Am hohen Atlas entlang nach Midelt

Weiter geht die Fahrt nach Riche. Auch hier in dieser Stadt wimmelt es von Menschen. Eigentlich haben wir noch keinen Hunger, lassen uns jedoch zu einer kleinen Tajine für 25 Drh. überreden. Wir bekommen dazu ein kleines Schälchen Reis mit Oliven, ein kleines Schälchen Tomaten mit Zwiebeln, eine Flasche Wasser und zum Schluss einen Tee ( alles unbestellt) und danach eine Rechnung von 130 Drh. " Was soll das, der hat uns doch übers Ohr gehauen und du gibst dem noch Trinkgeld." " Das mach ich immer." Wir streiten ein bisschen und ich rege mich auf dem ganzen weiteren Weg bis nach Midelt auf.

 

Die Gegend ändert sich eklatant. Keine Palmen mehr, dafür Tannenbäume, blühende Obstbäume, Honigverkauf an der Passstrasse und nur noch 19 Grad Wärme. Beim Stopp an einer Bucht ohne Honigverkauf, kommt eine wirklich arme Familie in Windeseile von irgendwo daher. " Gebt uns was." " Bonbon, Puppen, einfach irgendwas." Alois verteilt spanische Nüsse und Orangen. Er versucht ihnen das Wort Danke zu entlocken. Anscheinend kennen sie das nicht. Weder auf berberisch, noch auf französisch, englisch oder deutsch. Also fahren wir weiter.

 

Angekommen in Midelt stellen wir uns auf den sehr gepflegten Camping Municipal und werden mit einem Tee empfangen. Der Alte der daneben sitzt, lebt in Ilmichil, arbeitet anscheinend mit einer Kooperative von Witwen zusammen und möchte mir die angegliederte Boutique zeigen. Dann halt. Teppiche will ich nicht. Fossilien will ich nicht. " Haben sie nicht den Rosmarinhonig aus Ilmichil, von dem sie mir so vorgeschwärmt haben?" " Oh ja den habe ich, möchten sie einen Liter oder zwei Liter?" " Was kostet ein Liter?" " 700 Drh." Ich muss lachen," dann kaufe ich den Schweizer Honig, der ist gut und erst noch viel günstiger." Nach dem Erlebnis in Riche bin ich immer noch etwas geladen. Er will mit mir diskutieren, aber ich habe keinen Bedarf mehr. Da lässt er mich schliesslich in Ruhe.

 

Midelt ist schon ganz anders, als die Gegenden die wir im Süden gesehen haben. Wir entdecken eine Kirche und Häuser die zum Teil schräg und mit richtigen Ziegeln gedeckt sind. Die Berge im Hintergrund sind noch leicht mit Schnee bedeckt. Kein Wunder schliesslich befinden wir uns auf 1500 müM. 

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