2. bis 8. November  Anamur - Alanya und Hinterland

Sonntag, 2. November Anamur – Gazipasa


Wir kommen erst gegen Mittag weg von Anamur. Arbeitslohn ( Wein und Olivenöl) entgegennehmen, Tee trinken und palavern brauchen seine Zeit. Otto und seine Frau  gesellen sich auch noch zur Teerunde.  Sie waren zur gleichen Zeit wie wir in Göreme, es hat sich dort jedoch nicht die Gelegenheit zu einem Gespräch ergeben.


Entlang der Küste und des Taurusgebirges fahren wir auf der kurvigen, engen und zum Teil sehr steilen Strasse durch Pinienwälder und Bananengebiet. Hier dürfen die Früchte ohne schützenden Plastik ihre Blätter ausbreiten. Die Ernte ist in vollem Gange und an jeder Ecke werden die süssen, kleinen Bananen angeboten. Mal sind wir auf Meereshöhe und gleich wieder auf 500 m. „ 30km sind angezeigt und die überholen auch noch in diesen unübersichtlichen Kurven“ Alois: „ Die Geschwindigkeitsbegrenzungen verstehen die Einheimischen als Angebot!“ Wir fahren immer wieder mal rechts ran, um einen vorbeizulassen, sind ja keine Spassbremsen.


Zu unserer Rechten wird  an der neuen, breiten mit vielen Tunnelis versehenen Strasse gebaut.


80 km sind geschafft. Ein grösseres Flussdelta tut sich vor uns auf. Gazipasa. Erdbeerfelder links und rechts. Alois: „ Schade, sind zur falschen Jahreszeit hier“ “ Dafür gäb‘s keine Bananen. Komm lass uns runter zum Meer fahren und ein Uebernachtungsplätzchen suchen, es ist schon 15.00 Uhr und ich mag nicht mehr weiter.“ Alois macht’s und bevor wir beim Strandrestaurant richtig zum Stehen kommen, taucht bereits der Wirt neben uns auf. „ Hier könnt ihr problemlos parken, Toiletten sind auch vorhanden und erst noch kostenlos! Auf der anderen Seite der Bucht ist es zwar auch schön, aber da machen die Jungen Leute die halbe Nacht Party.“ Also lassen wir uns nieder. Er spricht sehr gut deutsch und erklärt, was es alles zu sehen gibt und dass es hier viel schöner sei als in Alanya!


Es ist wirklich traumhaft schön und der Grillteller im Strandrestaurant lecker und preiswert.


Das haben ebenfalls auch die ersten europäischen Residenten gemerkt, die hier Häuser und Wohnungen gekauft haben. 

Montag, 3. November  Gazipasa

 

Nachts war es bis auf einen bekloppten, der sich mit dem Auto vier Mal um die eigene Achse gedreht und dann seltsamerweise sehr langsam, ist wohl was kapputt gegangen an seinem Wagen, von dannen gezockelt ist.

 

Heute ist das Wetter eher bescheiden. Wir machen uns natürlich trotzdem mit den Fahrrädern auf Erkundungstour.

 

Nach einem Regen-Zwischenstopp unter Bäumen, vorbei am Hafen und Berg, ganz auf die andere Seite der Stadt. Auch da gibt es noch einen schönen, jetzt aber verwaisten Strand.

Wir verpassen irgendwie die Strasse in die Stadt, fahren auf Pisten dem Fluss entlang, schlagen uns zu guter Letzt quer durch die Plantagen, an erstaunten Arbeitern in ihren Treibhäusern vorbei, um endlich die Brücke passieren zu können.

 

Die Stadt ist hübsch hergerichtet für die Gäste. Parks, Gärten und kleine Einkaufspassagen laden bei besserem Wetter zum Lustwandeln ein. 


Abends bekommen wir Nachbarn. Oesterreicher, die in Antalya keinen Regen hatten. Sie hoffen, dass es morgen besser ist. Nicht nur sie.


Dienstag, 4. November Gazipasa - Alanya

 

Alles schläft. Ich besuche die Fischer, in Erwartung grosser Thunfische, wie im Reiseführer gelesen. Ein paar wenige Schiffe kommen rein. Einer der Fischer bittet mich, ihm beim Anlegen zu helfen. Danach gibt es ein zweites Frühstück in Form von Brot, Oliven und Tomaten, dazu einen Nescafe.  Bei starkem Sturm, ist die Ausbeute, 5 kg kleine Thunfische a 11 Lira pro Kilo, diese Nacht sehr gering. Das hat sich wahrlich nicht gelohnt.

 

Die Oesterreicher reisen weiter nach Anamur und wir machen uns auf nach Alanya.

Eine ganz andere Welt tut sich vor uns auf. Bereits die Hotelanlagen ein paar Kilometer vor der eigentlichen Stadt sind speziell. Wir suchen den Parkplatz beim Hafen. Die Strassenführung ist nicht einfach. Nach einer Stadt- resp. Burgbergrundfahrt, finden wir endlich den Parkplatz , wo wir problemlos, gegen Gebühr, über Nacht stehen bleiben können.

 

Läden, Restaurants, Bars und Kaffees en masse. Alles ist in Euro angeschrieben. Ueberall wird Deutsch gesprochen, sowohl von den Spaziergängern, wie von den Einheimischen. Die Preise haben sich seit gestern verdreifacht. Die Ladenstrassen, Gässchen und Parkanlagen sind sehr schön angelegt und  tip-top gepflegt. Ungewohnt ist jedoch die ständige Aufforderung, näher zu treten um dies und das zu kaufen oder zu essen und zu trinken.

 

Spannende Ausflugsschiffe liegen am Hafen. Eines toller als das andere. Vom Kapitän des kleinsten Bötchens werden wir zum Kaffee eingeladen. Ein origineller Spruch folgt dem nächsten.

 

Auch Optiker gibt es an jeder Ecke. Da meine Gleitsichtbrille immer noch verschollen ist, geht es rein ins wohl teuerste Geschäft. Man spricht Deutsch. Zuerst werden wir zu einem Augenarzt chauffiert. Je 24 Euro kostet uns die Untersuchung, inkl. Augeninnendruck. Alois lässt sich ebenfalls untersuchen, nach 4 Jahren längst überfällig. Wie nicht anders zu erwarten hat sich die Sehkraft verändert. Also haben wir uns unser Weihnachtsgeschenk in Form von neuen, 5 Stern Gleitsichtbrillen bestellt. Am Freitag sollen sie fertig sein. 

 

 

Abends werden wir mit Bummbummmusik beschallt. Alois:“ Ob die Residenten wohl die Disco besuchen?“ Um 3 Uhr werde ich wie üblich zum ersten Mal wach und höre da, es ist absolut still.

Mittwoch, 5. November Alanya


Mit dem Fahrrad rund um den Berg. Die Kleopatra - Beach ist auch sehr schön. Wären da nicht die Türkeifahnen, wähnte man sich in Spanien, oder sonst in einem Bade- und Massenurlaubsparadies. Für eine Ueberwinterung sicher ideal. Es ist alles da. Sogar Deutsche Restaurants mit Schweinsbraten und eine Deutsche Bäckerei mit Vollkornbroten und köstlichen Berlinern, mhhhhh. Wir können natürlich nicht widerstehen.

Donnerstag, 6. November Ausflug zum Stausee

 

Abwechslung ist von Nöten. Wir fahren zum Stausee. Ich: " Lass uns rundherum fahren." Der Stausee ist zu Ende und die Strasse schraubt sich immer höher. Alois: "Irgendwas kann da nicht stimmen." Alles den gleichen steilen, schmalen Weg zurück bis zur Staumauer. Dort auf der anderen Flussseite bergabwärts, eine Spass-Bade-Restaurant-Anlage nach der anderen. Jetzt ist nicht mehr viel los und wir sind sogar froh um das wärmende Feuer im Wirtshaus. Die Forelle ist köstlich und die Preise erstaunlich günstig. 


Kaum ein paar Meter talabwärts an der Sonne wird es wieder heiss. 

 

Die Gasflasche ist leer und der Versuch diese an der Tankstelle zu füllen, endet kläglich. Es ist verboten! Na sowas. Wir müssen uns wohl was anderes einfallen lassen. Kommt Zeit, kommt Rat. Haben ja noch eine zweite.


Freitag, 7. November Alanya - Güzelbag

 

Die Brillen sind fertig, juppeeehhh. Ich probier sie an und........... sehe alles verschwommen. "Das hätte ein Foto gegeben, du solltest dein Gesicht sehen!" Find ich gar nicht lustig. Die Gestelle sind vertauscht.

Möglichkeit eins: Wir lassen sie so und nehmen jeweils das Gestell des anderen. Alois sieht dann sehr süss aus mit den Swarovski- Steinen und mir rutscht das viel zu grosse Ding von der Nase.

Möglichkeit zwei: Der Optiker sucht andere für die Gläser passende Gestelle. Macht er, passen uns aber nicht.

Möglichkeit drei: Alles zurück auf Anfang. Wir entscheiden uns für die dritte Möglichkeit. Er telefoniert rum. Bis morgen Abend sollen die richtigen Gläser in den richtigen Gestellen wieder da sein.

 

Also fahren wir heute in ein anderes Tal. Unterwegs kaufen wir beim Gashändler eine türkische Gasflasche, das Gewinde mit der passenden Dichtung versehen passt perfekt auf den Deutschen Anschluss. Dieses Problem wäre also behoben.

 

Am Fluss geht es steil bergab zum" Wasserfall". Dort besuchen wir einen Abfallkünstler mit Restauration. Er wohnt hier, ob auch im Winter, bringen wir, mit unseren Türkischkenntnissen nicht raus.

Alle seine Kunstwerke führt er vor, fast immer ist Feuer dabei, ein Pyromane. Nach dem Cay gibt es noch frische Pop-Corn und Alois bekommt einen Münzentee. " Schatz, so will ich den jetzt immer, von dem würde ich klaglos 3 Liter am Tag trinken."" Kein Problem, du suchst die Kräuter und ich brau ihn dir."

 

Wir schrauben uns hoch und erreichen Güzelbag. Von dort aus geht es noch weiter in die Berge rein, also fahren wir ein Stück zurück und richten uns auf einem kleinen Plateau für die Nacht ein. Es wird schnell dunkel und aus den verschiedenen Tälern rufen die Muezzine zum Gebet.

 

Um 21.00 Uhr, fährt die Jandarma, mit wie immer blinkendem Blaulicht vor. Fünf junge Polizisten, kommen mir eher vor wie Pfadfinder, begutachten mich und möchten mich, zum übernachten ins Dorf schicken. Als Alois mit seinen karierten Pyjamahosen aussteigt, lachen sie prustend los und fahren von dannen.

 

 

Samstag, 8. November Güzelbag bis Alanya


Nach einer sehr ruhigen Nacht in den Bergen, geht's zurück ans Meer.


Am Abend um 19.30 Uhr, sind dann unsere Brillen per Express da. Diesmal passt alles perfekt. Als Zugabe bekomme ich die gestern bereits in ein anderes Gestell eingepassten Gläser zu einem Spottpreis. Jetzt habe ich eine Ersatzbrille, sollte meine neue wieder baden gehn.