Aktuelles

Do

01

Nov

2018

Die ersten Tage an Bord

Die Tage vergehen gleichförmig. Essen, lesen, spazieren auf Deck, essen, Sprachunterricht von unserer spanischen Mitreisenden Nathalia, ruhen, spazieren auf Deck, essen, spielen. schlafen. Die Essenszeiten bestimmen den Rhythmus an Bord.

 

Die einzige Wanduhr hängt im Speisesaal und zeigt uns an welche Stunde geschlagen hat, besser gesagt wieviel Uhr es gerade an Bord ist. Der eine oder andere sitzt schon mal zu früh beim Morgenessen.

 

An den ersten paar Tagen ist das Meer etwas unruhig, jedoch nicht schlimm. Keinem wird übel. Ob es mir so gut geht wegen dem Pflaster hinter dem Ohr kann ich nicht beurteilen, lasse mich jedoch lieber nicht auf Experimente ein.

 

Höhe Marokko sind die Wellen, entgegen der Voraussage des 1. Offiziers immer noch gleich hoch und dazu bläst es einen fast von Bord. Die Aufenthalte ausserhalb sind jeweils nur von kurzer Dauer, zudem hängen die Wolken sehr tief.

 

Solange wir gegen Westen fuhren hatten wir viele andere Schiffe in Sichtweite. Nun seit es gegen Süden vorbei an Spanien, Portugal und Marokko geht ist kein einziges Schiff mehr zu sehen.

 

Unsere drei blinden Passagiere, kleine Vögelchen haben sich bei dem Wind irgendwo versteckt. Möwen begleiteten uns eine Weile, sogar ein Falke macht einen Zwischenhalt auf Deck, erhebt sich jedoch schnell wieder in die Lüfte und ist auf und davon, bevor ich ihn fotografisch festhalten kann.

 

Meeresgetier sehen wir nicht.

 

Heute am sechsten Tag auf dem Meer ist die Luft richtig warm, wellen tut es auch nicht mehr so stark. Wir fahren nun an den Kanarischen Inseln vorbei und sollen hier wieder mal Internet haben. Alle hängen an ihren Smartphones, sowohl die 27 Crewmitglieder, wie auch die 10 Passagiere.

 

Wir können in Begleitung eines Offiziers runter zu unserem Fahrzeug auf Deck 6 um einige vergessene Effekten und Sommerkleider zu holen.

Einige Bilder vom Innerern des Frachters. Unser Leben spielt sich auf Deck 12 und auf dem Brückendeck ab. Sehr einfach zu merken, denn wir haben nur 5 Räume die wir benützen können. Die Kabine, den Esssaal, den Aufenthaltsraum, die Waschküche und den Fitnessraum.

Von einem Moment zum anderen, haben wir die Schlechtwetterfront durchfahren und es wird richtig heiss.

 

Jeder der die Möglichkeit hat stellt sich nach draussen um zu telefonieren, zu chatten oder die Nachrichten abzurufen. Wir mit der Aussenkabine haben das Glück, das Signal auch drinnen empfangen zu können.

 

Ich schicke noch ein paar Fotos, bevor die Verbindung wieder abbricht.

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So

28

Okt

2018

Seerettungsübung

Wir sind bereits im Aermelkanal. Die See ist ruhig und der Himmel bewölkt. Hier haben wir nochmals Internet, welches kommt und geht und kommt und geht........ 

 

Der Kapitän ist ein ganz lieber. Er hat uns gestern zusammen mit dem 1. Offizier vieles erklärt. Unser erster Halt in etwa 10 Tagen wird Conakry in Guinea sein. Er empfiehlt uns, da besser keinen Landgang zu machen. Würden uns von bösen Menschen die Pässe abgenommen, könnten wir nicht mehr zurück an Bord. Sei alles schon passiert. Wir können gerne zu ihm auf die Brücke, aber erst wenn die Biscaya hinter uns liegt.

 

Wir wohnen in unserer Eignerkabine direkt neben ihm. Die anderen Mitreisenden haben Innenkabinen, die restlichen Aussenkabinen sind von Offizieren belegt.

 

Die Uhr auf dem Schiff wird nicht auf Winterzeit umgestellt. Beim Smartphone aber schon. Wir sind beizeiten auf den Beinen und verpassen das Frühstück dann doch beinahe, da unsere Smartphones die englische Zeit ( 2 Stunden zurück) übernommen haben. Es geht jedoch allen gleich und so steht das Frühstück noch auf dem Tisch.

 

Danach gibt es vom Sicherheitsverantwortlichen eine Theoriestunde in Sachen Notfallsituationen, welche mich aber nicht wirklich beruhigt, sondern eher ein mulmiges Gefühl hinterlässt.

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Sa

27

Okt

2018

Erster Tag auf See

Da das Schiff pünktlich um 23.00 Uhr nicht ausläuft, gemäss Alois auch noch nicht um 02.30 Uhr, erwachen wir am ersten Reisetag fast zu spät für das Frühstück und befinden uns bereits ausserhalb von Cuxhaven auf dem weiten Ozean.

 

Das Frühstück gibt es von 07.30 bis 08.30  Mittagessen 12.00     Abendessen 18.00.

 

Heute Abend wird ein Meeting für die Passagiere abgehalten. Da lernen wir vermutlich den Kapitän kennen.

 

Gestern war es auf dem Frachter eine Höllenhitze, heute frieren wir. Der Wellengang ist mässig, absolut erträglich

 

Wir haben Höhe Holland im Moment gerade wieder Internet und so kann ich meinen kleinen Bericht senden.

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Fr

26

Okt

2018

Wann geht es denn endlich los?

Wir sind pünktlich um 10 Uhr am Hafen, geben unsere Papiere ab und dürfen um 11 Uhr rein fahren vor die Grande America, die gar nicht mal so gross ist.

 

Hier stehen wir nun und warten. Nach einer Stunde dürfen wir mit unserem Handgepäck an Bord. Wir beziehen unsere Kabine und werden sofort mit einem Dreigängemenue verwöhnt. 

 

Die Crew besteht aus Italienern, Philipinos und Rumänen.

Die Passagiere kommen aus der Schweiz, Oesterreich Frankreich, Spanien und Slowenien. Insgesamt sind 10 Mitreisende an Bord. Wir Schweizer sind in der Mehrzahl

 

Um 15.00 Uhr werden die Männer nach draussen geschickt um die Fahrzeuge reinzufahren...und kommen unverrichteter Dinge zurück. 

 

Unsere Kabine wird auf allfällige Schäden untersucht. Alois teilt den Männern mit, dass unser Fernseher nicht funktioniert, dieser wird ebenfalls untersucht. Ein neuer Reciver wird gebracht, aber auch dies nützt nichts. Muss wohl so sein.

 

Die Sorge steigt, dass wir ohne die Fahrzeuge losfahren werden. Die stehen nämlich noch draussen, als wir um 18.00 Uhr zum Nachtessen gebeten werden.

 

" Jetzt  bist du nervös und ich nicht mehr." Alois:" Nein bin ich nicht, aber es wäre echt doof ohne Womo in Südamerika anzukommen."

 

Um 20 Uhr dürfen die Männer endlich die Fahrzeuge an Bord fahren. Um 23 Uhr soll der Frachter in Hamburg ablegen.

 

Mein Pflaster gegen Seekrankheit klebt bereits hinter dem Ohr, in der Hoffnung, dass es dann auch was nützen tut, wenn wir irgendwann in die Nordsee fahren.

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Do

25

Okt

2018

Die letzte Nacht in Hamburg

Tschüss Bernd, tschüss gemütliches, ruhiges Wedel.

 

Hallo lautes Hamburg. Der Stellplatz grüner Deich liegt so ziemlich im Zentrum und nahe beim Hafen.

 

Für eine Stadtrundfahrt haben wir weder die Nerven noch die Zeit, müssen wir doch packen, alles seefest verzurren, Reste kochen und essen, Kühlschrank abtauen und uns überlegen was noch alles nach oben in die Kabine kommt. Das freundliche Nachbarspärchen, das auch mit der Grande America fahren wird macht uns nämlich darauf aufmerksam, dass es im Frachtraum an die 50 Grad heiss werden wird und gelagerte Schokolade, Medikamente und ? die Reise da drin nicht so gut überstehen werden.

 

Vielen lieben Dank für die zahlreichen Reisewünsche obwohl nicht alle Beiträge zu unserer (meiner) Beruhigung beitragen. Alois ist wie immer die Ruhe selbst, während meine Hibbeligkeit von Stunde zu Stunde steigt.

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Mi

24

Okt

2018

Nervosität steigt

Letzte Nacht sind die Frachter wieder nach Hamburg reingefahren und die Grande America hat den Hafen von Antwerpen verlassen. Der Frachter lässt sich verfolgen: Position Grande America, eingeben und schon sieht man wo er sich gerade befindet.

 

Heute wird uns vom Grimaldi Lines Agenten mitgeteilt, dass wir uns am Freitag 26.10. um 10.00 Uhr am Hafen einfinden sollen. Die Nervosität steigt.

 

Nochmals Wäsche waschen im Waschsalon. Nochmals Einkäufe tätigen und dann wieder runter an die Elbe, Sonne geniessen und Schiffe gucken, die im Viertelstundentakt an uns vorbeituckern.

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Di

23

Okt

2018

Sturmflut

Später stellt sich dann noch ein anderes Womo auf den grossen Parkplatz neben der Elbe in Wedel
Später stellt sich dann noch ein anderes Womo auf den grossen Parkplatz neben der Elbe in Wedel

Heute gibt es Sturm, Regen und in Hamburg sogar eine kleine Sturmflut, mit Ueberflutung des Fischmarktes. Den ganzen Tag laufen die Unwetterwarnungen im Radio.

 

Der Fährbetrieb über die Elbe wird eingestellt. Die Brücken sind zum Teil für grosse Fahrzeuge gesperrt.

 

Auf meine telefonische Anfrage bei Grimaldi Lines heisst es, dass die Grande America wahrscheinlich nicht fristgerecht in Hamburg anlanden kann und sich unsere Abfahrt vermutlich um 2 Tage nach hinten verschieben wird. Ich solle mich morgen nochmal telefonisch erkundigen.

 

Ist uns allemal lieber, denn die Vorstellung bei solchem Wetter irgendwo draussen auf dem Meer rumzuschaukeln ist nicht sehr erbaulich. Wir erinnern uns an Franz mahnende Worte:" Fährt ja nicht zu spät im Jahr los, die Herbststürme haben es in sich."

 

Wir verbringen den Tag in guter Entfernung zu den Bäumen, im warmen Womo und lassen das Sturmgebrus über uns ergehen.

 

Abends machen wir mit Bernd die Gegend unsicher.

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Mo

22

Okt

2018

Langeweile kommt nicht auf

Am Morgen scheint erstaunerlicherweise und entgegen der Wetterprognosen die Sonne. Wir reklamieren nicht.

 

Alois hat im Internet ein Geschäft aufgetan, das Elektro-Tretroller anbietet. Wir werden von Alexander von Walde  sehr kompetent beraten, können verschiedene Roller ausprobieren und entscheiden uns schliesslich für zwei! Elektro-Roller von Segway. Er nimmt uns unseren gestern Erworbenen an Zahlung und so haben unsere neuen Klappbaren Platz in der Garage. Wir haben nun genug Geld ausgegeben und freuen uns auf die Frachterzeit, wo das Geldausgeben wohl schwieriger sein wird.

 

Beim nachherigen Versuch die Autotüren wie immer per Funk zu öffnen, versagt unser Schlüssel. Kein Problem, dank google maps peilen wir die nächste Fiatgarage an. Dort wird die Batterie gewechselt und siehe da.............. es funktioniert immer noch nicht. Er könne einen Neuen bestellen, Kostenpunkt um die 300 Euro. Wir freunden uns mit dem Gedanken an, das Auto für die nächsten zwei Jahre ganz konventionell zu öffnen und verabschieden uns.

 

Nun aber auf nach Wedel zur Schiffsbegrüssungsanlage Willkomm-Höft, wo wir Bernd treffen, den wir vor Jahren in Marokko kennengelernt haben. Er wohnt hier ganz in der Nähe und freut sich genau so wir, dass wir uns vor unserer Abreise noch mal sehen. Seit unserem letzten Treffen ist einige Zeit vergangen und der Gesprächsstoff geht uns nicht aus. 

 

Später stellen wir uns auf einen grossen Parkplatz direkt an der Elbe.

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So

21

Okt

2018

Wieder per Rad unterwegs

Während ich mit den Schafen am wieder zurückgekehrten Meer meinen Morgenkaffee trinke ist Alois im Internet auf der Suche nach Tretrollern, denn ganz ohne Zweiräder geht es für uns denn doch nicht.

 

Bei Ebay wird er fündig und zwei Stunden später können wir das gebrauchte Ding für 75 Euro in Heide abholen. Ich:" Dieser Tretroller ist nicht klappbar und passt daher nicht ins Womo." Alois:" Aber es ist belastbar und die Garage wird entsprechend angepasst." 

 

Nach verschiedenen angefahrenen Parkplätzen finden wir erst in Glückstadt einen uns genehmen Stellplatz mit Elbesicht. Für 10 Euro dürfen wir uns da " Wegen Hochwassergefahr auf eigene Gefahr" hinstellen. 

 

Der Tretroller wird auf Herz und Nieren getestet. Das liebevoll von Alois gebastelte Gestell muss raus aus der Garage und die Effekten werden anders geordnet. Das Ding ist jetzt gut verstaut. " Wo soll denn der Zweite hin?" " Du hast ja gesagt, dass du einen klappbaren willst und der hat allemal noch Platz, ansonsten schaffen wir Platz."

 

Die Sonne zeigt sich heute nur für 10 Minuten, die Temperaturen sind entsprechend.

 

Also setzen wir uns im Hafenkaffee neben den Ofen, studieren die Wetterkarte, stellen fest, dass es morgen regnen und ab Dienstag stürmisch werden soll. " Wieso gerade jetzt, wo wir doch am Donnerstag mit dem Frachter in See stechen wollen?" 

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Sa

20

Okt

2018

Nordfriesland

Früh fahren wir los und früh sind wir in Nordfriesland. Zum ersten Mal und schwer beeindruckt.

 

In St.Peter Ording halten wir uns nicht im Ort auf. Wir fahren runter an den Deich, löhnen 10 Euro, inkl. Kurtaxe und parken direkt am Strand. Dies darf man jedoch nur tagsüber.

 

Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit, sind wir froh über unsere Winterjacken, denn der kalte Wind bläst gewaltig.

 

Je schneller wir dem Meer entgegen eilen, desto schneller zieht es sich zurück, irgendwann wird der Sand matschig und wir kehren um, setzen uns in den Windschatten des Womos und geniessen die gesunde Luft.

 

Später, wie gesagt darf man hier nicht übernachten, fahren wir ein gutes Stück Richtung Süden wo wir uns auf einen ruhigen, absolut windstillen Parkplatz hinter dem Deich für die Nacht einrichten.  

 

Für einmal Bilder ohne Worte.

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