Aktuelles

Mi

20

Nov

2019

Guatape

Wir sind wieder auf dem Lande, genauer gesagt in Guatape, einem weiteren "must see" in Kolumbien.

 

Das schnuselige, sehr gepflegte Städtchen ist wirklich sehenswert und das wollen dann auch die zahlreichen Touristen, die mit Bussen von Medellin hierher gekarrt werden. Auch die Einheimischen verbringen gerne die Wochenenden an diesem künstlichen See, zum Glück ist es heute Dienstag.

 

Die wichtigste Attraktion ist jedoch der Granitmonolith , der aussieht, als wäre er von Gulliver im Zwergenland hingestellt worden. Der Aufstieg über fast 700 Treppenstufen sieht nicht eben vertrauenserweckend und sehr anstrengend aus. Wir überlegen uns noch, ob wir den Piedro de Penol tatsächlich bezwingen wollen. Die Aussicht über die Seenlandschaft muss phantastisch sein, auf jeden Fall, wenn die Wolken nicht zu tief hängen.

Anderntags lassen wir uns zu einer Bootstour auf dem Stausee überreden. Alois hofft auf die Sichtung von Tieren.

 

Was wir jedoch vor allem zu sehen bekommen, sind Villen von irgendwelchen Prominenten. Zu den Erklärungen des Bootsführers nicken wir ehrfurchsvoll, sagen uns die Namen auch rein gar nichts. Beim Namen Escobar horchen wir dann doch auf. Eine Villa gehört anscheinend einem Spezi von ihm und seine ehemalige Villa ist jetzt eine Ruine, die seiner Tochter Manuela gehört.

 

Vor 40 Jahren wurde das Gebiet geflutet und das alte Penal ist jetzt unter Wasser. Wo einst die Kirche stand, ragt nur noch ein Kreuz aus dem See. Auf dem Hügel dahinter wurde die Kirche orginalgetreu nachgebaut.

 

Ich habe gelesen, dass morgen in Kolumbien ein Generalstreik stattfinden soll. Initiiert von den Gewerkschaften, den Studentenbewegungen und den Indigenen, unterstützt von der Kirche und vielen Prominenten. Beim Abholen unserer frisch gewaschenen Wäsche erkunde ich mich wie lange der dauern soll. " Einen Tag." Wir hoffen, dass das Leben nach dem morgigen Tag wieder seinen gewohnten Gang gehen wird.

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Mo

18

Nov

2019

Medellin

Die Fahrt über die Berge nach Medellin müssen wir uns hart erarbeiten. Mehr als 5 Stunden kriechen wir die 100 km auf der zwar gut ausgebauten aber zum Teil in den Kurven so schmalen Strasse, dass zwei Lastwagen nicht gleichzeitig passieren können, den Berg hoch und wieder runter. Alois:" Ein Sonntagsfahrverbot für LKW's wäre nicht schlecht."

 

Wir sind von der irrigen Meinung ausgegangen, dass sich der Verkehr am Sonntag in Medellin in Grenzen hält, schaffen es aber dann doch auf unseren überwachten grossen Uebernachtungsplatz, neben dem kleinen Flughafen, der uns erstaunlicherweise keinen übermässigen Lärm beschert.

 

Medellin, berühmt  berüchtigt auf der ganzen Welt durch Pablo Escobar, den Drogenbaron, der über Jahre die Welt in Atem hielt und die Stadt zu einer der mörderischten weltweit machte. Seit über 25 Jahren tot, gibt es in Medellin Führungen von Anhängern und Gegnern. Wir verzichten auf so eine Tour. Jetzt ist es gemäss Reiseführer eine friedliche Stadt mit den freundlichsten Bewohnern von ganz Kolumbien.

 

Mit dem Taxi machen wir uns auf ins historische Zentrum von Medellin. Ups, was ist denn da historisch? Wären da nicht die Bronzeskulpturen vom Künstler Fernando Botero, wäre ich noch frustrieter, über das wohl hässlichste Zentrum das mir je untergekommen ist. Auch sehen wir hier sehr viele seltsame Gestalten. Man soll das Zentrum bei Nacht meiden, was uns nach der Besichtigung deselben absolut nicht wundert.

 

Bevor der obligate Regenguss einsetzt springen wir in ein Taxi und lassen uns zurück zum Parkplatz fahren, wo genau gegenüber das neueröffnete riesige Shoppingcenter Arkadia steht. Ein völlig anderes Klientel als im historischen Zentrum, aber nicht weniger voll von Menschen.

 

Ich habe genug von Medellin und möchte schnellmöglichst diesen Moloch verlassen. 

Alois überzeugt mich, noch einen Tag Medellin anzuhängen, was sich als gut und richtig erweist.

 

Mit einem Elektrotaxi lassen wir uns in den Botanischen Garten chauffieren, wo es majestätische Leguane gibt. Leider blühen weder die Orchideen noch die Magnolien. Aber ist trotzdem schön und so gratis. Die freundliche Senora bei der Information versorgt uns mit einer Karte, erklärt uns die Metrostrecken und versichert uns, dass wir auch ohne Führer in der bekannten  Comune 13 rumspazieren können.

 

Die Metro, übrigens die einzige in ganz Kolumbien, führt uns über den Dächern, nirgendwo ist sie unterirdisch, rasend schnell quer durch die Stadt nach San Javier. Danach umsteigen in einen Minibus, der uns durch enge Gassen fast ganz nach oben in die einst übelste Vavela von Medellin trägt.

 

Die Comune 13, jetzt ein Touristenmagnet mit herrlichen Graffitis, verfügt über mehrere  Rolltreppen die die Menschen bequem den steilen Weg nach oben trägt. Wir sind von den Graffitis, den Blicken über die Stadt und geschäftstüchtigen freundlichen Leuten beeindruckt.

 

Es gibt auch verschiedene Luftseilbahnen, die das Zentrum mit den umliegenden Hügeln verbinden. Diese haben ebenfalls die Verbrechensrate in der Stadt gesenkt, da sie die Menschen über die Valvelas hinweg tragen. Vom Aussteigen an den Zwischenstationen wird dringend abgeraten. Wir verzichten auf eine Luftseilbahnfahrt.

 

Zurück nehmen wir wieder die Metro, die Menschen sind wirklich sehr freundlich, machen sie doch jeweils sofort einen Sitzplatz frei für so Grauhaarige wie wir es sind. Für die letzten 2.5 km zum Shoppingcenter Arkadia, wollen wir den Bus benutzen, unsere Metrokarte funktioniert jedoch nicht, bar bezahlen geht nicht, also wieder raus aus dem Bus. Da öffnet eine Dame das Fenster, winkt uns zu und bezahlt für uns mit ihrer Karte. 

 

Im Shoppingcenter setzen wir uns zuoberst in ein französisches Restaurant, geniessen leckere Crepes, beobachten gut geschützt die Kleinflugzeuge und das aufkommende Gewitter.

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Sa

16

Nov

2019

Entlang des Rio Cau

Seit wir in Südamerika unterwegs sind bin ich zur Frühaufsteherin mutiert und das Aufstehen vor 6.00 Uhr mit der Natur bewährt sich einmal mehr. 

 

Als wir dann losfahren, kommen uns bereits die ersten Touristenjeeps entgegen.

 

Nochmals vorbei an Pereira, erreichen wir bald die Stelle wo vor zwei Tagen die Strasse gesperrt war. Heute ist sie zwar offen, erfordert jedoch viel Geduld von den Verkehrsteilnehmern.

 

Anscheinend ist die neue Strasse entlang des Rio Cau bereits seit 5 Jahren im Bau, erinnert uns jedoch an Sisyphus. Die immer neuen Erdrutsche und Felsstürze verzögern die Arbeiten gewaltig. Für die 50 km brauchen wir 5 Stunden, immer wieder heisst es warten um den Gegenverkehr, auf der an vielen Stellen einspurigen Strecke, passieren zu lassen.

 

Dies tut jedoch der guten Laune der Arbeiter, die den ganzen Tag im Staub und Lärm werken keinen Abbruch, winken sie uns doch immer wieder fröhlich zu.

 

Bei schwülheissen Temperaturen erreichen wir schliesslich kurz vor Sonnenuntergang ein Motel, das von Truckern als Uebernachtungsplatz genutzt wird. Ich stürze mich in den Pool um mich etwas abzukühlen. Gegen 21 Uhr geht die Temperatur langsam auf "angehneme" 29 Grad runter und es setzt der obligate Regen ein.

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Fr

15

Nov

2019

Valle de Cocora

Auf der schmalen Strasse fahren wir rein ins Valle de Cocora mit seinen bis zu 60m hohen einzigartigen Wachspalmen.

 

Vom kleinen Touristenort, der auf 2500 m.ü.M liegt, geht es entweder per Pferd oder per pedes noch weiter ins Tal hinein.

 

Doch wir sind froh, wenigstens einen kleinen Spaziergang mit Kaffeeeinkehr zu schaffen, bevor sich die Himmelsschleusen nach Blitz und Donner wieder mal öffnen.

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Do

14

Nov

2019

Filandia

Alles wieder gut.

 

Wir müssen nicht mal so viele Kilometer zurück, in Pereira können wir links abbiegen. Ein freundlicher Herr, der an der Tankstelle ebenfalls einen Kaffee trinkt, wie immer sind die Kolumbianer mit ihren Expressomaschinen und dem feinen Kaffee, den Italienern absolut ebenbürdig, wenn nicht sogar........, gibt uns den Tipp unbedingt das Dörfchen Filandia zu besuchen. Es sei einfach reizend und an jeder Ecke gäbe es gute Kaffees. Versorgt mit frischem Wasser, dieses gibt es ja weiss Gott genug in Kolumbien, setzen wir unsere Reise fort.

 

Bevor wir auf die kleine Nebenstrasse abbiegen ist jedoch noch der Strassenzoll ( diesmal sogar 3.66 Euro) fällig, das wirklich liebenswerte Filandia ist danach schnell erreicht.

 

Genauso schnell machen wir uns auf ins Zentrum mit seinen bunten Häusern im kolonialen Stil, da sich vor uns bereits wieder eine schwarze Wand aufbaut.

 

Wir sind dann auch froh uns in eines der Kaffees retten zu können, denn der Platz wird auf einmal schlagartig leer, wen wundert's.

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Mi

13

Nov

2019

Gas, Cali, Kaffeplantage, alles nix.

Super es gibt Gas, wir lassen unsere leere Flasche füllen. Doch die Freude währt nur kurz, denn als der freundliche Herr die Flasche nach einer halben Stunde zurückbringt, entweicht aus derselben mächtig zischend eine kalte Wolke. Da muss was gewaltig schief gelaufen sein. "Habt ihr einen Verschluss?" " Häääää, die hat doch sowas wie ein Ventil." Die wieder befüllbare Gasflasche ist wohl im Eimer. Nach einer weiteren halben Stunde haben wir einen "fast Verschluss" drauf und die Gasflasche ist im Fach. Wohl ist uns nicht gerade, denn es riecht immer noch nach Gas. Später lassen wir noch mehr Gas entweichen, tun den Verschluss wieder drauf und nun ist sie wenigstens dicht.  

 

 

Auf den letzten 40 km vor Cali wird die Strasse gerade, das Kurvenfahren hat auf 1000m ü.M. ein Ende. Wir befinden uns auf einer sehr schönen Autopista. Die Städte werden auf derselben elegant umfahren.

 

Wessen Idee war das eigentlich in die 2.5 Mio.Stadt Cali reinzufahren um einen Supermarkt anzupeilen? Mea Culpa, aber zu meiner Verteidigung sei zu vermerken, dass unser Navi die Baustellen mit den dazugehörigen Umleitungen nicht erkannt hat. Ohne Baustellen wären wir auf der breiten Hauptstrasse wohl direkt auf den grossen Einkaufstempel gestossen. So bewegen wir uns im Schneckentempo durch's Verkehrschaos. Nicht mal anhalten bei einem der schönen Restaurants die wir passieren ist möglich, Parkplätze einfach nicht vorhanden. Zum Einkaufen kommen wir schliesslich dann doch noch in einem kleineren Supermarkt( hätten wir auch ausserhalb von Cali haben können)  und sind froh, Stunden später 12 km von Cali entfernt, an einer Tankstelle einen Nachtplatz zu finden.

Am nächsten Morgen ich habe im I-Overlander eine wunderschöne Kaffeplantage mit Camping ausgemacht, trägt uns die Autopista die nächsten 160 km in Windeseile, mit dem Passieren von 4 Mautstellen an denen jeweils an die 3 Euro fällig sind und mit Umfahrung der Städte in die grösste Kaffeeregion Kolumbiens.

 

Einmal werden wir an einer Polizeikontrolle gestoppt. Der junge Beamte will sich lediglich mit uns unterhalten. Er freut sich für uns, dass wir die Welt erkunden können, er würde sehr gerne mit seinem Motorrad einmal nach Patagonien fahren, doch leider fehle ihm das Geld dazu. Auch macht er uns darauf aufmerksam, dass wir im schönen Kolumbien vorsichtig sein sollen, denn es gäbe gar viele schlechte Menschen im Land.

 

 

Leider ist die Zufahrt, also die letzten 600 m zur Hazienda ( Alois geht die Strecke zu Fuss ab) für uns grenzwärtig, wenn überhaupt mit unserem übergewichtigen Auto, machbar, steil und schmal. Sollte es regnen, was es dann natürlich auch tut kommen wir da nie mehr weg. Schade zwar, aber wir werden sicher im Land mit einer halben Million Kaffeebauern noch auf einen selbigen treffen.

 

 

Wir stellen uns an einen kleinen See lunchen und entscheiden uns für die Weiterfahrt Richtung Medellin. Weit kommen wir nicht. An der übernächsten Mautstelle wird uns mitgeteilt, dass die Strasse bis 18.00 Uhr wegen Bauarbeiten gesperrt ist. 

 

Im Dunkeln fahren möchten wir nicht, also stellen wir uns für die Nacht auf einen Mirador mit Aussicht ( heute nicht), Cafeteria und Bewachung.

 

Endlich nehmen wir den Reiseführer zur Hand, stellen fest, dass wir Dank unserer schnellen Fahrt einiges an Sehenswertem verpasst haben und werden morgen 75 km zurück auf der teuren Autopista fahren. Die letzten zwei Tage waren irgendwie nicht so der Hammer.

 

Am Morgen bei Sonnenaufgang erblicken wir überrascht den gletscherbedeckten aktiven Vulkan Nevada del Ruiz. Ein wahrlich majestätischer Anblick. 

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Mo

11

Nov

2019

Popayan

Wer denkt nach dem Regenguss herrsche wieder eitel Sonnenschein, sieht sich genau wie wir getäuscht, denn bis am Morgen hört der Landregen nicht auf. Im Oktober und November ist Regenzeit in Kolumbien, das kann ja heiter werden.

 

Wir fahren weiter während die Arbeiter die letzten Erdrutsche auf der Strasse beseiitigen. 

 

Bei einem Grillrestaurant machen wir Mittagsrast. Oscar der freundliche Wirt, drückt uns sogleich brennendheisses Versuchsfleisch direkt vom Grill in die Hand und findet es lustig, dass wir uns die Finger verbrennen.

 

Nach dem Essen, wir können nicht die ganze Portion vertilgen, es reicht noch fürs Nachtessen, bekommen wir unseren ersten kolumbianischen süssen, schwarzen Kaffee ( lecker) danach bringt er uns Stühle und versorgt uns mit Mineralwasser( Das Bier haben wir abgelehnt) , damit wir an der Sonne sitzend die Aussicht geniessen können. Danke Oscar, wir empfehlen dich gerne weiter.

 

In Popayan stellen wir uns auf einen bewachten Parkplatz und nehmen uns ein Taxi , denn der Himmel ist bereits wieder dunkelschwarz. Gerade angekommen im historischen Zentrum , das bei einem Erdbeben völlig zerstört und danach originalgetreu wieder aufgebaut wurde, giesst es natürlich in Strömen. Die weissen kolonialen Gebäude scheinen täglich eine Dusche zu bekokmen.

 

Bald ist der Spuk vorbei und wir können fast trockenen Fusses das reizende Popayan erkunden. Kaum sind wir wieder bei unserem Camper angekommen, öffnen sich erneut die Himmelsschleusen. Wir stellen uns ein paar Kilometer ausserhalb von Popayan auf einen sehr schön gestalteten Ecocamping, wo wir einmal mehr die einzigen Gäste sind. 

 

Uebrigens Schwellenschilder gibt es viele in Kolumbien, die Schwellen sind jedoch fast immer nur aufgemalt, dafür gibr es fast mehr Zahlstellen, die die peruanischen Preise fraglos in den Schatten stellen.

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So

10

Nov

2019

Kälte, Hitze und Tropenregen

6 Grad Kälte am Morgen. Wir fahren weiter auf der Panamericana nach Osten.

 

Am Strassenrand stehen Soldaten, die wahlweise den Daumen hochhalten oder salutieren. Wir haben uns sagen lassen, dies bedeutet, dass die Strasse, (Region?) Rebellenfrei ist und gefahrlos befahren werden kann. So sympathisch das wirkt, ist es auch ein bisschen unheimlich.

 

Unsere Oelanzeige blinkt. Alois." Kann doch nicht sein." Er kontrolliert den Oelstand. Entwarnung, das System macht uns lediglich darauf aufmerksam, dass nach 80'000 km ein Oelwechsel fällig ist. Da wir, wie von vielen Südamerika Reisenden empfohlen, früher und öfter das Oel gewechselt haben, ist das Blinken zwar nervig, aber für uns irrelevant.

 

Kurvig führt die Strasse, die bei den gestrigen Regenfällen von Steinen und Schutt der bröckelnden Berge übersät ist und an vielen Stellen von fleissigen Arbeitern bereits wieder freigemacht wird bergab und bergan. 

 

Zuerst noch karg kommen wir plötzlich in eine andere Klimazone, üppig grün, nach zwei Stunden ist es auf 600 m.ü.M 31 Grad heiss. Endlich, so kennen wir Kolumbien aus Reportagen.

 

Wir stellen uns auf die Wiese bei einer Badi. Der Leidensdruck ist aber zu wenig gross, um ins gutbesuchte Bassin zu steigen. Lieber schwitzen wir bewegungslos im Schatten.

 

Gegen abend beginnt es zu tröpfeln, wir entscheiden uns uns auf festen Grund zu wechseln. Eine gute Entscheidung, denn kurz danach, es ist bereits dunkel öffnen sich die Himmelsschleusen, reissende Bäche um uns und unter uns. Wir erleben unseren ersten veritablen Tropenregen. "Abkühlen" tut es jedoch in der Nacht lediglich auf 25 Grad.

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Sa

09

Nov

2019

Santurio las Lajas/ Laguna de la cocha

Am Vormittag das Wetter ist trübe und kühl, lassen wir uns runtertragen in die Schlucht.

 

Irgendwann in grauer Vorzeit hat Maria mit Rosa ihrem Kind auf dem Nachhauseweg Schutz vor einem Unwetter gesucht und nicht gefunden. Da tat sich im Berg eine Spalte auf und eine Stimme sagte:" Kommt hier rein, da seid ihr geschützt." Das Kind hörte die Stimme und war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr taubstumm, so der Beginn dieses Wallfahrtsortes.

 

Zuerst stand hier nur ein Unterstand mit einem Strohdach, später dann eine kleine Kapelle, bis schliesslich ein ecuadorianischer Architekt im 20 Jhrd. mit Spendengeldern diese über 100 m hohe Kirche im gotischen Stil erbaut hat.

 

Unzählige Täfelchen mit Danksagungen sind überall angeracht. Die letzten aus diesem Jahr, was auf die Wunderwirkung bis in die heutige Zeit hindeutet. 

Da es bei unserer Rückkehr erst 10 Uhr ist und immer noch kalt, fahren wir weiter durch das gebirgige Gebiet.

 

Alois." Wer sagt denn dass die Strassen in Kolumbien schlecht sind, die sind doch hervorragend." Kaum ausgesprochen stehen wir vor der ersten von unzähligen Baustellen auf der Panamericana. Hier wird wohl in ein bis zwei Jahren eine veritable Autobahn stehen. Dazwischen gibt es aber auch immer mal wieder Stellen mit Felsabstürzen.

 

Die Kolumbianer sind tollkühne Autofahrer, überholen was das Zeug hält, unübersichtliche Kurven? Egal, Augen zu und durch. Wir sind echt froh, wenn wir einen vor uns haben, der uns allfällige Zusammenstösse abnimmt.

 

Kurvig geht es schliessllch wieder durch Waldgebiet hoch auf über 3000m und wir blicken runter auf einen  "Schweizer Bergsee".

 

Ein inzwischen verstorbener Schweizer hat hier an der Lagune de la cocha eine Hotelanlage im Chaletstil erbaut. Daraufhin haben sich die Anwohner diesem Stil angepasst und so ist ein ganzes Dorf erstanden, das viele Touristen anzieht.

 

Eigentlich stimmt alles, die Bauweise, die Geranien in den Fenstern,das Wetter, die Kälte , und das Fondue im Restaurant, wären da nicht die exotischen Pflanzen und die Kolibris.

 

Wir stellen uns als einzige auf den Campingplatz des Hotels und freuen uns über das wärmende Chemineefeuer im Restaurant, nur Deutsch oder gar Schwiizerdütsch spricht hier keiner mehr.

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Fr

08

Nov

2019

Auf nach Kolumbien

Es geht durch die Berge, die anmuten wie unsere Alpen, auf wie immer in Ecuador superschönen Strassen.

 

In Tulcan wollen wir uns den einzigartigen Friedhof mit seinen riesigen schön geschnittenen Buchsbäumen ansehen. Die inzwischen zum Teil höheren Baumfiguren als die Gräber sind ein Touristenmagnet und total beeindruckend. Ein Aufpasser will von uns die Bestätigung bekommen, dass dies der schönste Friedhof ever sei. Die bekommt er natürlich.

 

Dann wenige Kilometer zur Grenze. Wenige Autos und wenige Menschen, wir sind echt erstaunt, haben wir von anderen Reisenden doch ganz andere Informationen bekommen, freuen uns und denken, dass wir da wohl in einer halben Stunde durch sind.

 

Weit gefehlt. Die Ausreise aus Ecuador ist zwar schnell erledigt.

 

Auch bei der Einreise nach Kolumbien keine Kolonne, doch wir Ausländer werden trotzdem auf die Seite gebeten, die Venezulaner noch seitiger. Tröpfchenweise kommen Kolumbianer dahergeschlendert und dürfen passieren. Alois:" Kolumbien first." Nach einer halben Stunde haben wir dann doch den Einreisestempel im Pass und werden von der Dame explizit darauf aufmerksam gemacht, dass wir nach 90 Tagen unbedingt das Land verlassen müssen. " Na klar."

 

Das Büro für die Einführung des Campers ist geschlossen. Ein Sicherheitsmensch kontrolliert unsere bereits gestern gemachten gefühlt 100 Kopien. " Es fehlt die Kopie mit dem Einreisestempel. Also in den Copyshop. Ein Polizist der beobachtet, wie uns ein Versicherungsheini an den Fersen hängt wie eine Klette meint:" Schliesst die Autoversicherung erst in der Stadt ab, hier ist sie viel zu teuer." " Muchas grazias."

 

Dann warten wir über eine Stunde vor der verschlossenen Bürotüre, auch das mehrfache nachfragen unseres freundlichen Polizisten, übrigens ohne unsere Aufforderung, beschleunigt die Sache nicht.

 

Endlich nach insgesamt zwei Stunden sind alle Zollformalitäten erledigt, die Beamtin kontrolliert die Chassinummer und das Nummernschild am Auto und wir können in Kolumbien einreisen, ohne dass sich irgendwer für das Innenleben des Campers interessiert hat..

 

In der Stadt peilen wir den Exito an und schliessen eine zweimonatige Autoversicherung für 40 Euro ab, bevor wir in diesem "Schlaraffenland" kurz einkaufen, denn es dunkelt bereits.

 

Vier Kilometer weiter, auf dem Parkplatz der Luftseilbahn, fragen wir den Angestellten, ob wir über Nacht hier stehen dürfen, wollen wir doch morgen früh runter zur Wallfahrtskirche Las Lajas. " Herzlich Willkommen in Kolumbien, selbstverständlich, die Toiletten befinden sich dort drüben." Wir fühlen uns auf Anhieb wohl in Kolumbien.

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