10. bis 18. September     Lemberg (UA) - Krakau ( PL)

Samstag, 10. September         Lemberg ( UA) bis  Przemysil ( PL)

 

Lemberg erschlägt uns fast. Das historische Zentrum und die Altstadt sind riesig. Wir fahren mit dem Bähnchen und haben die Deutschen Erklärungen im Ohr. Geblieben ist nicht viel. Es gibt über 3000 Löwen und hat oftmals gebrannt. 15..? ist ganz Lemberg abgebrannt und alles was jetzt steht wurde danach gebaut. Alois weiss noch, dass der Schah von Persien und viele andere im besten Hotel der Stadt abgestiegen ist.

 

Bei unserer Rückkehr auf den eingezäunten und mit Hund und Mann bewachten Parkplatz steht unser Einstiegschemel vor dem Camper und die Türe ist offen. Ich: „ Bist du sicher, dass du abgeschlossen und den Schemel reingestellt hast?“ Alois: „Aber natürlich, was denkst du denn?“ Es fehlt nichts, ist aber einiges verstellt. „So komisch, wieso haben die den Laptop nicht genommen, der auf dem Alkoven liegt.?????“  Irgendwie haben wir genug von Lemberg und der ganzen Ukraine und fahren Richtung Grenze.

 

Um 17.00 Uhr ukrainische Zeit erreichen wir dieselbe. Gut Ding will Weile haben. Einige Scherzkekse hupen, und oder drängeln sich dazwischen, wenn es wieder mal 1 m vorwärts geht.  Irgendwann sind wir aus der Ukraine raus und stehen vor Polen. Alois geht mal nach vorne. „Du die packen alles aus den Autos aus, das wird ja lustig wenn das bei uns auch so geht.“ Wir rechnen aus, wie lange es bei diesem Tempo noch dauern wird. Jedes Auto eine halbe Stunde, na dann Prost! Es wird dunkel und wir sind an der Reihe. Der nervöse Zöllner klettert tatsächlich aufs Dach um in die Box schauen zu können, das erste Mal seit deren Bestehen. Klopft aussen und innen alles mit einem Schraubenschlüssel ab, sogar die Pneus und schaut in den Motorraum. Alles Ok. Fragt wieviel Kraftstoff wir im Tank haben. 60 Liter ist gut. Wahrscheinlich müsste Zoll bezahlt werden, wenn da mehr drin wäre, denn in der Ukraine kostet der Treibstoff keine 50 Ct.

 

 

4 Stunden später sind wir in Polen drin. Das Navi funktioniert wieder und wir bekommen eine Stunde zurück, trotzdem ist es dunkle Nacht. Wir fahren noch in die nächste Stadt und stellen uns auf den Lastwagen-, und Busparkplatz. Gute Nacht.

Sonntag, 11. / 12. September Przemysil  bis Przeworsk

 

Zuerst steuern wir den Lidl an. Ist auch am Sonntag geöffnet und überhaupt kommt fast ein wenig Heimatgefühl auf. Das Geschriebene können wir wieder eher entziffern, aber die Ortsnamen sind immer noch schwierig, vor allem wenn ich sie im Bericht schreiben soll.

 

Wir fühlen uns beide immer noch schlecht und können die schöne Altstadt mit den vielen Kirchen und dem Zeitglockenturm gar nicht richtig geniessen. Geschweige denn, die Befestigung rund um die Stadt besichtigen.

 

Also fahren wir weiter nach Przeworsk und stellen uns da auf den Campingplatz. Wäsche waschen, ausruhen, internetlen ( leider grauenhaft langsames), lesen und rumhängen.

 

Schade, unsere Freunde aus dem Tessin sind ganz in unserer Nähe. Sie kommen aus dem hohen Norden und wollen weiter in die Slowakei und nach Tschechien. Aber wenn wir die mit unserer Erkältung anstecken ist das nicht gerade fair. Also lassen wir sie ziehen. Wer weiss, vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja nochmals auf dieser Reise. 

13. bis 16. September Kleinpolen

 

Leider nützen die Pülverchen nicht genug. In der Apotheke kriege ich keine Antibiotika, obwohl ich mir die Lunge aus dem Leib huste, oh wie hat sich Polen verändert. Also einen Kurzbesuch im Szpital, da wird mir geholfen. Ich bekomme ein Rezept und diesmal gibt es keine Probleme mit der Apotheke.

 

Wir fahren weiter durch Kleinpolen. Egal welche Ortschaft wir anfahren, es ist immer schön. Einfach rein ins Zentrum und staunen über die Plätze und Kirchen. So passieren wir Biecz, Gorlice und machen auf dem Camping in Nowy Sacz unseren nächsten Halt. Wir sind die einzigen Camper hier.

 

Mit dem Bus geht es auch hier ins Zentrum. Im Infocenter werden wir mit sehr viel Material über Kleinpolen eingedeckt. Der Mensch am Schalter freut sich über uns Schweizer und gibt uns auch sonst noch etliche Tipps. Schade sind wir immer noch etwas schlapp.

 

Das Ecomuse ist auch sehr eindrücklich. Hier erfährt man alles über die verschiedenen Volkstämme. Von den Deutschgaliziern, den Karpatenzigeunern, den Altrussen, etc…….. Sehr interessant. Die Häuser sind komplett eingerichtet und in fast jedem bekommt man von den freundlichen Betreuern Informationen über dieselben.

 

 

Nach 3 Tagen geht es entlang der E75 weiter nach Norden, vorbei an See und Fluss. Bei der Fähre die nach Tropie übersetzt, richten wir uns auf dem Parkplatz für die Nacht ein. Die Fähre fährt regelmässig hin und her, egal ob jemand mitfährt oder nicht. Polen hat sich wirklich verändert. Nicht nur sind die Strassen hier im Süden top, auch die Autolenker fahren viel disziplinierter als noch vor ein paar Jahren, vielleicht dank der Radarfallen, die sind allgegenwärtig. 

 

Obwohl es heute wieder über 30 Grad warm war, kühlt es in der Nacht auf 15 Grad ab. Die Wetterprognosen sagen für die nächsten Tage eine Aenderung voraus. So wird wohl unsere 3 Monate andauernde Hitze ein Ende finden.

Samstag, 17. September    Wielczka

 

 

Wir möchten zum Salzbergwerk in Wielczka und erleben einen Kulturschock. Der ganze Ort steht unter dem Eindruck dieses Weltkulturerbes. Es wimmelt von Autos, Reisebussen und Wohnmobilen. Die Stadt scheint nur aus überfüllten Bezahlparkplätzen und übervollen Restaurants zu bestehen.

 

Da stehen wir nun staunend und überwältigt im Regen. Möchten wir wirklich anstehen und runter ins Bergwerksmuseum?  Menschen aus aller Herren Länder stehen Schlange. Die Führungen finden in verschiedenen Sprachen statt. Täglich werden 7000 Leute in Gruppen durch die Hallen und Gänge geschleust. Heute sind es sicher noch ein paar mehr.

 

Nach langem hin und her entschliessen wir uns eine Führung für 21 Euro pro Person mitzumachen. Zuerst geht es 800 Stufen nach unten auf die erste Ebene, dann zwei Stunden durch Gänge, verschiedene Kapellen und Hallen runter und rauf. Sehr beeindruckend. Am Schluss mit dem Lift wieder hoch. Eine Wahnsinns - Organisation.

 

Völlig erschlagen von so viel Mensch auf so wenig Platz übernachten wir für 12 Euro auf einem der Parkplätze im Ort.

 

Sonntag, 18. September    Krakau

 

Es sind nur wenige Kilometer bis nach Krakau. Eigentlich möchten wir auf den Campingplatz. „  25 Euro, das ist mir zu teuer und sowieso viel zu weit weg vom Zentrum.“ Alois: „  Wir sind wieder in der EU, du musst dich wieder an die Preise gewöhnen .“ „ Ja, ja aber ich brauche wohl noch etwas Zeit, lass uns ins Zentrum fahren und dann sehen wir weiter.“

 

Kurze Besichtigung des Zentrums. Nun erleben wir nach dem Kultur-, und Preisschock auch noch einen Kälteschock. 

 

In einer Nebenstrasse findet ein Strassenfest statt. Sehr viele Ordnungshüter bewachen das Ganze.

 

Was nun? Es gibt einen Stellplatz bei einem Wohnmobilcenter. Ein Wächter öffnet das Tor. 7 Euro pro Nacht plus Strom. Zuerst sind wir alleine auf dem Platz, doch nach und nach gesellen sich noch ein paar andere Sparschweine zu uns. Die Truma Heizung verbreitet später die gewohnte Wärme im Mobil.