Aktuelles

Di

15

Okt

2019

Plan B endet abrupt

In Naszca wenden wir uns nach Osten. Wir wollen über die Transoceanica nach Brasilien. So weit so schön. Die Damen tragen wieder ihre Tracht und wir erspähen Lamas und Vicunas. 

 

Kurz fahren wir auf über 4000 m durch einen Nationalplark, dann ziemlich gleichbleibend auf 3500m.

 

Da es bereits anfängt zu dunkeln beratschlagen wir am Seitenstreifen nach 140 km Kurvenfahrt durch die Bergwelt, wo wir denn nun nächtigen wollen. Wir werden uns schnelll einig wollen ins nächste Dorf. Alois startet das Auto, aber der Motor nimmt kein Gas an, wir kommen nicht vom Fleck. Das Motorstörungszeichen leuchtet nicht auf, liegt es einfach an der Höhe oder am Ende am Vollmond?

 

Nach mehrmaligen Versuchen beenden wir die Uebung und richten uns notgedrungen an Ort und Stelle, irgendwo im Nirgendwo zum Schlafen ein.

 

Die Nacht ist natürlich nicht so entspannt, nicht nur weil uns der Kopf von der Höhe brummt und ich bereits um Mitternacht wieder hellwach bin.

 

Am  Morgen kommt der Motor nach dreimaligem Versuch voll auf Touren. Weiterfahren getrauen wir uns nicht, liegt doch auch Cusco auf fast 3500 m und bis dahin sind es noch an die 500 km immer auf der Höhe, wer soll uns da helfen wenn wir nicht weiterkommen? Wir drehen also um und fahren die 140 km auf schnellstem Wege und ohne Probleme zurück nach Nazca.

 

Froh wieder auf 500 m.ü.M zu sein und nochmals mit einem blauen Auge davongekommen zu sein stellen wir uns auf einen Hotelcampingplatz. Die Höhe ist einfach nichts für unser Europäisches Auto und auch nichts für uns, ist doch der Druck im Kopf nach kurzer Zeit weg.

 

In Ecuador soll es nach der Rücknahme des Treibstoffdekretes wieder ruhig sein. Die Frage ist nur für wie lange? Wir überlegen hin und her und kommen schlussendlich zum Ergebnis, dass wir auf Plan A zurückkommen und nochmals einen Anlauf nach Norden nehmen. Die Strecke kennen wir ja unterdessen bestens.

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So

13

Okt

2019

Oase Huacachina

Jetzt haben wir dank unserer Rückkehr duch Peru, die Möglichkeit die Oase Huacachina zu besuchen.

 

Der Legende nach hat hier eine junge Frau bittere Tränen über den Tod ihres Geliebten vergossen. So hat sich die Lagune mit Palmen inmitten von 300m hohen Dünen gebildet. Die Götter machten dann einen heiligen Ort daraus. Die Oase hat sogar den Weg auf eine frühere 50 Sol Note gefunden und Peru hat den Ort zum Kuturerbe erhoben.

 

 

Die vorwiegend jungen Leute erklettern die Dünen, machen Sandboarding, lassen sich von Strandbuggys durch die Dünen rasend, chauffieren und chillen an den zahlreichen Pools in den Hotelanlagen. Die Indianer vergnügen sich vorwiegend im anscheinend gesunden Wasser der Lagune. Ohne Zuführung durch Wasserleitungen wäre der See, wegen des Wasserverbrauchs drumherum heute ausgetrocknet.

 

Wir stellen uns gut geschützt hinter Bastwände auf den kleinen Ecocamp und beobachten danach das Geschehen in den Dünen um den kleinen See.

 

Trotz allem geniessen wir die Atmosphäre und den Komfort des irgendwie fehl am Platz wirkenden Ortes mit den vielen jungen Europäern.

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Sa

12

Okt

2019

Cerro Azul

Fast alles Autobahn und Wüste mit herrlichen Dünen und vielfarbigem Gestein. Wäre das Licht besser, noch viel schöner.

 

Unterbrochen sind die nächsten 400 km lediglich von wenigen Oasentälern, armseligen Siedlungen mitten in der Wüste und ein paar kleinen Städten.

 

In Barranca stellen wir uns für die Nacht auf den schönen Aussichtspunkt, wo sich auch verschiedene Liebespärchen einfinden um die romantische Stimmung zu geniessen.

 

Per mail bekomme ich von den vielgereisten Liliane und Emil den Hinweis, dass mein anhaltender Durchfall auch von Amöben herrühren könnte, echt gruselig. Im Medizentrum bekomme ich Medikamente gegen Parasiten, Antibiotika und Darmaufbaupräparate. 

 

Eigentlich wollten wir ja am Sonntag  Vormittag Lima passieren, doch leider finden wir keine passende uns sicher erscheinende Stellplatzmöglichkeit und so fahren wir am Samstagnachmittag durch die Metropole. Bis wir nach zwei Stunden durch sind ist es bereits dunkel. Nach weiteren 100 km verbringen wir, im uns wohlbekannten Cerro Azul, eine ruhige Nacht am Strand.

 

Für die 1400 km ab der Grenze haben wir insgesamt 30 Euro bezahlt. Allein durch Lima gab es 3 Mautstellen. Peru ist strassenzollmässig echt ein Spitzenreiter in Südamerika. Wir fragen uns, wie denn das die Peruaner machen, bei ihrem geringen Einkommen. 

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Do

10

Okt

2019

Tortugas

Die Panamericana verlassen wir für die nächsten 755 km, die wir in zwei Tagen zurücklegen nicht. Felder mit Zuckerrohr, Bananen, Ananas, Hanf, Artischocken und vielem mehr, wechseln sich ab mit viel Wüste und Wind vom Pazifik.

 

Diesmal sehen wir sogar den schönen Teil von Chiclayo. Nur parken, damit wir uns näher umsehen können ist nicht. Im Schritttempo, oftmals 3 - 4 spurig, wo eigentlich lediglich 2 Spuren wären wird mal wieder wild hupend um jeden Zentimeter gekämpft. Wir sind auf jeden Fall froh die Stadt unbeschadet hinter uns zu haben mit freier Fahrt voraus.

 

In Tortugas, einem zur Zeit sehr beschaulichen Fischerdorf, das in einer fast geschlossenen Bucht liegt können wir uns direkt an der Promenade an den schwarzen Kieselstrand stellen. In der Saison Januar bis März soll das ganz anders sein.

 

Wir geniessen die Ruhe und freuen uns über die weissen Häuser, die fast ein bisschen an eine griechische Insel erinnern.

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Di

08

Okt

2019

Auf den Spuren von Ernest Hemingway

Wir haben ja gedacht, wir "Schisser" hätten Ecuador vielleicht überstürzt verlassen. Aber nachdem wir die neuesten Nachrichten gelesen haben..... ! Es brauchte tatsächlich lediglich einen Funken um das ganze Land aus den Fugen geraten zu lassen. Da wir weder Reporter, noch sensationshungrig sind und schon gar nicht die Welt retten können, sind wir nur froh unbeschadet aus dem Land draussen zu sein.

 

Aber auch Los Organos verlassen wir fluchtartig, nachdem wir den speziellen Duft vom Strand geortet haben.

 

Nur wenige Kilometer weiter peilen wir Cabo Blanco an. Bei unserer Fahrt nach Norden, sind wir nur durchgefahren, ohne dem Geist von Ernest Hemingway nachzupüren. Das holen wir jetzt nach.

 

Einer der berühmtesten Schriftsteller des 20.Jhd. hat hier die Inspiration für seine Novelle " Der alte Mann und das Meer" geholt. Obwohl die Handlung in Kuba spielt, hat er einen Grossteil hier in Cabo Blanco verfasst und auch Teile des gleichnamigen Films wurden hier gedreht.Was kein Wunder ist, wurden hier doch die grössten Schwertfische weltweit gefangen.

 

Viel erinnert in diesem kleinen Fischerdorf nicht an Ernest Hemingway, ich hätte das Haus das er während seiner Anwesenheit bewohnt hat, als Museum gestaltet oder zumindest ein Restaurant nach ihm benannt. Gleichwohl werde ich mir den mit Spencer Tracy gedrehten Film bei Gelegenheit mal wieder ansehen um vielleicht das eine oder andere Szenenbild wieder zu erkennen.

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Mo

07

Okt

2019

Los Organos

Nach dem wir an der ersten LPG- Tankstelle unsere Gasflaschen befüllt haben, erreichen wir nach 130 km Küstenfahrt unser Tagesziel. " Ups, da waren wir doch schon mal vor über einem Monat." Das fällt mir aber erst ein, als wir in Los Organos einfahren. Der Mensch ist halt doch ein Gewohnheitstier und findet instinktiv die Orte wieder die ihm mal gefallen haben. " Ab jetzt werden wir wohl noch oft ein "dejavu" haben."

 

Wir sind nicht die einzigen Camper, die hier am schönen Strand stehen. Zu uns gesellen sich noch fünf andere , die die Sonne und den Strand ebenfalls geniessen.

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So

06

Okt

2019

Nur raus hier

Vielleicht ist es ja übereilt, aber wir fahren am Morgen in der Frühe los, zuerst durchqueren wir den Nebelwald, dann Reis-, Kakao-, und Bananenplantagen.

 

Auch Guyaquil passieren wir ganz unbeschadet und erreichen schliesslich am Abend die Grenze zu Peru. 

 

Unsere Pässe werden aus- und eingestempelt. Diesmal braucht es sogar neben einem Foto die Fingerabdrücke. Alles ganz easy...... bis es um unser Auto geht.

 

" Ihr müsst dieses am 5 km zurückliegenden Ecuadorianischen Grenzposten austragen lassen." Also nochmals zurück über die Europabrücke. Der Beamte dort meint:" Das Formular bleibt hier, ihr müsst ein Foto machen für die Peruaner. " Was machen denn die Menschen, die kein Smartphone haben?" " Hat jetzt doch jeder eins."

 

Wieder zurück wird dann das Peruanische Autopapier ausgestellt. " Wo reist ihr aus?" "??????? Wissen wir noch nicht, mussten wir noch in keinem Land angeben."  Nach einigem Hin und Her erklärt ihm ein anderer Beamter, dass das gar nicht von Interesse sei.

 

Die erforderliche Autoversicherung können wir gleich an der Grenze abschliessen.

 

Inzwischen ist es dunkel, weiterfahren mögen wir nicht. Es gibt zwar auch dieseits der Grenze ein Auffanglager für die Venezulanischen Flüchtlinge, trotzdem dürfen wir uns direkt vor dem Gebäude für die Nacht hinstellen. Die Grenzbeamten und die Polizisten schicken die Flüchtlinge, die zu nahe an unser Fahrzeug kommen weg, ermahnen uns ihnen nichts zu geben und bewachen unseren Schlaf. Muchas grazias.

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Sa

05

Okt

2019

Jardin Suizo

Nach einem gemütlichen, ruhigen Tag bei Samuel, hier merkt man absolut nichts von den Demonstrationen im Land, wollen wir morgen Sonntag versuchen, die 400 km zurück nach Peru zu gelangen.

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Fr

04

Okt

2019

Es sind "alli so nett"

Zu uns hat sich ein ebenfalls gestrandeter Brasilianer gesellt, der ein paar Mal versucht hat in irgendeine Richtung den Ort zu verlassen, aber es dann aufgegeben hat.

 

Wir richten uns zwar gemütlich ein, aber da unser Gas in Bälde alle ist und ausserdem die Truma leckt, unser Frischwasser verabschiedet sich ohne unser Zutun, ist uns dann doch nicht mehr so wohl.

 

Alois versucht mit Hilfe eines Ecuadorianers unsere mitgeführte Bolivianische Gasflasche bei einem in der Nähe ansässigen Gashändler füllen zu lassen, ohne Erfolg.

 

Beim Leckfinden im Frischwassersystem hat Alois Erfolg, aber ob seine Bemühungen Abhilfe zu schaffen von Erfolg gekrönt sind, wird sich wohl erst später zeigen.

 

Vor allem staunen wir einmal mehr, über die Gelassenheit mit denen die Menschen um uns herum die Situation hinnehmen.

 

Der Präsident hat für die nächsten 60 Tage den Ausnahmezustand verhängt und die Polizei und das Militär versuchen die Ausschreitungen und Plünderungen in anderen grösseren Städten in den Griff zu bekommen. Er meint zwar er habe das geschafft, aber wer kann das wissen und glauben. Er verkündet:“ Ich werde auf keinem Fall die von mir getroffene Entscheidung, die Subventionen zu streichen, zurücknehmen.

 

Wir werweissen, was wir nun tun sollen. „ Hierbleiben und abwarten?“  „ Versuchen uns irgendwie durch das halbe Land über Quito, oh jeh, nach Columbien durchzuschlagen?“ „ Gas zu bekommen, ist in Ecuador auch ohne Blockaden schon schwierig, aber so?“ „ Und ausserdem wird In Columbien, dank des neuen Präsidenten die politische Lage auch immer angespannter und die Wahlen stehen Mitte Oktober an.“ Wir wollten ja im ruhigen, stabilen Ecuador die Wahlen erstmal abwarten und dann entscheiden wie unsere Reise weitergeht.

 

Aber eigentlich ist es ja schon klar. Wir werden umdrehen und Ecuador Richtung Peru, so schnell wie möglich verlassen.

 

Aber erstmal zurück zu Samuel auf den Camping Suizo. Dort fühlen wir uns wohl, können uns an den Landstrom hängen, Gas sparen und schauen ob und wann wir das Land möglichst schnell verlassen können.

 

Wir packen zusammen, fahren unbeschadet eine kurze Strecke zum Zentrum, stossen dann mehrfach auf Blockaden, wo die netten Taxifahrer nach einigem Hin und Her jeweils Platz für uns schaffen oder uns Schleichwege zeigen. So erreichen wir im Zickzackkurs  Montechristi, wo dann die Lastwagen die Ausfallstrassen sperren. „ Schade“. Wir stellen uns zur Tankstelle und richten uns für die Nacht ein. Plötzlich sind wieder Fahrzeuge auf der Strasse und an der Tankstelle. „ Ist die Strasse wieder offen.“ „ Sie lassen tröpfchenweise  Autos durch.“  Also wieder los.

 

An der Ausfallstrasse haben die Lastwagen Platz gemacht. Der "Chef" der immer noch blockierenden Taxis will 3 Dollar für Essen und verspricht uns in einer  Viertelstunde durch zu lassen. „ Meinst du der hält Wort?“ „Natürlich die sind ja alle so nett.“

 

Tatsächlich kommt der " Taxidirigent" mit einem Sack voll Esswaren zurück und sie machen für uns und einige andere Fahrzeuge den Weg frei. Der Geldsammler bedankt sich nochmal bei uns und wir passieren.

 

Wir erreichen um 23.00 Uhr das ruhige Puerto Cayo, wo wir uns für die Nacht an den Strand stellen.

 

Uebrigens mir geht es gesundheitlich etwas besser, obwohl Alois das Gegenteil behauptet.

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Do

03

Okt

2019

Manta

Heute geht die Reise weiter. Wir wundern uns zwar, dass das Verkehrsaufkommen bis nach Manta sehr gering ist. Sogar noch auf der Einfallstrasse praktisch null Verkehr.

 

Gestern haben wir in den Südamerikanews gelesen, dass der Präsident Ecuadors die Subventionen auf den Treibstoff stoppen will, damit er die Sparvorgaben der Weltbank einhalten kann und so die versprochenen Gelder erhält.

 

" Hat der das etwa bereits gemacht und die Leute schon kein Geld mehr für den Diesel?" 

Tatsächlich vorgestern kostete eine Gallone Diesel noch 1.03 Dollar, heute 2.30 Dollar.

 

Am ersten Kreisel in Manta wundern wir uns dann nicht mehr, blockieren Taxis doch denselben. Auch Busse sehen wir keine. " Ich möchte ja nicht wissen, was bei uns los wäre, würden die Preise von einem zum nächsten Tag einfach mehr als verdoppelt." 

 

Wir finden dank eines vor uns fahrenden Lieferwagens einen Schleichweg, auch gegen die Einbahnstrassen und stellen uns vor den Baumarkt über 3 Plätze auf den zwar bescheidenen, aber heute naturgemäss wenig besetzten Parkplatz, der Parkwächter reklamiert nicht.

 

Im riesigen Einkaufszentrum, wo es alles gibt, was das Herz begehrt, kaufen wir nicht sehr viel ein, müssen wir doch alles 500 m zu unserem Parkplatz schleppen. Aber Kalbsbratwürste, Fleischkäse, Emmentaler, Tilsiter, Baguette und einiges mehr an lang Vermisstem gelangt dann doch in den Einkaufswagen.

 

Danach entscheiden wir uns, nicht mehr aus der Stadt rauszufaren, zumal es anscheinend Strassensperren im ganzen Land gibt und es in Quito sogar ganz wild zugeht.

 

Unter ziemlich erschwerten Bedingungen und vielem "Bittibätti" bei den Taxichauffeuren schaffen wir es schliesslich uns wenigstens etwas von der Strasse weg, in die Nähe einer Tankstelle zu stellen, von wo aus wir die zur Zeit noch gut gelaunten und auf der Strasse fussballspielenden Chauffeure beobachten können. " Wann wird die Blockade wohl beendet sein?" Antwort:" Open end." 

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