Aktuelles

Do

16

Mai

2019

Beim Autoelektriker

Viktor dessen Vater als 11-jähriger zwischen den Weltkriegen aus der Krim hier eingewanderte, erzählt uns viel von der Geschichte, der Kultur und der derzeitigen politischen Lage Paraguays und insbesondere des Chacos. 

 

Er war es auch, der damals das Wohnmobil, des seit nunmehr einem Jahr vermissten Oesterreichers, im Busch entdeckte. Immer wieder tauchen neue Gerüchte um dessen Verschwinden auf. Das Wohnmobil steht beim hiesigen Polizeiposten.

 

Nun sind die Feiertage, an denen das Leben in Filadelfia still zu stehen schien, vorbei. 

 

Wir können das Victron-Ladegerät beim Händler, der alle Geräte aus Deutschland importiert, abholen und gleich beim Autoelektriker einbauen lassen. Das Laden mit Landstrom funktioniert jetzt wieder. Super und schnelle Arbeit.

 

Im Gespräch kommen wir darauf, dass er ebenfalls Klimaanlagen, Solarpanels und Batterien einbaut. So lassen wir uns von ihm ausrechnen, was es denn brauchen täte, damit wir eine Klimaanlage betreiben könnten. Ist das möglich und preislich für uns tragbar würden wir noch einige Zeit in der Gegend bleiben.

 

Alois meint:" Würde ich mich in Paraguay niederlassen, dann in dieser Region, hier spricht man nicht nur überall Deutsch, hier bekommt man auch wirklich alles was man braucht und das erst noch aus Europa und die Menschen sind zuverlässig und kompetent. Einziger Nachtteil, man ist hunderte Kilometer von der nächsten grösseren Stadt entfernt und die Strassen, na ja." Ich:" Und die politische Lage, mit dem immer stärker aufkeimenden Rassismus, einerseits gegen die wirtschaftlich erfolgreichen Eingewanderten und andererseits gegen die indigene Bevölkerung, spricht auch nicht gerade für Paraguay."

Wobei wir selber bis anhin nichts davon gespürt haben, aber das merke man auch erst, wenn man hier lebe, hat uns ein in Concepcion ansässiger Deutscher erklärt.

 

So geniessen wir als Touristen halt einfach das schöne Wetter, die Wärme und die netten Menschen, ändern können wir ja doch nichts.

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Di

14

Mai

2019

Filadelfia

 

Etwa 15'000 Mennoniten leben im Chaco. Laut eigener Geschichtsschreibung wurden 1927 die ersten Mennoniten aus Kanada eingeladen, sich in diesem Land, das sie als üppig grün erachteten, niederzulassen und es zu bewirtschaften. Im Gegezug bekamen sie ihre Grundrechte zugesagt. Religionsfreiheit, Befreiung vom Militärdienst, eine unabhängige Verwaltung ihrer Gemeinden und das Recht Deutsch zu sprechen. Die harte Realität im unwirtlichen, trockenen Chaco war jedoch ein Schock für sie und ein grosser Teil der ursprünglichen Siedler erlag Krankheiten, Hunger und Durst, während sie versuchten hier Fuss zu fassen.

 

Auch anderswo in Paraguay findet man Mennoniten-Gemeinden, aber die Kolonien im Cnaco sind für ihre Ausdauer, die sie in der "grünen Hölle" an den Tag legen, ebenso bekannt wie für ihren wirtschaftlichen Erfolg. So produzieren ihre Kooperativen u.a. den Grossteil der Milchprodukte im Lande.

 

Die letzten 60 km bis Filadelfia, das 1930 von Mennonitischen Flüchtlingen aus der Sowjetunion gegründet wurde, legen wir schnell und auf recht guter Strasse zurück.

Aber auch hier ist jede Strasse, die von der Hauptstrasse abgeht, eine Erdpiste.

 

Wir können uns beim schönen Hotel Florida direkt an den Swimmingpool stellen.

 

Alois bestellt beim hier ansässigen Deutschen Solartechnikunternehmen ein Ladegerät, damit wir unsere Batterien wieder mit Landstrom speisen können. Heute und morgen sind hier zwei Feiertage und so vereinbaren wir einen Termin für Donnerstag. 

 

Ich kann mal wieder alle verpassten Fernsehsendungen schauen, da es hier sehr gutes W-Lan gibt.

 

Auch erreicht uns die freudige Nachricht, dass Alois 5.Enkelkind das Licht der Welt erblickt hat. Wir gratulieren den frischgebackenen Eltern Heidi und Mirco zu ihrer süssen Lyn.

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Mo

13

Mai

2019

Tschüss Concepcion

Die Engel haben heute aufgehört Wasser vom Himmel zu schütten
Die Engel haben heute aufgehört Wasser vom Himmel zu schütten

Es ist zwar schön hier im Hostel von Manuel, abends ertönen per Lautsprecher jeweils eine Stunde lang aus dem Lautsprecher der nahen Kirche richtig schöne Kirchenlieder, die  Weihnachtslieder ähneln, aber der Hund unserer Nachbarn, den wir hinter der hohen Mauer nie zu Gesicht bekommen, bellt Tag und Nacht ununterbrochen. Wir wundern uns, dass der noch nicht heiser ist, das ist wirklich kaum zu aushalten.

 

Das Wetter klart auf und so wagen wir es in den Chaco einzufahren. Mal sehen wie weit wir kommen. Drückt uns die Daumen, dass wir Filadelfia erreichen.

Ueber die Brücke fahren wir auf der Ruta 5 die nächsten 150 km rein in den Chaco und dann weitere 150 km auf der Ruta 9, des sogenannten Trans-Chaco, der Hauptverbindungsstrasse zwischen Paraguay und Bolivien.

 

Der Chaco umfasst 60% von Paraguay, aber nur gerade 6% der Bevölkerung des ganzen Landes lebt hier.

 

Ich erwarte viele Tiere zu sehen, denn hier in diesem Gebiet soll es die grösste Artenvielfalt in Paraguay geben. " Wo sind sie denn?" " Die sind irgendwo im Wald, kannst ja eine kleine Expedition machen." " Alles Wasser, das geht ja gar nicht." Kühe, Ziegen, Hunde und viele, viele Vögel gibt es entlang und auf der Strasse.

 

Was wir aber vorallem zu sehen bekommen sind Häuser und Autos die im Wasser stehen Zufahrtswege die jetzt Bäche sind und Menschen, die ihr Hab und Gut so gut wie möglich ins Trockene retten und sich Befehlsunterkünfte bauen. " Wieso bauen die ihre Häuser nicht auf Stelzen? Hier im Sumpfgebiet ist das ja ein jährlich wiederkehrendes Phänomen."

 

Die Strasse ist fast durchgehend befestigt. Dazwischen ein paar Stücke Lehm und oftmals sehr kaputt, so dass die Auto Walzer tanzen.  Neben die Strasse darf man gar nicht erst kommen, sonst bleibt man unweigerlich stecken. Aber wir kommen recht gut durch, nur an zwei Stellen ist es brenzlig. Wir sind mal wieder sehr froh um die grosse Bodenfreiheit unseres Womos.

 

Gegen 17.00 Uhr wird's dunkel und wir finden eine Tankstelle, die nicht überflutet ist und stellen uns da für die Nacht auf festen Boden. Sobald es Nacht ist, nimmt der Lastwagenverkehr merklich ab und es kehrt Ruhe ein.

 

Alois ist ziemlich kaputt vom konzentrierten Fahren, denn nicht eine Sekunde darf man den Blick von der Strasse wenden.

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Sa

11

Mai

2019

Bei Miguel

Am Morgen stellen wir unser Womo neben die Werkstatt von Miguel und sofort machen sich die Männer ans Werk.

 

Wir durchstreifen derweil das Städtchen, entdecken ein paar schöne Ecken, machen Bekanntschaft mit einem vor 9 Jahren wegen der Liebe eingewanderten Deutschen, der am Platz ein kleines Restaurant mit leckeren Mittagsmenues betreibt. 

 

Sorgen machen wir uns, als wir im Internet die Bilder der riesigen Ueberschwemmungen in Asuncion und südlich davon sehen. Ganze Strassenzüge haben sich in Flüsse verwandelt, die Autos sind aufeinander gestapelt und ineinander verkeilt, auf dem Lande sehen Dörfer wie Inseln aus. Es gibt in diesem Gebiet kein Durchkommen mehr. Wir sind zwar nördlich davon, aber wollen durch den Chaco nach Bolivien, Ob das wohl gutgeht?

 

Gegen Abend ist das Womo wie neu. Super Arbeit hat Miguel mit seiner Crew geleistet. Uebernachten tun wir gleich vor der Werkstatt, sind wir doch zum Grillplausch eingeladen. Vielen herzlichen Dank Fabiana und Miguel für eure Gastfreundschaft, ihr seid ein tolles Paar.

 

Der Regen ist nun auch in Concepcion eingetroffen und wir stellen uns bei einem kleinen Hostel in den Garten um dort auf besseres Wetter zu warten. Die Temperaturen sind mit dem Regen auf angenehme 22 Grad gesunken und das Schwitzen hat ein Ende.

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Do

09

Mai

2019

Concepcion

Ich möchte gerne noch etwas mehr von Paraguay sehen, also fahren wir zuerst 60 km zurück nach Westen, bevor wir 300 nach Norden fahren um dann schliesslich 110 km  später Richtung Südwesten in Concepcion am Rio Paraguay einzutreffen. Das Maps me gibt uns zwar eine viel kürzere Strecke vor, aber bei unseren gemachten Erfahrungen mit den Pisten nehmen wir gerne den längeren Weg über die Nationalstrassen in Kauf. Nach zwei Tankstellenübernachtungen, es dunkelt bereits um 17.00 Uhr und der Weg ist lang und nicht gerade abwechslungsreich, erreichen wir am Vormittag Concepcion, wo wir uns beim Hotel Frances in den geschlossenen Hinterhof stellen.

 

Viel Kopfsteinpflaster, viele Kolonialhäuser, viele Banken und noch mehr Hitze erwarten uns hier im beschaulichen Concepcion. Wären da nicht die Autos und die modernen Plakattafeln würde man sich tatsächlich in ein anderes Jahrhundert zurück versetzt fühlen.

 

Der kleine Hafen am Rio Paraguay ist schnell besichtigt, wir haben Glück und können einem Schiff bei der Abfahrt zusehen.

 

Danach fahren wir mit einem überteuerten Taxi, haben vorher nicht den Preis nachgefragt ins Zentrum auf den sehr ursprünglichen Markt. Als Touristen fallen wir gar nicht auf, wir sind wohl die einzigen Fremden in der Ortschaft.   

 

Auf dem Marsch zurück ins Hotel wird Alois in einer Karrosseriewerkstatt auf einen alten VW-Käfer aufmerksam, so kommen wir ins Gespräch dem freundlichen Chef, der ebenfalls ein Motorradfahrer ist. Er zeigt uns seine Oldtimer die er restauriert und dann auch noch sein kleines privates Museum in dem er Mitgebrachtes von seinen Töffreisen aufbewahrt.     

Wir bringen ihm eines unserer kleinen Schweizer Taschenmesser für seine Sammlung vorbei und vereinbaren gleich für Morgen einen Termin, damit er unsere verschiedenen Schäden, verursacht durch Pistensteine und anderes Ungemach am Kunsttof-Hinterteil unseres Womo wieder in Ordnung bringen kann.

 

Uebrigens ist in Sachen Strom, nach wie vor der Wurm drin, ist doch gestern bei Inbetriebnahme des Toasters mittels Wechselrichter, das Licht im Womo ausgegangen. Zwar hat dieses nachher wieder funktioniert, aber den Toaster lassen wir bis auf Weiteres aussen vor.

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Di

07

Mai

2019

Kultur

Heute wenden wir uns zuerst gegen Süden, wollen wir uns doch in Yaguaron eine der schönst gestalteten Kirchen ansehen.

 

Von aussen macht sie nicht soviel her. Rein können wir nicht es ist alles geschlossen. Ich frage auf der Gemeinde nach. "Ja sie ist jetzt zu". " So schade, wir kommen extra von der Schweiz um uns die schönste Kirche Südamerikas anzusehen."

 

Als wir bereits am Wegfahren sind, gehn plötzlich rundum alle Türen auf und wir können eintreten. Der Mesmer macht das Licht an und erklärt uns dessen Entstehung und jeden einzelnen Heiligen. Ein Portugiese hat das Kircheninnere entworfen und die Guaranies haben sie unter Anleitung der Franziskaner von Hand in Holz geschnitzt. Wirklich sehenswert diese schmuckvoll gestaltete Kirche aus dem 18.Jhrd. Leider zeigt er uns den Mechachnismus, mit dem sich der Altar öffnen lässt und die Guaranies jeweils in Erstaunen versetzt hat, nicht. 

 

Weiter geht es über hübsche kleine Dörfer nach Caacupé. Dort steht das Gegenstück zum Vatikan. Jedes Jahr am 8. Dezember pilgern über 300'000 Menschen hierher um der heiligen Jungfrau Maria zu huldigen und ihren Beistand zu erbitten. Sie versammeln sich auf dem Platz und nehmen an der spektakulären Prozession im Lichterschein teil.

 

Jetzt sind nur wenige Gläubige hier, welche sich am Eingang den Segen von einem Priester geben lassen. Ich schleiche mich an ihm vorbei.

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Mo

06

Mai

2019

Asuncion

Wir finden Fiat, obwohl das Navi nicht mal Asuncion findet und unser Internet nicht mehr funktioniert, nach mehrmaligem Nachfragen doch noch.

 

Die Nummer 1 in Paraguay, ist sehr freundlich und hilfsbereit, die Ankunft unseres Ersatzzündschlüssels würde Express aus Italien ca. 2 Wochen dauern, was uns zu lange dauert, sie haben auch unsere Bremsbeläge nicht, mechen jedoch unsere Mitgebrachten ein.

 

Währenddessen fahren wir mit einem Taxi ins Zentrum und schauen uns in der etwas heruntergekommenen Hauptstadt um.

 

Wir betrachten uns Häuser aus der Kolonialzeit, zwischen modernen Bauten und riesigen Hochhäusern, die wohl ebenfalls dem Verfall preisgegeben sind. Immer mal wieder eine kleine von der Polizei begleitete Demonstration, wahrscheinlich geht es unter anderem um die Erhöhung der Dieselpreise, wer kann es sagen. Vieles ist beflaggt, vorallem wenn es sich um ein Ministerium oder ein Hotel handelt, wie wenn man den Verfall verstecken wollte. Riesige Wandmalereien mit indigenen Motiven zieren die kahlen, schmutzigen Wände. Dazwischen immer wieder schöne Parkanlagen mit viel Grünzeug und Statuen. 

 

Der Prädidentenpalast strahlt in seiner ganzen Pracht oberhalb des Rio Paraquay. Den überall sichtbaren schwer bewaffneten Sicherheitskräften und Militärautos gemäss, muss er wohl anwesend sein.

 

Die Menschen sind sehr freundlich, wir geniessen im absolut nicht touristischen Asuncion die paar Stunden im Gewimmel. Alois wird immer mal wieder von Strassenverkäufern angesprochen und unterhält sich angeregt mit ihnen. 

 

Zurück bei Fiat können wir unser Fahrzeug und unsere alten Bremsbeläge, die noch nicht ganz verbraucht sind, obwohl sie Pfeifgeräusche von sich gegeben haben, wieder in Empfang nehmen.

 

Wir fahren diesmal zum südlichen Westfalienhaus, wo wir uns auf den mit einem Tor verschlossenen Hof stellen. Wir haben Zugang zum Pool, für einmal sehr schnelles W-Lan und geniessen zum zweiten Mal nacheinander Gulasch mit Spätzle und einen Radler. Was will man mehr. Höchstens Sonne vielleicht, es schauert immer mal wieder und die Luft dampft bei dieser Wärme.

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So

05

Mai

2019

Ruhetage

Das Volk der Guarani kennt viele schillernde mythologische Figuren, doch keine scheint so real wie der Pombero zu sein. Der kleine Wicht soll klein gewachsen, muskulös und behaart sein. Da er nur nachts auftaucht, will er auch nur als Karai Pyhare ( Herr der Nacht) bezeichnet werden. Ob merkwürdige Geräusche, verschwundene Gegenstände  Missgeschicke oder sonstiges Ungemach, für alles wird er verantwortlich gemacht.

 

Vielleicht hat sich also der Pombero unserer angenommen, da wir es versäumt haben ihm Gaben in Form von Zigaretten oder Rum am Strassenrand zu deponieren.

Trotzdem sind wir und das Womo wieder fast fit.

 

Wir haben, so wie es aussieht, die letzten 5 Monate lediglich von der Starterbatterie Strom bezogen. Wolfgang hat die Ueberbrückung entfernt und jetzt fliesst der Strom wieder aus den Wohnraumbatterien. Lediglich mit Landstrom lassen sich die Wohnraumbatterien nicht laden, was wir nicht bemerken konnten, hingen wir doch praktisch nie am Landstrom. Aber wir haben ja noch den Ladebooster und die Solarpanels. Jetzt müssen wir nur noch schauen, dass wir ein neues internes Ladegerät kriegen, dann funktioniert wahrscheinlich, hoffentlich wieder so ziemlich alles.

 

Nach einem Markttag in San Bernardino, auch da wird überall Deutsch gesprochen, wie in der ganzen Region, fahren wir bei schönstem Sonnenschein nach Asuncion.

 

Asuncion war ab dem Jahr 1537 für fast ein halbes Jahrhundert die Hauptstadt von ganz Südamerika.  Paraguay ist dreimal so gross wie die Schweiz mit 7 Mio Einwohnern. Nur wenige Touristen „verirren“ sich in dieses zentral gelegene Land, da es keine spektakulären Attraktionen zu bieten hat, dafür gibt es um so mehr Einwanderer, ergo muss doch etwas dran sein an diesem Paraguay.  

 

Wir stellen uns am Rande der Hauptstadt zum Hotel Westfalia, wo wir wieder mal Spätzle und Ragout essen, bevor wir uns unter den Bäumen in den Schatten legen und warten bis es endlich etwas abkühlt. Von der Stadt haben wir erst die Hochhäuser gesehen, mal sehen ob wir morgen mehr zu Gesicht bekommen.

 

Da wir seit ein paar Tagen unser Internetguthaben aufgebraucht haben und nun totaaaaaal laaaaangsames Netz haben, bin ich nicht mehr so fleissig am Schreiben. Aber bald ist es wieder besser, hoffen wir wenigstens.

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Di

30

Apr

2019

Hasta la Pasta

Nach „em Räge schiint d’Sunne“ dauert er auch 3 lange Tage an. 

 

Heute kann ich bei Sonnenschein ein paar Fotos von der wunderschönen Anlage machen. Habe das an unserem Ankunftstag, vor lauter baden im Pool, glatt versäumt.

 

Der gut in Schuss gehaltene Campingplatz mit dazugehörigen Cabanas ist übrigens aus gesundheitlichen Gründen Renes, zum Verkauf ausgeschrieben. Mache da gleich mal ein bisschen Werbung.

  

Alois Hexenschuss verabschiedet sich Dank der Therapie von Ute und den Medikamenten allmählich und er bewegt sich zwar noch nicht " comme il faut", aber doch wieder etwas besser.

Die Wäsche kann an der Sonne endlich langsam trocknen.

 

Die Luftfeuchtigkeit ist auch ohne Regen noch ziemlich hoch. Um die Feuchtigkeit aus dem Womo zu kriegen, setzen wir die Standheizung in Betrieb, die genau eine Runde läuft, beim zweiten Mal will sie nicht mehr anspringen. Alois:" Jetzt ist die auch noch im A...." 

 

Wolfgang unser Nachbar meint:" Das liegt nicht an der Standheizung, eure Starterbatterie ist leer." Komisch, die ist doch erst zwei Jahre alt und hat uns noch nie Probleme gemacht."  Aber es stimmt tatsächlich. Wolfgang hat ein Ladegerät dabei, das er sogleich an die Batterie hängt.

 

Danach schaut er sich unsere Elektroanlage an, stellt fest, dass die Solarpanels auf dem Dach Strom in die Batterien speisen (so denn die Sonne scheint), das wird auf dem Kontrollgerät einfach nicht angezeigt und der Landstrom an dem wir nach langer Zeit mal wieder hängen zwar den Camper versorgt, jedoch die Batterien nicht lädt. Das interne Ladegerät, welches wir vor gut einem Jahr in Mailand ersetzen liessen, ist kaputt. Alois : " Jetzt habe ich strommässig wieder einiges dazu gelernt."

 

Abends lassen wir uns von Marion ein feines Schweizer Fondue zubereiten.

Nach einem sonnigen Tag, grollt der bedeckte Himmel und schlieslich setzt auch der Regen wieder ein. Jetzt wissen wir warum in Paraguay alles so schön grün ist. René meinte zwar, dass es über Wochen nicht geregnet hat und dieser gut für die Natur sei. Dann sind wir halt, wie schon so oft, die Regenbringer und müssten eigentlich Geld für unsere Anwesenheit kassieren. Die Temperaturen betragen um die 20 Grad, was uns im Moment echt kalt vorkommt.

 

Zu allem Ueberfluss fühle ich mich auch noch grippig. Dabei wäre es hier bei schönem Wetter und guter körperlicher Verfassung wirklich toll. Vielleicht sind wir beide von den vielen in so kurzer Zeit gemachten Eindrücken, einfach etwas erschöpft. Also ist auch für die nächsten Tage ruhen und entspannen angesagt.

 

Beim Durchstöbern des Dschungels hinter dem Stellplatz, entdecke ich verschiedene Vögel und sogar in den Baumkronen herumturnende Affen. Leider wollen diese partout nicht fotografisch festgehalten werden, genau wie die Tukane und die vogelgrossen blauen Schmetterlinge.

 

Abends zeigt sich die Sonne. Ob sie uns nur ärgern will, wird sich Morgen zeigen.

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Fr

26

Apr

2019

Quer durch Paraguay

Wir möchten Renate und Bruno besuchen, die wir wir auf unserer ersten Reise als Nomaden, in Marokko kennengelernt haben. Sie waren 18 Jahre mit dem MAN unterwegs, bevor sie sich vor zwei Jahren in Paragay sesshaft gemacht haben. Wir freuen uns sie wieder und ihr neues Zuhause erstmals zu sehen. Das Wetter hält und so ist ihre Zufahrt, die bei Nässe unpassierbar ist, befahrbar.

 

Zuerst wechseln wir in einer Bank Geld und sind somit auf einen Schlag mehrfache Millionäre. An einer LPG Tanke, die es in Paraguay zu Hauf gibt, wird unsere Gasflasche gefüllt, dann geht es zum Schweizer Käser, wo uns die freundliche Verkäuferin veritablen schweizer Käse verkauft.

 

Die berüchtigten Polizeikontrollen mit den mutmasslich geldgierigen Beamten, passieren wir völlig unangefochten, sie winken uns freundlich durch, sofern sie überhaupt den Blick von ihren Smartphones heben.

 

Leider leitet uns unser Navi auf dem kürzesten Weg nach Planta Urbana. Das  bedeutet 30 km übelste Piste. Umkehren geht irgendwann nicht mehr und so bangen wir, ob wir aus diesem Schlammassel je wieder heil rauskommen. Nach dem Prinzip „ Augen zu und durch“, erreichen wir schliesslich ziemlich geschafft unser Ziel bei völliger Dunkelheit, wo uns Bruno am Zaun begrüsst. Alois:“ So was mache ich nie mehr.“

 

Nach einem informativen Abend über Paraguay im Besonderen ( Es gibt im ganzen Land lediglich 5% asphaltierte Strassen) und Südamerika im Allgemeinen, fallen wir todmüde ins Bett und träumen von umgekippten und im Schlamm für immer und ewig steckengebliebenen Wohnmobilen.

 

Am Morgen möchten wir mit Bruno eine Besichtung über das wunderschöne und gepflegte Anwesen machen, doch Alois wird beim Ankleiden von der Hexe geschossen und so machen wir uns schnellstmöglichst, bevor der zu erwartende Regen eintrifft und die Schmerzen Alois komplett bewegungsunfähig  machen, nach der Einnahme von starken Medikamenten, auf den Weg ins „Hasta la Pasta“ in Altos bei San Bernardino.

 

Im Vorbeifahren decken wir uns in Planta Urbana bei " Willy" mit deutscher Wurst, Fleischkäse und Aufschnitt ein. Ich:“ Würde ich hier leben, würde ich nie und nimmer Spanisch lernen.“ Ueberall ob auf der Strasse oder in den Geschäften wird nämlich Deutsch gesprochen.

Wieder passieren wir etliche Polizeikontrollen, ohne deren Interesse auf uns zu ziehen und werden schliesslich auf dem von René und Marion geführten Wohnmobilstellplatz aufs Herzlichste Willkommen geheissen.

 

Alois bekommt von Ute, die, was für ein Glück, seit einigen Monaten mit ihrem Mann in einer Cabana im „ Hasta la Pasta“ lebt, die erste Rücken-Therapiestunde.

 

Das Bad im Pool, auf das ich mich bereits den ganzen Tag gefreut habe ist herrlich. 

 

Den Abend verbringen wir mit den anderen Reisenden und den Stellplatzbesitzern bei noch fast wolkenlosem Himmel in lustiger Runde mit Gitarrenmusik und Gesprächen.

 

In der Nacht beginnt es zu regnen und dieser hält mit kurzen Unterbrüchen den ganzen nächsten und übernächsten Tag an.

 

Das im Campinglädeli erstandene "Chörnlibrot" macht das Frühstück, zu einem schon lange nicht mehr erlebten, absoluten Genuss. 

 

Alois hofft Dank der starken Medikamente und den Therapiestunden auf baldige Besserung.

 

Leider spinnt mein Surface, es lässt sich einfach nicht über das platzeigene W-Lan einloggen, und unser Vodafon kommt und vorallem geht es immer wieder. Also mal wieder langsam, langsam und Geduld und Geduld.

 

Aber hier haben wir ja nun genügend Zeit, denn die Luft ist draussen und wir brauchen nicht zuletzt Alois Rücken wegen eine Reisepause und wo kann man die besser machen als im " Hasta la Pasta".

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