem Bett katapultiert. 

 

Na ja, da sehen wir uns halt die Staumauer von unten an und lauschen dem Wassergebraus, das aus der Mauer schiesst. Ein Spektakel, das sich auch andere nicht entgehen lassen.  Vorallem der Vater, der mit seinen Söhnen, ohne Seil und doppelten Boden im tosenden Wasser " rumturnt" und dabei reiche Beute macht, fasziniert die Zuschauer.

 

Wir ziehen dann doch das warme Thermenwasser und die Ruhe auf dem kleinen Campingplatz auf der anderen Seite des Flusses vor.

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Sa

06

Apr

2019

Natur und Kultur

Wir entscheiden uns gegen die Fahrt über die Pässe nach Cachi und für die vermeintlich langweiligere Strecke, direkt nach Cafayate, denn in den Bergen sieht es wettermässig duster aus.

 

Aber ohalätz, langweilig ist anders. Das breite Tal verschmälert sich zusehends, die grandiosen Felsformationen rücken näher und die Quebra del Rio las Conchas, entpuppt sich auf den nächsten 60 km als eine der formenreichsten, Buntsandsteinschluchten Argentiniens. 

 

Als wir aus der Schlucht auf die Hochebene rauskommen, lassen wir den Blitz und Donner hinter uns, dafür empfängt uns ein veritabler Sandsturm.

 

Angekommen in Cafayate sind die Menschen daran, die Strassen, Plätze und Restaurants vom Sand zu befreien. Wir übernachten auf dem Camping Municipal, wo sich bereits Andrea und Jürgen niedergelassen haben, die das Wetterspektakel hautnah miterlebt haben. Sie meinen: " Wir dachten, da käme ein Tornado."

Zuerst stehen heute die Ruinen von Quilmes auf unserem Programm. Ein weiteres unrühmliches Zeugnis der Konquista auf argentinischem Boden. Den kriegerischen Stamm der Kilmes hatten die Spanier erst 1667, am Ende des 35-jährigen Cachaqui-Krieges gegen die Indigenas durch Aushungern besiegen können. Das geknechtete Volk musste zu Fuss bis zur La-Plata-Mündung laufen, wo es in seiner neuen Zwangssiedlung, das eigene Aussterben beschloss.

 

Beim rumkraxeln in den Ruinen, die ziemlich steil im Berghang liegen, sind wir froh, ist der Himmel bedeckt und die Temperaturen nur noch um 15 Grad.

In Amaicha del Valle besuchen wir das Museo de la Pachamama, eines der grössten Museen für indigene Kultur in Argentinien. Gestaltet wurde es von dem Künstler Hector Cruz, der sich auf diese Weise mit der Geschichte seiner indigenen Vorfahren auseinandersetzte.

 

Der prachtvolle Museumspark muss sich, wer in der Nähe ist, unbedingt ansehen. Total schön und einzigartig.

 

Ein Aufpasser schliesst für uns die Räumlichkeiten mit den kunstvollen Teppichen und Gemälden des Künstler auf. Da drin ist das Fotografieren allerdings verboten.

 

Wir übernachten auf 2500m, im Zentrum von Amaicha del Valle, direkt an der Plaza. Die Saison ist vorbei, die Restaurants fast alle geschlossen, das Gemüse in den Geschäften nicht sehr "amächelig", aber wir haben ja noch Steaks, Pasta und Tomaten für einen Salat, an Bord.

 

Die Dorfjugend lümmelt sich am Abend mit ihren Smartphones um und im Platz herum, denn hier gibt es freies und erst noch recht schnelles Internet. Aber im Internet surfende Menschen sind ja eher ruhig. Einzig ein paar "Mofarowdies" stören Alois Nachtruhe.

Bei strahlendem Sonnenschein, aber kühlen 12 Grad, fahren wir den eher kargen Pass auf etwas über 3000 hoch, dann geht es runter auf 2000 m nach Tafi del Valle mit seinen Hunderten von Landhäusern der Sommerfrischler.

 

In El  Mollar, auf der anderen Seite des Stausees, lassen wir uns den Parque de los Menhires natürlich nicht entgehen. 114 Granitsäulen mit Ritzzeichnungen der Tafi Kultur    ( 4.Jhd.v.Chr. - 9.Jhd. n. Chr)  stehen am Hang.

 

Auf immer noch fast 2000m Höhe, im Quebra Rio los Sosas eröffnet sich uns eine ganz andere Welt, denn wir sind nun umgeben vom Tucumanischen Regenwald, einem dampfenden Urwald der von Flechten, Moosen und Baumschmarotzern nur so strotzt. Runter durch die Schlucht erreichen wir das fruchtbare Tiefland und eine der bevölkerungsreichsten Regionen Argentiniens.

 

Aus San Miguel de Tucuman, das wir uns eigentlich ansehen möchten flüchten wir mal wieder ziemlich entnervt und stellen uns schliesslich an den Stausee in Termas de Rio Hondo, wo wir uns lediglich mit den Mücken rumschlagen müssen.

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