Aktuelles

Mi

18

Sep

2019

Cuenca zum Zweiten

Wir parken um, neben den Fluss, wo wir gratis stehen können und verbringen einen zweiten Tag in Cuenca.

 

Zuerst besuchen wir die alten Inkaruinen, von denen nicht viel übrig geblieben ist. Anfangs des 15.Jhd. als die Inkas ihr Territerium ausdehnten, stiessen sie in der Sierra Ecuadors, im Bereich des heutigen Cuenca auf harte Widersacher, die Canari-Indios. Im Inkabürgerkrieg wurde der Inka-Herrscher Atahualpa von den Canaris, die auf der Seite dessen Widersachers Huascar kämpften, gefangen genommen. Nach seiner Flucht errang er in Ambato den Sieg über Huascar und kehrte dann nach Cuenca zurück um Rache zu nehmen. Alle Canari-Männer wurden getötet und die Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Alois:" Es ist doch immer das Gleiche, seit es die Menschheit gibt."

 

Natürlich geht es nachher nochmals ins historische Zentrum, wo wir uns kulinarisch für wenig Geld so richtig verwöhnen lassen. 

 

Nach dem Besuch der Markthalle kehren wir nochmal beim Panamahut-Museum ein und lassen uns die Herstellung vorführen bevor wir uns vom Fachmann die richtige Grösse des Hutes anpassen lassen. Wir sind nun ebenfalls stolze Besitzer eines echten in Ecuador hergestellten Panama-Hutes.

 

Natürlich fängt es gerade jetzt an zu nieseln und nass dürfen die Sonnenhüte nicht werden, also leisten wir uns ein Taxi um zu unserem Womo zurück zu kehren.

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Di

17

Sep

2019

Cuenca

Nach einem unterhaltsamen Abend mit wechselweitigen Tipps für die Weiterreise, fahren Susanne und Michael gegen Süden und wir in die Berge nach Osten.

 

Zuerst ellenlang durch Bananenplantagen, bevor es hoch in den Regenwald geht. Schliesslich kommen wir an einem Stausee vorbei und die Zone wechselt abrupt von grün in braun, felsig und bröckelig. Genauso schnell wird alles wieder grün und Nadelhölzer und Kühe prägen das Bild. Wir wähnen uns auf einer Schweizer Alp, einfach nur auf 2500 m.

Angekommen in Cuenca, haben wir echt nicht das Gefühl uns in Südamerika aufzuhalten. Die Stadt ist sowas von sauber, Fahrradspuren, Fahrräder zu mieten, Busse mit Euro 5, ganz wenig Gehupe und kein einziges Mototaxi. Eine ganz andere Welt.

 

Wir kurven über eine Stunde rum auf der Suche nach einem für uns möglichen Parkplatz und stehen schliesslich auf dem Hospitalparkplatz, nicht gerade billig für ein paar Stunden und die Nacht löhnen wir 13 Dollar. Ueberhaupt ist Ecuador um einiges teurer als Peru, ausser den Dieselpreisen ( 1 Dollar pro Gallone)

 

Zuerst geniessen wir im Garten eines hübschen Kaffees, welche wir in Peru ungemein vermisst haben einen leckeren Kaffee mit Beilage.

 

Danach zwei Kilometer Marsch, über den Fluss und rauf ins historische Zentrum. Kirchen, Kirchen, Kirchen und Häuser aus der Kolonialzeit. Viele Touristen und viele Boutiquen.

 

Auch das Hutmuseum finden wir. Der Panamahut wurde und wird nämlich in Ecuador hergestellt, auch heute noch in Handarbeit, sehr aufwendig und dementsprechend teuer. Wir kaufen keinen, haben doch genug Hüte. Vielleicht kaufe ich dann doch noch einen.

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Mo

16

Sep

2019

Ecuador wir kommen

Der Grenzübertritt verläuft, abgesehen davon, dass wir nicht so genau wissen, wo wir uns für was melden müssen, absolut unspektakulär und nach einer halben Stunde, ohne Kontrolle des Autos sind wir in Ecuador, dem kleinsten südamerikanischen Staat.

 

Auf der ecuadorianischen Seite, direkt am Grenzübergang haben Unicef und Co ein kleines Lager für Venezuela Flüchtlinge errichtet.

 

Auf Anraten eines jungen Pärchens aus Costa Rica fahren wir erstmal den Nationalpark Arenillas an. Dort werden wir sehr herzlich vom Ranger begrüsst und registriert. 

 

Das Stehen und die Benützung der Anlagen, sowie das Laufen auf den genau bezeichneten Wegen zur Tierbeobachtung ist umsonst. Unsere Bemühungen ein Tier zu sehen ebenfalls. Es ist knochentrocken und mittels eines kleinen Zündholzes stünde alles innert Sekunden in Flammen. Laut Ranger regnet es so richtig im Januar und dann wird's grün, grüner am grünsten.

 

Eine ecuadorianische Grossfamilie drängt sich zwecks Besichtigung in unser Womo und möchte alles, aber auch wirklch alles wissen und sogar das Gesicht der Grossmutter hellt sich auf, nachdem sie begriffen hat, dass wir keine Amis, sprich Gringos sind und lässt sich zufrieden in einen unserer Campingstühle fallen.

 

Die Nacht ist absolut ruhig, kein Geräusch stört unseren Schlaf. Wecken tun uns dann am frühen Morgen die Vogelstimmen in allen Variationen.

 

Wir möchten die Weiterreise durch Ecuador planen, haben uns wie so üblich schlecht bis gar nicht vorbereitet, lesen zwar seit zwei Tagen die Reiseführer, aber hätten jetzt zwecks weiterführenden Infos gerne Internet, aber natürlich gibt es hier im Park lediglich Natur.

So fahren wir nach Puerto Santa Rosa, sehen uns erst das Fischerdörfchen an, dass sich jetzt zu einem Touristenörtchen gemausert hat und stellen uns dann auf den dortigen Camping und Freizeitpark für Familien.

 

Als wir nochmals ins Dörfchen laufen ist alles noch friedlich und ruhig auf dem Platz.

 

Interessant ist, dass im Dorf jedes Haus vergittert ist und sogar die Geschäfte lediglich durch eine kleine Oeffnung im Gitter ihre Kunden bedienen. Man fühlt sich da gleich wahnsinnig sicher.

 

Zurück auf dem Stellplatz erleben wir mal wieder ein echtes Kontrastprogramm. Die Musik schallt aus den Lautsprechern und die Kinder tollen im Pool rum.

 

Neben uns steht Michael, ein Deutscher, der seit 30 Jahren in Kalifornien lebt und nun auf der Reise nach Patagonien ist.

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Sa

14

Sep

2019

Peru ade

Der letzte Tag in Peru auf dem Camping Swiss-Wassi vergeht schnell und genau so schnell zieht es uns über die Grenze nach Ecuador. 

 

Das Walwatching lassen wir sein.

 

In Cabo Blanco hatte übrigens Ernest Hemingway die Inspiration für seinen Bestseller " Der alte Mann und das Meer" und einen Grossteil des Buches geschrieben. Auch Teile des Films fanden hier ihre Kulissen. An dieser Küste ist des Planktonreichtums wegens nicht nur die Kinderstube der Wale, nein es gibt auch bis zu 700 kg schwere Schwertfische.

 

Nur noch die Europabrücke in Tumbes überqueren........

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Fr

13

Sep

2019

Der Pazifikküste entlang nordwärts

Auf der Panamericana geht die Fahrt weiter bis es uns aushängt, wir wollen an die Küste und so machen wir das dann auch.

 

Das üppige Grün, die Reis-, Bananen-, und Kokosplantagen, weichen der Wüste und irgendwann fahren wir halt wieder auf einer Erdpiste, aber was soll's.

 

In dieser Region wird Erdöl gefördert. Sei es an Land wie auch mittels Bohrinseln im Pazifik. Es ist das grösste Erdölabbaugebiet Perus. Wir werden genaustens kontrolliert und die Angaben werden ins grosse Buch geschrieben, bevor wir nach Lobitos einfahren dürfen.

 

Lobos sehen wir da keine, dafür Fischer, Pelikane und Surfer. 

 

Als die Sonne untergeht, schläft der Wind und wir ebenso bald ein.

Vorbei an Cabo Blanco, rein nach Nuro. Die Fahrt mutet surrealistisch an. Lebendsfeinliches Gebiet, einzelne Begegnungen, viele Pumpen, viele Pipelines, einige Wachhäusschen.

 

Hier in Nuro soll man Wale vom Land aus sehen. Was wir sehen sind viele Meerschildkröten, mit denen man vom Pier aus schwimmen kann. Mit Schwimmweste und Bewacher. Es ist erstens eher frisch im Wasser und sowieso, das möchte ich nicht, die Dinger sind ja riesig.

 

Walwatching mit dem Boot wäre möglich.

 

Weiter nach Los Organos, vielleicht sehen wir hier Wale. Unterwegs sehen wir zwar zwei junge Wale am Strand, aber die sind leider mausetot, dafür laufen die Krabben wie wild auf dem Sand herum, kommen wir ihnen zu nahe, verschwinden sie wieselflink in Sandlöchern und natürlich können wir auch viele Möwen beobachten.

 

Schliesslich fahren wir mitten durch eine Oel-Sammelstelle mit Riesenturbinen und kurz darauf machen wir einen unfreiwilligen halbstündigen Halt. Zum Glück fährt gerade ein Arbeiter vorbei der beim Freipuddeln des Womos und der Piste hilft. Muchas grazias. 

 

Noch zwei, drei Kurven und wir sind in Los Organos, stellen uns an den Strand und sehen auch hier schwimmende Menschen mit Meerschildkröten.

 

Natürlich gibt es auch von hier aus Walwatching. Aber soll ich es wagen in ein Boot zu steigen? Schliesslich habe ich seit etlichen Tagen, genau genommen seit meiner letzten grossen Portion Ceviche, einen sehr nervösen, wenn nicht gar überreizten Darm.

 

Da trink ich mal etwas Alkoholisches, wer weiss vielleicht geht es mir und meinem Verdauungssystem danach besser.

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Mi

11

Sep

2019

Lambayeque/ Chiclayo

Am Vormittag trudeln wir unangemeldet bei Divemotor in Lambayeque ein. Nach kurzer Rücksprache des Portiers mit Fiat dürfen wir aufs Gelände fahren.

 

Sofort nimmt sich ein Fiatmitarbeiter uns an, erkennt unser Problem mit der fehlenden Luftzufuhr durch unser Belüftungssystem. Wir können seit ein paar Tagen die Lüftung im Fahrerhaus nicht mehr einschalten, auch wenn es zwischenzeitlich unangenehme 35 Grad warm waren, da der Motor lediglich ein lautes Brummen von sich gibt und die ganze Armatur bebt und zittert. Alles vom Staub und Sand verstopft.

 

Nach ein paar Stunden warten im klimatisierten Räumchen mit der tollen Kaffeemaschine, die ich ausgiebig nutze und lesen eines Krimis, ist der Pollenfilter durch einen von uns mitgeführten ersetzt und das gesamte System durchgepustet und gereinigt. Alles paletti, der Motor schnurrt wieder wie gehabt und frische Luft strömt aus den Düsen. Auch die Scheibenwischer werden erneuert. Wir löhnen 85 Dollar und machen uns auf der Panamericana durch die Wüste auf nach Norden.

 

 

Nach 40 km, die Sonne geht gleich unter, gibt es beim Kreuzen mit einem Lastwagen einen „Riesenchlapf“ und wir haben ein Spinne in der Frontscheibe. Ein bisschen Glas rieselt auf’s Armaturenbrett. „ Sch……..“.

Beim nächsten möglichen Halt an einem über 24 Stunden bewachten Rastplatz nächtigen wir. Am Morgen hat sich dann einer der Risse bis fast ans untere Ende der Scheibe ausgebreitet.

 

Wenden und die 60 km zurück nach Lambayeque. Bei Fiat werden wir sofort, wie alte Bekannte durchs Tor eingelassen und die Mannschaft klärt ab, ob unsere Scheibe von Lima aus geliefert werden kann. „ Euer Modell ist leider zu neu und nicht erhältlich. Aber wir klären ab, ob wir euch eine Alternative anbieten können. Wollt ihr hier auf dem Gelände übernachten?“ Wollen wir nicht.

 

Wir stellen uns für die Nacht am Rande von Lambayeque auf einen Hotelrasen.

 

So können wir noch den Tumbas Reales de Sipan besuchen. Der ganze Stolz Nordperus. Eine nachgebaute Pyramide in der sich drei Königsgräber mit den dazugehörigen Grabbeigaben befinden, unter anderem das des Herrschers von Sipan selbst. Die Sipan sind wohl laut Ueberlieferungen, mit Schilfbooten vom Meer her gekommen und haben sich hier angesiedelt.

 

Ins Museum rein nehmen darf man gar nichts, vor allem keine Kamera und kein Smartphone, fotografieren streng verboten.

 

Nachher durchstreifen wir den grossen überdachten Markt und sehen uns den Plaza de Armas und die Kirche an.

Um 10.00 Uhr trudeln wir wieder bei Fiat ein und müssen erst mal warten, ist aber kein Problem bei gutem Kaffee. Leider ergeben auch die intensiven Recherchen nach einer Alternative keine Ergebnisse. Die Lieferung aus Europa würde ungefähr 20 Tage dauern. „ Vielleicht können sie euch in Chiclayo die Risse fixieren, damit sie sich nicht noch weiter ausbreiten, wir hier können das nicht.“

 

Also die 12 km nach Chiclayo. Eine selten vermüllte, staubige und heute windige kühle Stadt. Dabei haben wir doch bei Fiat im Hochglanzprospekt gelesen, dass die Schweizer vor zwei Jahren für sehr viel Geld Müllautos für Chiclayo gespendet haben. Sehen tun wir lediglich Abfallberge, aber keinen „ Kübelwagen.“

 

Nach mehrmaligem  Nachfragen, finden wir schliesslich die „Autoglasreparaturstrasse“. Wir stellen uns vor ein im Moment noch geschlossenes Geschäft und werden sofort vom  geschäftstüchtigen Manuel nach vorne zu seinem Geschäft gewunken.

 

Wir möchten eigentlich ein Glas-Reparatur-Kit kaufen, doch Manuel sieht sich das Malheur an, misst die Scheibe aus, bedeutet Alois ihm in sein Lager zu folgen und da steht tatsächlich genau "unsere" Scheibe rum. Manuel schreibt auf das völlig verstaubte Glas (Import aus USA) mit dem Finger 650 US Dollar und der Handel wird mit Handschlag besiegelt.

 

Ein paar Stunden später ( tolle Arbeit Manuel, du hast uns glücklich gemacht!) können wir mit unserer neuen Windschutzscheibe die Reise fortsetzen und stellen uns zur gleichen Raststätte wie zwei Tage zuvor. Diesmal schlafe ich eindeutig besser, da ich keine Angst mehr haben muss, dass mir die Scheibe um die Ohren fliegen wird. Alois:“ Das wäre sowieso nicht passiert.“

 

Hier ist das Internet mal wieder grottenschlecht, die Bilder folgen später

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So

08

Sep

2019

Ueber die Berge wieder an die Küste

Morgens um 7 Uhr kommt die Sonne hoch es ist 6 Grad warm und die dunklen Wolken kommen langsam näher.

 

Wir wollen weg, bevor es anfängt zu regnen und uns auf der schmalen Erdpiste die Touristenjeeps entgegenkommen.

 

Tatsächlich sind wir um 9 Uhr auf der schönen und asphaltierten Strasse und fahren entlang des Flusses durch eine imposante Schlucht. Eine der schönsten Strecken, die wir auf unserer Reise befahren.

 

Trotzdem wollen wir raus aus dieser Amazonasregion, steht doch die Regenzeit an und dann sind oftmals Strassen verschüttet, beim Anblick des oftmals bröckeligen Gesteins, kein Wunder.

 

Irgendwann weitet sich das Tal und Reis, Reis und nochmals Reis, daneben gibt es Kokos und viel Cacao, wo früher mal ein grosses Coca-Anbaugebiet war.

 

Wir fahren und fahren, die Kordilleren scheinen mal wieder kein Ende zu nehmen. Nach 350 km und 11 Stunden sind wir durch, erreichen das sehr ärmlich wirkende Tal, schöne Plätze in den Zentren der Dörfer gibt es nicht mehr. So stellen wir uns an eine Tankstelle und schlafen beim nahen Discolärm nicht so gut.

 

Ein paar Kilometer weiter erreichen wir die Freizeit und Ferienanlage las Pirkas wo wir einen Ruhetag einlegen.

 

Echtes Kontrastprogramm zu den letzten Tagen. Künstliche Bespassung, Pool mit Rutsche und einen kleinen Zoo, wo wir " endlich" mal die Affen in Ruhe ablichten können.

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Fr

06

Sep

2019

Sakrophage von Karajia

Zuerst besuchen wir das 40 km entfernte Chachapoyas, die Hauptstadt Amazoniens auf 2240 Höhe. Es ist auch das Tor um ins Amazonastiefland zu gelangen.

 

Wir verweilen nicht lange in Chachapoyas, da wir als einzige am Plaza de Armas parken, eine andere Möglichkeit finden wir nicht, sind jedoch von der langen und für Südamerika eher seltenen Fussgängerzone sehr angetan.

 

Auch haben wir eine Stunde später wider Erwarten keine Busse und keine Polizei am Auto und können fast ungehindert, ausser der kleinen Demo vor dem Gemeindehaus die uns eine Weile aufhält, unsere Fahrt fortsetzen.

Wir machen uns nun auf den Weg nach Karaija. In Tingo hat uns der Tourismusmensch erklärt, dass wir mit dem Auto die 40 km hoch zum Oertchen fahren und danach in einer halben Stunde runter zu den Sarkophagen laufen könnten, zurück dauere es dann etwas länger. Wir glauben ja immer alles.

 

Die Fahrt über die schlechte schmale Erdpiste dauert dann knapp 2 Stunden. " Lass uns umdrehen, der Weg ist ja nur noch noch ein Trampelpfad." " Kommt nicht in Frage, die letzten Kilometer schaffen wir auch noch," so Alois.

 

Es beginnt zu regnen und die Piste wird auch noch glitschig, aber wir erreichen Karaija heil und stellen, nicht mal zu unserem Erstaunen, fest, dass die anderen paar Touris mit Jeeps ankommen.

 

Für einmal sind es die Jungs aus dem Dorf, die all ihren Mut zusammenklauben und uns um eine Besichtigung unseres rollenden Heim bitten.

Die anderen Touris machen sich trotz Regen auf den Weg nach unten, wir haben Zeit zu warten, bis der Regen ein Einsehen hat und machen uns erst dann an den Abstieg. Eine junge österreichische Touristin die uns schnaufend entgegenkommt meint:" Lachhaft, das ist nie und nimmer bloss ein Kilometer." Das sind ja gute Aussichten.

 

Nach dem beschwerlichen Abstieg, sind aber die Aussichten einmalig. Eine selbst für Peru einzigartige Sehenswürdigkeit.

 

1985 wurden die geheimnisvollen Steinstatuen erstmals der Oeffentlichkeit vorgestellt. Es sind Sarkophage, denn sie bargen Mumien in Hockerstellung. Die Statuen enden in gemeisselten Gesichtern, die Nasen mit akkurat ausgearbeiteten Nasenlöchern sind auffallend gross und es scheint, als ob die Menschensäulen einen Helm und einen Bart tragen, irgendwie erinnern sie an die Steinstatuen von Rapa Nui ( Osterinsel). Ueber ihnen thronen in der Felsenwand einige Totenschädel.

 

Unter den Felsen, wo die Sarkophage weit oberhalb platziert sind, wie kommt man bloss auf die Idee, hier eine Grabstätte zu errichten, kraxeln wir zum zweiten Aussichtspunkt und können einfach nur staunen.

 

Leider müssen wir auch wieder alles zurück und hätten es wohl nicht vor Einbruch der Nacht geschafft, hätten wir nicht todesmutig, doch so ein bereitstehendes Pferd bestiegen und uns zurück nach Karaija tragen lassen.

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Do

05

Sep

2019

Wolkenkrieger

So nun aber auf zu den Chachapoyas „ Wolkenkriegern“. Alles ist hier gut organisiert. Zuerst mit dem Bus von Tingo Nuevo zur Seilbahn und dort mit der ersten touristischen Seilbahn Perus, welche im Jahr 2017 eröffnet wurde auf 3000 m Höhe.

 

Der geneigte Leser hat vielleicht mit Erstaunen festgestellt, dass wir weder Cusco noch den Machupicchu besucht haben. Eine absolut bewusst gefällte Entscheidung, dort gibt es nicht nur für uns viel zu viele Menschen, nein es ist für Europäer auch fast unerschwinglich und das Geld geht an den amerikanischen Investor.

 

Die Anlage der Wolkenkrieger ist die zweitgrösste Perus. Noch nicht so touristisch ausgeschlachtet und absolut erschwinglich. Mit 10 Euro inkl. Bus, Bahnfahrt und Eintritt ist man dabei.

 

Die Wolkenkrieger ein wahrhaft fites und wehrhaftes Indianervolk, das so vermutet man im 9.Jhd.aus Kolumbien eingewandert ist und am Andenabhang Fürstentürmer auf zwischen 2800 und 3400 m Höhe gegründet hat.

 

Der Inkakönig Tupac besiegte die Chachapoya um 1470, konnte sie aber letztendlich nie endgültig unterwerfen. Trotz Massendeportationen und härtesten Strafaktionen kam es immer wieder zu Aufständen gegen das Inkareich. Der Historiker Waldemar Espinoza vertritt die Auffassung, dass die Chachapoya den härtesten Widerstand gegen die Inka leisteten.

 

Erst  den Spaniern gelang es um 1570 die Wolkenkrieger zu bodigen.  Doch Kuelab wurde so wie es aussieht, auch von den Spaniern nicht entdeckt. Es sollen weisshäutige, grössere Menschen gewesen sein, deren Frauen sehr schön gewesen seien und die auf den Darstellungen sogar bei Kriegshandlungen mitgewirkt haben.

 

Wir kraxeln hoch und schnappen dabei nach Luft. Ein Pferd besteigen, sowie es viele andere Besucher machen, wollen wir nicht. „ Diesen steilen Trampelpfad hoch auf einem Pferd, nie im Leben.“

 

Wie um dem Namen der ehemaligen Bewohner Genüge zu tun, hängen die Wolken immer tiefer und es beginnt zu nieseln, trotzdem ist die Aussicht in alle Richtungen fantastisch.

Die gewaltige Festungsanlage, gebaut aus 100 bis 200 kg schweren Granitblöcken, liegt auf dem höchsten Bergrücken der Gegend. Sie wurde 1843 eher zufällig entdeckt. Datiert wird sie aus dem 12.Jhd.n.Chr.

 

Das gesamte Areal ist von einer ca. 1.5 km langen und knapp 20 m hohen Festungsmauer umgeben, die die Form einer Ellipse mit einer maximalen Weite von 120 m hat. Nur drei Eingänge führen ins Innere, die so eng sind, dass jeweils nur eine Person durchtreten kann. Also eine ideale Bauweise um Feinde effektiv bekämpfen zu können.

 

Im Innern gibt es mehrere Stadtviertel mit über 400 ovalen bis runden Steinhäusern, deren Mauern mit geometrischen Mustern verziert sind.

 

Wieder zurück in Tingo Nuevo, das alte Tingo wurde 1993 grösstenteils durch Hochwasserfluten weggerissen, wobei es keine Toten zu beklagen gab, da die Menschen zu diesem Zeitpunkt auf den Feldern waren, stellen wir uns für die Nacht auf den Plaza Armas, wo gerade ein mehrtägiges Fest stattfindet.

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Mi

04

Sep

2019

Leimabamba

Die nächste Etappe von 280 km ist dann wieder eine echte Herausforderung. Es geht auf schmaler Strasse bergauf und runter, von hohen Pässen zum tropischen Flusstal( 800m) um dann schliesslich über den Abro Barro Nero ( 3650 m) und durch Weideland Leimabamba ( 2200) zu erreichen.

 

Die Vegetation und die Temperatur wechseln ständig, von 6 Grad bis zu 35 Grad. Es ist durchaus möglich, dass wir uns nach 2-stündiger Fahrt, luftlinienmässig gerade mal 10 km weiter bewegt haben.

 

Nach 8 Stunden kommen wie völlig groggy im kleinen gepflegten Bergdorf an und werden von den Bewohnern aufs Herzlichste begrüsst.

 

Verschiedene Mädchengruppen besichtigen begeistert unser Womo und machen mit Alois Interviews.

 

Wir stellen gerade fest, dass wir schon lange keinen Camper mehr gesehen haben, da kurven Mia, Bart und Ena mit ihrem Camper aus Chachapoya kommend um die Ecke und stellen sich hinter uns. Der Abend vergeht mit Gesprächen über Reiseerlebnisse und vielen Tipps für die jeweilige Weiterreise wie im Fluge.

Am Morgen hat sich dann Amei, die über 70-jährige seit Jahren Alleinreisende, mit ihrem kleinen Auto bei uns eingefunden. Frühstück gibt es auf dem Plaza de Armas.

 

Wenig später findet sich die Seniorentruppe von Leimebamaba ebenfalls auf dem Platz ein um ein Wurfspiel mit kleinen Steinen zu veranstalten.

 

Wir fahren ein paar Kilometer zurück und besuchen etwas ausserhalb von Leimabamba eines der schönst gestalteten Museen Südamerikas.

 

Es gibt Videoerläuterungen über den im Jahre 1996 völlig unversehrten Fund von über 300 Mumien der Chachapoyas, die in einem Felsengrab weit oberhalb der Lagune del Condor entdeckt wurden.

 

Sie betrieben zwar eine andere Art der Mumifizierung, jedoch ebenfalls in hockender Stellung, in der Ausstellung gibt es viele Grabbeigaben und sonstige Stücke aus ihrer Zeit ( 500 - 1570 n.Ch.) zu bewundern.

 

Danach verabschieden wir uns von unseren Reisebekanntschaften und nehmen die 40 km Strecke bis kurz vor Tingo unter die Räder. Dort stellen wir uns auf die von Oscar liebevoll gestaltete  Estancia Chillo. ( Empfehlung von Sofia und Juan).

 

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