Aktuelles

Di

16

Jul

2019

Ohne Gas wieder in Bolivien

Wir möchten nicht noch einen Tag bei dem Lärm am schönen See verbringen und dislozieren zum Cuiaba Fluss in ein kleines Fischerdörfchen, dass zum Ausflugsziel der Brasilianier geworden ist.

 

Eine Fischbeiz reiht sich an die andere. Wir stellen uns an den Fluss und geniessen ein Completo.

 

Wir werden bald von interessierten Einheimischen umringt und unser Womo von aussen und innen inspiziert. „ Braucht ihr Wasser? Braucht ihr sonst irgendwas?“ „ Ausser Gas haben wir alles.“ „ Da können wir euch leider auch nicht helfen.“

Am Montag peilen wir die Gasabfüllstation an. Leider können sie uns da auch nicht helfen. „ Fahrt dem Gaswagen nach, der fährt zu einer anderen Abfüllstation.“ „ Können sie uns nicht direkt befüllen.“ Der Gaswagenfahrer lacht:“ Nein leider nicht.“ Da soll noch einer sagen, wir halten einfach einen Gaswagen an und schon ist die Sache erledigt.

 

 

Wir fahren noch zwei weitere Abfüllstationen an, mit dem gleichen Ergebnis. In Brasilien ist es nicht erlaubt an den Gasabfüllstationen die Flaschen zu füllen!

Die 220 km zurück nach Caceres sind schnell gefahren. Hier müssen wir uns bei der Polizei den Ausreisestempel aus Brasilien holen, dann an einem anderen Ort im Zentrum bei der Aduana noch die Autoausreisepapiere. Das geht alles recht flink.

 

Nun die 80 km zur Brasilianisch-Bolivianischen Grenze auf einer sehr schönen wenig befahrenen Asphaltstrasse.

 

Wir kommen an so etwas wie die Grenze. „ Ihr müsst im 7 km entfernten San Matias bei der Polizei den Einreisestempel für Bolivien holen, dann bei der Aduana am andern Ende des Städtchens die Einreisepapiere für’s Auto besorgen. Dann Kopien machen und hierher zurückkommen,“ so verstehe ich das. „ Na dann bis morgen.“ „ Nein, nein das soll heute noch geschehen.

 

Ueber die Ripio-Piste geht es zuerst vorbei an einem Militärposten, unsere Pässe werden kontrolliert und alles in ein grosses Buch geschrieben.

 

 

Auch die Polizei finden wir schnell. Die Dame ist wie bei unser letzter Einreise nach Bolivien sehr mürrisch. Eigentlich sind das die einzigen Damen, die wir in Bolivien bis jetzt mehr als unfreundlich erlebt haben.

 

Dann durch das Oertchen zur Aduana. Wieder werden unsere Angaben in ein Buch eingetragen, bevor sich das Tor für uns öffnet und……. wir staunen. Hier im Gebäude sitzt der selbe Zöllner wie schon an der Grenze. „ Ich habe euch doch erklärt, dass ihr Kopien mitbringen sollt.“ „ Ach so.“ „ Haben sie denn keinen Kopierer.“ „ Leider nein, im Dorf gibt es Copy-Shops.“

 

Wir sind ja nicht von gestern, machen die verlangten Kopien auf unserem mitgeführten Drucker. Er staunt zwar als wir nach 5 Minuten bereits wieder vor ihm stehen, schaut sich die Kopien sehr genau, fast schon mit der Lupe an, findet nichts, was er kritisieren könnte und erledigt dann den Papierkram erstaunlicherweise durchaus freundlich. Wir bezahlen keinen Cent, so wie es andere Ein- und Ausreisende beschrieben haben.

 

Wir sind nun wieder in Bolivien und haben vergessen vor lauter Gas, Gas, Gas den Tank mit Brasilianischem Diesel zu füllen.

 

Fahren zurück, stellen uns an den Hauptplatz von San Matias, werden sofort angesprochen, woher, wohin und informiert, dass heute in San Matias das Fest der Carmen gefeiert wird. Umzüge und die Militärmusik, beigleitet von lauten Knallern marschieren an uns vorbei.

 

Ich bin echt glücklich mich wieder in meinem bescheidenen Spanisch unterhalten zu können.

 

Wir erkunden das recht dunkle Städtchen, laden neues Guthaben auf die Bolivianische SIM-Karte bevor wir uns mit immer noch ein bisschen Restgas schlafen legen. Natürlich können wir auch jetzt mit der Bolivianischen Karte keinen Hotspot errichten und mein Reisebericht muss auf ein W-Lan warten.

Nachdem wir unseren Tank mit dem ganz korrekt verrechnten Ausländerpreis gefüllt haben ( für Bolivianer ist der Treibstoff subventioniert), nehmen wir 300 km Erdpiste unter die Räder.

 

Zuerst noch durchs Bolivianische Pantanal, mit den gleichen Brücken und den gleichen Tieren. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wann und ob überhaupt ich mal wieder in ein Gewässer steige und nun wo wir gehört haben, dass es im Halwilersee auch einen Kaiman gibt, erst recht nicht.

 

Dann geht es auf und ab über Hügel. Der Frühling zeigt sich immer mehr, es blüht in violett, gelb und weiss.

 

Vorbei geht es in jedem kleinen Dörfchen an vier Militärposten. Kein Wunder schliesslich fahren wir die ganze Strecke entlang der Brasilianischen Grenze. Wir werden von den freundlichen Jungs jeweils gefragt woher und wohin und unsere Angaben werden sorgfältig in ihr Buch eingetragen. Alois:“ Das nächste mal sage ich aus New York und nach Sidney, denn wo sollen wir sonst herkommen, schliesslich ist das die einzige „Strasse“.“

 

 

Gut durchgeschüttelt nicht gerührt und vollständig eingestaubt, sowohl unser Interieur wie wir, erreichen wir das Städtchen San Ignacio bei vollständiger Dunkelheit, wo zuerst mal 22 Bol Strassenmaut fällig werden, bevor wir uns glücklich auf den kleinen Campingplatz von Ruedi dem Schweizer und seiner Bolivianischen Ehefrau Miriam stellen. Seine Schwester Heidi ist übrigens im Mai auch aus der Schweiz hierher ausgewandert.

 

Der heutige Stromausfall, der nur 3 bis 4 x jährlich vorkommt ist schnell vorbei und wir können unseren Kühlschrank per Strom kühlen. Die warme Dusche im wunderschönen Bad geniessen wir in vollen Zügen, haben wir doch in den letzten Tagen um Gas zu sparen nur noch kalt geduscht.

 

Den Abend verbringen wir mit Gesprächen mit Ruedi und dem jungen französischen Pärchen, das wir bereits einmal kurz in Porto Jofre getroffen haben, bevor wir „groggy“ ins Bett fallen um von Staub, Krokodilen und Militärs zu träumen. 

 

Uebrigens gibt es hier in San Ignacio nur in sehr wenigen Restaurants W-Lan, welches dann auch noch grottenschlecht ist. Die Bilder werde ich bei besserer Internetverbindung nachliefern.

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Sa

13

Jul

2019

Tschüss Pantanal und die Suche nach Gas

Wir verlassen schweren Herzens das nördliche Pantanal, brauchen wir doch mal wieder Gas. Ueberhaupt ist das Gasproblem bis anhin unser grösstes Problem seit wir in Südamerika unterwegs sind. Alois:" Könnte ich, würde ich alles auf Strom umstellen".

 

Aber in Cuiaba sollen wir laut IOverlander solches problemlos erhalten.

 

Doch auch in Careres auf dem Weg nach Bolivien sollen wir solches erhalten.

 

Mea culpa, wir entscheiden uns dafür nicht zurück nach Cuiaba zu fahren, sondern auf direktem Weg, zuerst mal wieder über die schmale Piste, mit der vor zwei Kilometern in der Tankstelle ersetzten Luft, die wir natürlich wieder raus lassen aus den Pneus, vorbei an vielen Farmen und über einige fragwürdige Brücken nach Careres zu fahren.

 

Und dann sind sie auch wieder da die vielen, vielen Lastwagen und die Luft ist wieder drin. Wir erreichen die Stadt unbeschadet, finden Copagaz auf Anhieb und uns kann wegen des fehlenden Adapters auch nach vielen Versuchen nicht geholfen werden, obwohl wir sicher 8 verschiedene Adapter mitführen.

 

In Brasilien sehen wir übrigens so viele einheimische Velofahrer wie noch nirgens während der letzten Monate und die Rollerfahrer, samt Mitfahrer tragen alle Helm. Geparkt wird nie an verbotenen Stellen, alles in allem senr diszipliniert. Einmal werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass unser Womohinterteil 1 m im gelben Bereich steht und dies, käme die Polizei eine Busse nach sich ziehen würde. "Obrigado." Uebrigens ist auch unser aus Brasilien in die Schweiz gesandte Brief vor ein paar Tagen angekommen.

 

Dann halt die 220 km zurück nach Cuiaba. Uebernachten tun wir an einer der zahlreich gut ausgestatteten Tankstellen.

 

Zuversichtlich erreichen wir die Grossstadt Cuiaba, durchqueren diese, stehen am Samstagnachmittag vor Copagaz und auch da können sie uns, wegen des gleichen Problems wie bei der letzten Copagaz leider nicht helfen.

 

Nun ist guter Rat teuer. Schliesslich werden wir darauf aufmerksam, dass es hier in Cuiaba ja eine Gasabfüllstation gibt. Unsere letzte Hoffnung, ist die fest fixierte Gasflasche doch auch bereits bis auf einen Viertel aufgebraucht. Natürlich ist das Werk jetzt geschlossen und öffnet erst am Montag wieder. Ob die uns dann helfen können ist ja auch noch nicht gesagt, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt,

 

Wir suchen uns ein Plätzchen an einem kleinen See. Das völlige Kontrastprogramm des Pantanals. Wassertöffs rasen über den See, Musik schallt aus den Boxen, doch wir harren aus und werden bei anbrechender Dunkelheit belohnt. Affen klettern über unseren Köpfen rum, irgendwelche "Riesenmeerschweine" rennen kreuz und quer unter den Bäumen durch und wir hören nun auch das Froschkonzert. Leider ist die Dämmerung schon zu sehr da, so können wir die flinken Tiere fotografisch nicht richtig festhalten.

 

Die Polizei fährt ganz langsam an uns vorbei. "Nein nicht scbon wieder,  müssen wir jetzt wieder zügeln?" Müssen wir nicht, weiter vorne machen sie kehrt und fahren nochmals langsam vorbei. Wir bleiben unbehelligt.

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Do

11

Jul

2019

Wir suchen den Jaguar im Pantanal

Man kann auch noch früher. Um 05.00 Uhr starten wir zusammen mit einem Deutsch-Brasilianischen Pärchen mit dem Pickup ins 100 km entfernte Porto Jofre, das heisst 2.5 Stunden hin und zurück, gälte es da nicht die Hundert Brücken zu passieren, ginge das bedeutend schneller.

 

Porto Jofre ist eigentlich nur eine Anlegestelle für die Pontons die quer durch das Pantanal schippern. Ein paar Häuser, ein Hotel ein Camping und viele Ausflugsboote. 

 

Nach dem Frühstück auf einem der Pontons, fahren wir rasend schnell mit einem kleinen Boot über den Rio Claro auf der Suche nach Jaguaren. Im Pantanal gibt es noch 350 Jaguare, aber wenn man weiss, dass das Pantanal die Grösse von Deutschland hat, relativiert sich diese Zahl gleich wieder.

 

Es sind noch einige andere Boote unterwegs, die ebenfalls die Sandbänke anpeilen, auf denen sich normalerweise die Jaguare aufhalten um zu spielen und zu trinken. 

 

Wir sehen sehr viele Tiere, vorallem Krokodile, von denen es im Pantanal Millionen gibt, obwohl jedes Jahr im Winter während der Trockenzeit sehr viele eingehen, bleibt die Zahl immer gleich hoch.

 

Auch die riesigen Ottern zeigen sich uns spielenderweise. Sind sie im Wasser, sind sie durchaus in der Lage einen Jaguar zu töten und zu verspeisen. Werden sie an Land erwischt, ist es der Jaguar der gewinnt.

 

Aber den Jaguar entdecken wir nicht. Wir sind bereits etwas desillusionisiert. Alois meint:" Dann gehen wir halt demnächst in den Zoo."

 

Doch nach 3 Stunden rumsuchen, rumdümpeln, und immer mal wieder rumfräsen, wird es dann plötzlich hektisch. Alle Boote fahren in einem Höllentempo an einen Platz wo wir tatsächlich im Abstand von einigen Hundert Metern zwei Jaguare im Schatten liegend, es ist für sie ja bereits Siestazeit, beobachten können. 

 

Die Jaguare scheinen sich ihrer Starrolle bewusst zu sein, sie räkeln sich, putzen sich und  schauen immer wieder zu uns rüber, wirklich ein erhabener Moment. Eine halbe Stunde bestaunen wir die grossen Wildatzen, die sich gerade mal ein paar Meter von unseren Booten entfernt, aufhalten.

 

Wieder zurück in Porto Jofre wird uns auf dem Ponton ein kleines Mittagsbuffet präsentiert und dann geht es wieder 2.5 Stunden zurück zur Pousada Rio Claro, wo wir total geschafft kurz vor Sonnenuntergang eintreffen. Alles in allem ein erfolgreicher Tag.

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Mi

10

Jul

2019

Nördliches Pantanal

Es wäre wirklich schön in den roten Bergen und man könnte problemlos ein paar Tage hier oben verbringen. Leider lässt uns das Problem mit dem Licht keine Ruhe. „ Das kann doch nicht sein, dass gleich alle Lichter kaputt sind.“ "Das muss etwas anderes sein." Alois:" Ich werde mal eine Birne ersetzen und dann wissen wir es ja." " Wirst du nicht, lass uns zu Fiat fahren."

 

In Ciuaba, dass auf der Karte wie irgend ein Provinzstädtchen in der Schweiz aussieht, finden wir die Fiatgarage fast auf Anhieb. Es sind tatsächlich drei Birnen defekt und die vierte hinten hat den Kontakt verloren. Schnell sind die 3 Birnen für 100 Real ( 22 Euro) ausgetauscht und wir haben unsere Ersatzbirnen noch.

 

Jetzt nur raus aus der Grossstadt und rein ins südliche Pantanal. Die ersten 100 km der Transpantaneira auf Asphalt, hinter Pocone beginnt die Ripio vom Feinsten und bald erscheint das Eingangstor zum Pantanal.

 

Die Brücken sind meistens betoniert, also kein Problem für unser Womo. Aber wir schlucken mal wieder Staub ohne Ende. Passiert ein Auto sehen wir die nächsten 10 Minuten gar nichts, schon gar keinen Vogel oder sonstiges Tier, denn ohne Wind bleibt der Staub einfach in der Luft stehen.

 

Unterwegs hält ein Auto an. " Ich bin Schweizer und lebe seit 30 Jahren in Cuiaba. Bekommt mich doch besuchen, wenn ihr wieder aus dem Pantanal rausfährt." Wir wechseln die Visitenkarten und schlucken weiter Staub.

 

Beim Eindunkeln, bleiben wir irgendwo auf der Seite der Piste für die Nacht. Hier im Nordpantanal gibt es bessere Stellen für uns zum Uebernachten, ist es doch weniger sandig als im südlichen Pantanal.

Bereits um 06.00 Uhr ist tagwacht, wollen wir doch unbedingt Tiere sehen. 

 

Wir hätten nur noch 70 km von den insgesamt 145 km Erdpiste nach Porto Jofre zu fahren, aber da ist für uns "Ende im Schacht". " Was ist denn das für eine Fehlkonstruktion von einer Brücke?"  Wir müssten durch's Wasser, was ja noch ginge, aber dahinter durch den tiefen Schlamm fahren. " Geht gar nicht, da bleiben wir mit grösster Sicherheit stecken und sind für alle Autos eine Verkehrsblockade." Wir schauen einigen Verkehrsteilnehmern beim queren der Furt zu und wenden relativ frustriert. Alois:" Ich werde wirklich langsam alt, vor ein paar Jahren, wäre ich ohne Rücksicht auf Verluste, einfach losgefahren." " Ja, ja und dann hätten wir den halben Tag mit dem Abschleppen unseres Womo verbracht." Alois:" Vielleicht auch nicht."

 

Beim Fluss stellen wir uns hin, erledigen unsere Wäsche und beobachten die uns besuchende Tierwelt.

Wieder ist früh um 06.00 Uhr tagwacht. Ich schaue und schaue und schaue, erblicke aber nicht mal ein kleines Tapir. Na dann halt nicht.

 

Wir wollen unbedingt nach Porto Jofro, denn dort soll man mittels einer Bootsafari den Jaguar in der freien Wildbahn sehen.

 

Also fahren wir noch weiter zurück bis zur Pousada Rio Claro und reservieren für morgen eine Tour. Da sich noch 4 weitere Personen für den morgigen Ausflug eingschrieben haben, zahlen wir "lediglich" 150 Euro pro Person, ansonsten wäre es das Doppelte.

 

Wir sind lange nicht die einzigen hier. Am Mittag ist der Esssaal im sehr schönen Rio Claro voll besetzt und um uns rum wird Deutsch, Schweizerisch und Englisch gesprochen. Ja wir sind mal wieder mitten unter den Touristen.

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Mo

08

Jul

2019

Zum Mittelpunkt von Südamerika

In den nächsten zwei Tagen spulen wir Kilometer runter. Genau gesagt knapp 1000. Das Pantanal ist so gross wie Deutschland und wir fahren entlang der östlichen Grenze nach Norden. Es gibt vorallem Lastwagen auf der Strecke. Im Verhältnis 10:1 zu den PKW’s. Alle fahren, entgegen der Aussagen von Reisenden, sehr anständig. Ob das wohl an den vielen Elektronischen Radarkontrollen liegt? Wenn es hügelaufwärts geht fahren sie zumeist nicht mal 50 km/h, aber das liegt dann nicht an den Radarkontrollen.

 

Campo Grande, macht seinem Namen alle Ehren, aber nach einer Stunde sind wir durch. Alois kann dem Leroy Merlin nicht widerstehn und wirft einen Blick rein.

 

Dann vorbei an riesigen Plantagen von Mais, Soya, Zuckerrohr, mehreren Zahlstellen und zahlreichen Straussenfamilien. Ansonsten echt langweilig.

 

Anhalten tun wir besser nicht, denn dann müssten wir die Hundert LKW’s, die wir hinter uns gelassen haben, nochmals überholen.

 

Wir übernachten an einer der zahlreichen Tankstellen, neben uns ein Kühllaster, aber was soll’s, nach dem übermässigen Kaffeekonsum im danebenliegenden Kaffee, sind wir sowieso bis fast 02.00 Uhr wach. Alois liest mir Blogs von Südamerika Reisenden vor.

 

Danach wird die Strasse tatsächlich zweispurig. Komischerweise ist ab hier nur noch 80km/h erlaubt. Alois hält sich nicht daran, sind ja mal gespannt, ob da noch was nach kommt.

 

Schliesslich fahren wir von der Hauptstrecke ab, denn ich möchte unbedingt am Mittelpunkt von Südamerika stehen. Hier in der Höhe gibt es vorallem Baumwolle.

 

Auf nun über 800 müM stehen wir mit ungefähr 100 Brasilianern tatsächlich kurz vor Sonnenuntergang am geodätischen Mittelpunkt Südamerikas. Es ist echt ergreifend, der Blick weit runter und ins Pantanal ist überwältigend. Was wohl auch die zahlreichen Gleitschirmer so empfinden.

 

Ein guter Moment um ein zahlenmässiges Kurz-Resumee unserer bisherigen Südamerikareise zu ziehen. Nach 7 Monaten, haben wir 27‘000 km zurückgelegt und waren in 6 Ländern.

 

Wir sind kurz nach Sonnenuntergang noch ganz alleine auf dem schönen Parkplatz unter Bäumen, richten uns häuslich ein. Ich falle bereits um 20.00 Uhr todmüde ins Bett.

 

Kurz darauf stehen 3 Polizisten vor dem Fahrzeug, erklären Alois, dass es hier viel zu gefährlich zum Stehen sei und sagen ihm, dass wir uns im 8 km entfernten Chapada dos Guimaraes neben den Hauptplatz stellen sollen.

 

OK, können uns die Gefährlichkeit des Platzes zwar nicht vorstellen aber dann halt los. Dabei merken wir, dass wir absolut kein Abblendlicht mehr am Fahrzeug haben, auch hinten sind die beide Birnen tot. Also mit Warnblinker und von Zeit zu Zeit Scheinwerfer fahren wir rein in den Ort.

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Fr

05

Jul

2019

Bonito

Das Wetter ist auch anderntags nicht sehr gut. Gut um nach Bonito zu fahren. Wir fahren in den Nebel rein und stellen uns auf den Campingplatz zu den anderen zwei Schweizern, die hier das Regenwetter aussitzen.

 

In der Region Bonito machen sie auf Oekotourismus. Keine Besichtigung oder Akivität gibt es ohne Guide. Die Teilnehmerzahl ist jeweils beschränkt und jedes Angebot ist sehr teuer.

 

 

Wir reservieren Plätze für die Gruta Azul, denn ab Samstag beginnen in Brasilien die Ferien und dann schiessen die bereits hohen Preise noch mehr in die Höhe.

Am Freitag Morgen tolle Sonne aber es wird lediglich 15 Grad warm, gerade richtig um die Gruta Azul zu besuchen.

 

Bevor wir mit einer Gruppe in die Höhle reingehen dürfen, wird unter anderem unsere Blutgruppe und eine Notfalladresse auf einem Formular vermerkt. Wir bekommen einen Helm und dürfen nach langwierigen Erklärungen in portugiesisch, wir verstehen zwar alles, wissen einfach nicht was es heisst, über viele Stufen, 300 m in die Tiefe steigen, wo wir den blauen, glasklaren See bestaunen. Ist zwar nett, aber haut uns nicht von den Socken. Die 60 Real ( 13.69 Euro) pro Person hätten wir uns sparen können.

 

Nun fahren wir weiter zum Ararapark. Auf dem Weg dahin entdecken wir unseren ersten Ameisenbär und auch einen Tapir.

 

Wir möchten uns auf den schönen fast leeren Parkplatz vor dem Eingang für die Nacht hinstellen, damit wir am nächsten Morgen bei Oeffnung direkt ins Gelände reinkönnen. So die Idee. Doch die Leute wollen das nicht. „Hier dürft ihr nicht über Nacht stehen, fahrt auf den 6 km entfernten Campingplatz und kommt morgen wieder.“

 

 

Das wollen wir aber nicht, sparen uns die 75 Real Eintritt pro Person und überhaupt Aras, Tukane und Affen haben wir ja bereits auf dem Campingplatz bestaunt. So fahren wir in der Dunkelheit halt direkt nach Jardim, wo wir uns bei einer Tankstelle für die Nacht einrichten. 

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Mi

03

Jul

2019

Südliches Pantanal

Bevor wir losfahren ins Pantanal schaffen wir es tatsächlich endlich den Brief in die Schweiz loszuschicken. Kostet uns zwar 40 Euro, aber man leistet sich ja sonst nichts.

 

Das Pantanal ist die grösste Feuchtsavanne der Erde. Mit dem Auto reinfahren kann man nur in den Wintermonaten, ansonsten ist da alles sumpfig oder ganz unter Wasser, also nur per Boot besuchbar.

Auf den ersten 50 Kilometer sehen wir wenige Tiere, dafür gilt es eine Steigung zu bewältigen, dann auf dem höchsten Punkt erblicken wir vor uns die riesige Fläche.

 

Den Rio Paraguay überwinden wir in Porto de Manga mit einer Fähre und über die kleineren Gewässer gibt es unzählige gute Holzbrücken. Die manchmal recht steil zum Anfahren sind. Tiere zu beobachten gibt es am meisten bei den Brücken.

 

Tausende von Vögeln und fast ebensoviele Kaimane und Alligatoren. Nicht alle Tiere lassen sich wirklich gern fotografieren und dann ist auch noch der Akku alle. Also laden, warten und einfach so beobachten.

 

Einen Platz wo wir uns hinstellen können für die Nacht finden wir nicht, denn neben der Piste ist es sandig und oder sumpfig, also peilen wir eine Fazienda an und sind tatsächlich nicht die einzigen Womos. Einer verliert direkt vor uns auf der Piste sein Motorrad, hat wohl etwas zu heftig geholpert.

 

Wir geniessen den Sonnenuntergang und sind erstaunt, dass uns nicht sehr viele Mücken plagen, haben wir doch von Billionen von Insekten gehört und gelesen.

Bereits kurz nach 6 Uhr ist tagwacht, kreischt, kräht, piepst und trilliert es doch um uns rum.

 

Die Pferde werden vom Gaucho von der " Weide" geholt, denn der Ausritt gehört zum Programm einer ebenfalls auf der Fazienda anwesenden Touristengruppe.

 

Wir ergötzen uns derweil an den blauen Aras die einen Höllenlärm veranstalten.

 

Bald schon sind wir unterwegs, freuen uns ob der Tierwelt und merken erst gar nicht wie sich der Himmel zuzieht. Wir treffen auf ein Holländisches Pärchen, das das Pantanal in umgekehrter Richtung durchquert und anschliessend mit dem Ponton von Corumba in den Nordpantanal schippern will. Vielleicht sieht man sich ja wieder.

 

Eigentlich möchten wir nochmal hier auf einem Campground übernachten. Leider sind aber die Stellplätze noch ziemlich versumpft und so fahren wir raus auf die Asphaltstrasse, wo es auch schon schüttet wie aus Kübeln. Gut sind wir weg von den Erdpisten. 

 

Auch im 100 km entfernten Miranda, dem Ende des südlichen Pantanals gibt es für uns keine Möglichkeit auf einen der Campingplätze zu fahren, also stellen wir uns auf einen riesigen befestigten Platz am Rande, lassen die Eindrücke Revue passieren und ruhen unsere Augen aus.

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Mo

01

Jul

2019

Corumba

Wir haben es tatsächlich geschafft.

 

Wir kommen gegen 10.00 Uhr an die Grenze, müssen verschiedene Fotokopien von den Fahrzeugpapieren, Aloises Pass, Ausreisestempel und dem Einreiseformular machen lassen. Das alles für die Ausreise aus Bolivien! Die Dame wirft noch einen Blick ins Fahrzeug, fotografiert mit ihrem Handy unser Autoschild und die Chassisnummer und wir dürfen ausreisen.

 

Dann geht es über die Brücke. Unser ausgefülltes Formular für das Fahrzeug wird von den Brasilianischen Grenzbeamten akzeptiert, dann noch schnell den Stempel in den Pass holen und ohne Blick ins Auto passieren wir die Grenze. Wir sind  in Brasilien. 

 

Noch vor dem Mittag erreichen wir Corumba und lassen das fast wie Musik klingende Portugiesisch auf uns einwirken.

 

Auch hier ist alles quadratisch und einen zentralen Platz gibt es auch. Was uns auffällt ist, dass es nur sehr wenige Tauben und fast keine wilden Hunde gibt.

 

Sieht aber auch fast so aus, als wollen die uns unser Geld nicht unter die Leute bringen lassen, denn erst am vierten Automaten gelingt es uns Geld zu ziehen.

 

Im Supermarkt decken wir uns mit frischen Nahrungsmitteln ein und stellen uns anschliessend an den Rio Paraguay. 

 

Von Corumba aus kann man mittels Ponton, samt Womo in drei Tagen mitten durch das Pantanal nach Porto Jofre schippern. Wir überlegen hin und her, ob wir das denn nun tun sollen. Entscheiden uns aber dagegen, erscheint uns nicht nur der Preis zu hoch, nein auch das Warten bis Freitag zu lange. Zudem wissen wir nicht, ob die Piste von Porte Jofre aus für uns machbar ist und wir schlimmstenfalls per Schiff zurück nach Corumba müssten. 

 

So werden wir morgen mit dem Womo ins südliche Pantanal reinfahren und freuen uns schon auf alles, was es da für uns zu sehen geben wird. Auf die angekündigten Mücken freuen wir uns nicht so sehr.

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So

30

Jun

2019

Puerto Suarez

Wir schauen uns das alte Santa Cruz an. 1561 gegründet und später 250 km weiter westlich aufgebaut, da die kriegerischen Auseinandersetzungen, die Eroberer nach Westen zwangen. Es gibt nicht viel mehr als ein paar Grundmauern und Erklärungen zu bestaunen.

 

Das Valle de la Luna mit seinem Kreuzweg besichtigen wir ebenfalls und geniessen die Aussicht vom Tafelberg in die Weite.

Bald schon tauchen in der Ferne weitere Tafelberge auf und das Gebiet wird hügeliger. Bei 35 Grad Aussentemperatur sind wir froh an den Aguas Calientes anzukommen.

Der Fluss ist tatsächlich 39 Grad warm und kristallklar. Herrlich. Leider können wir nur eine Nacht auf dem Badegelände bleiben, da die Anlage jeweils  am Montag geschlossen ist.

Also halt weiter nach Puerto Suarez. Hier wollen wir auf Anraten vieler Reisender das Formular für unser Womo im Internet ausfüllen und ausdrucken, ansonsten es anscheinend keine Einreise nach Brasilien gibt.

 

Leichter gesagt als getan. Wir verbringen zuerst geraume Zeit mit der Suche nach einem W-Lan und danach plagen wir uns mit dem für uns zum Teil unverständlichen Formular rum. Schliesslich ist uns das gelungen, aber wir können trotzdem nicht rüber, da die Schalter für die Grenzabfertigungen am Sonntanachmittag geschlossen sind.

 

Also stellen wir uns in Puerto Suarez an den See, geniessen zum ersten Mal im Leben einen fritierten Piranha, echt lecker und echt gross.

 

Am Morgen ist der Himmel bedeckt und die Stimmung mit den vielen Vögeln, die auf unserem Dach rumpicken, hoffentlich nehmen unsere Solarpanels keinen Schaden, ziemlich mystisch.

 

Und die Spannung steigt, ob wir nun mit unserem Formular nach Brasilien reinkommen.

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Fr

28

Jun

2019

San Jose de Chiquito

Langsam wollen wir weiter, aber vorher können wir bei einem Autoschlüsselmacher in Santa Cruz unseren Zündschlüssel nachmachen lassen. Es dauert zwar eine gute Stunde bis er den Rohling mit viel exakter Handarbeit geschliffen, gebohrt und den Code mit seinem Gerät programmiert hat, aber unser Ersatzschlüssel funktioniert danach tadellos. Wir sind jetzt wieder entspannter unterwegs.

 

Einen Brief den die Schweizer Bank mit Orginialunterschrift zugestellt haben will, können wir nicht aufgeben. Wir haben tagelang eine Post gesucht, bis wir erfahren, dass DHL, diesen Part von der pleitegegangenen Post übernommen hat, doch die DHL ist dünngesät und wir werden auch da nicht fündig. Uebringens ist ein Brief, den wir im Februar in Chile aufgegeben haben, bis jetzt nicht auf der Schweizer Bank eingetroffen.

 

Ach ja und die Restzahlung für die Klimaanlage, die wieder aber nicht mehr vollständig zurück auf meinen Konto gelandet ist, ging dank der Mithilfe von Reto Gerber aus dem Rosaleda Resort doch noch an den Elektromechaniker in Filadelfia.

 

Wir rasen also mit 100 Stundenkilometer über die schnurgerade Strasse durch den „Bolivianisch- Brasilischen Korridor gegen Osten. Eigentlich möchte ich in dieser Gegend eine Siedlung der traditionellen Mennoniten besuchen. Sie leben wie vor 200 Jahren sprechen ein nicht sehr gut verständliches Plattdeutsch und verweigern alles was die Moderne so mit sich bringt. Aber Alois rast und wir sehen lediglich einige Pferdekutschen, mit Latzhosenmännern und Frauen in altertümlichen Trachten. Schade.

 

Auch gibt es verschiedene Jesuitische Missiones mit den typischen Holzkirchen, vielleicht bekomme ich ja davon noch was zu sehen.

 

 

Nach 250 km, die Temperaturen sind inzwischen auf 29 Grad gestiegen, erreichen wir bei völliger Dunkelheit San Jose de Chiquito und stellen uns beim 5 Sternehotel in den Garten neben den Swimmingpool.

Anderntags suchen wir den Hauptplatz im Zentrum mit seiner imposanten 

Steinkirche, die jedoch geschlossen ist.

 

Im Städtchen findet eine „ Olympiade“ statt, die den ganzen Tag über dauert. Trommeln ertönen und die Menschen sind vor und nach der Siesta alle auf den Strassen.

 

Bei unserer Rückkehr zum Hotel, hat sich ein junges Amerikanisch- Schweizerisches Pärchen mit ihrem Jeep eingefunden. Sie sind von Halifax seit geraumer Zeit durch ganz Amerika unterwegs und möchten ab Herbst wieder in der Schweiz in Brot und Arbeit stehen. Das wird ihnen sicher nicht so leicht fallen, nach dieser Zeit der absoluten Freiheit.

 

Nach 23 Uhr ist es vorbei mit der Ruhe in San Jose de Chiquito Von überall her schallt Musik und die Hähne und Hunde geben ebenfalls tausendfach ihren Senf dazu. Was für eine Nacht. Um 8 Uhr morgens wird die Musik vom Trommeln abgelöst. Wir sind froh aufstehen zu können um den Tag in Angriff zu nehmen.

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