16. bis 22. Dezember Cesme - Gythio ( GR)

Dienstag, 16. Dezember Cesme – Chios (GR)

 

Bis auf ein paar Münzen, alles Geld aufgebraucht.

 

Am Nachmittag geht’s rund im Mini- Fährhafen. Alois muss mit dem Auto hineinfahren, ich durch die Fussgänger - Passkontrolle. Kein Problem, schnell sind  wir wieder zusammen. Wir müssen zum X- Ray, mussten wir noch nie! Das grosse Fährschiff ist schon da und es herrscht ein echtes Durcheinander. Die LKW’s stehen und fahren kreuz und quer.  Wir stellen uns zwischen die Lastwagen und warten. Nur kurz und wir werden gefragt, wo wir hinwollen. „Nach Chios.“ „ Wenn ihr hier ansteht, seid ihr in zwei Stunden noch da und eure Fähre ist weg.“   „ Wieso, die ist doch noch lange nicht entladen?“ „ Wir kommen aus Italien, eure Fähre steht da ganz rechts.“ Wir sehen dort keine Fähre. Die LKW- Fahrer, viele von ihnen sprechen deutsch, machen Platz , damit wir nach vorne durchfahren können.  „Die sehen, mit dem Röntgengerät alles.“ „ Alles…. auch die paar Kilo Tabak?“ „ Der interessiert sie nicht, die haben aber in einem Wohnmobil schon mal etliche Kilo Koks gefunden.“  Der Röntgenmensch begutachtet, nach der Durchleuchterei das Batterieladegerät unter dem Fahrersitz ganz genau und tschüss. Das wäre geschafft. Jetzt wieder quer durch alle LKW’s nach rechts. „ Wo ist denn nun unsere Fähre?“ Alois macht sich zu Fuss auf die Suche. Einer der Fahrer lacht, setzt sich an’s Steuer und dirigiert das Womo zu unserem Schiff. Schiff ist übertrieben. Alois: „ Oh jeh, ich hab ja noch gar keine Ausreisestempel im Pass!“  „ Ich schon.“ Schon springt wieder einer links  in’s  Womo und ich rechts raus. Wieder quer durch. Die Fährmannschaft scharrt bereits mit den Füssen. Endlich kommen sie mit den nötigen Stempeln zurück,  Alois ruckelt auf das Fährlein und schon geht die kurze Ueberfahrt nach Chios los.

 

Wir verlassen die Türkei also durch den Nebenausgang, denn 3 Monate reichen einfach nicht für eine gänzliche Rundreise durch dieses herrliche, riesige Land. Wehmütiger Blick zurück. Wir kommen wieder!

 

Nach einer knappen Stunde Ankunft auf der Insel, kurze Passkontrolle, schneller Blick in’s Womo , das Tor öffnet sich und schon sind wir auf griechischem Boden.

 

Mal erkundigen, wie es weitergeht. Ruck-zuck Tickets für die Fähre um 23.00 Uhr nach Piräus gelöst.  300 Euro mit Kabine. Alois: “Eigentlich geht alles viel zu schnell. Hätten noch ein, zwei Tage hierbleiben können, denn wann werden wir schon mal wieder auf diese Insel kommen.“  Aber morgen soll es regnen und dann ist es ja nirgendwo schön. 5 Stunden Zeit, um uns an Griechenland zu gewöhnen. Besser nicht falsch parkieren. Viele junge Leute in den modernen, lauten Lokalen. Alle sehr freundlich und fröhlich. Weihnachtliche Musik und ebensolchen Schmuck. Ueberall Alkohol.

 

Pünktlich sind wir am Hafen, die Fähre hält und schon fahren die einen raus und die anderen gleichzeitig rein. Es wird gehupt und gedrängelt. Wahrscheinlich sind die früher in Piräus, als wir. Fussgänger im Laufmarsch dazwischen. Auf Deck wissen wir dann, warum alle so pressiert haben. Jegliche Sitzmöglichkeiten sind besetzt. Wir haben ja unsere Kabine. Aber hinsetzen können wir uns weder im Restaurant, noch im Barbereich. Ueberall die Füsse oben. Also ab ins Bett. Mit Sekt auf unseren Hochzeitstag können wir auch morgen noch anstoßen.

 

 

Mittwoch, 17. Dezember   Chios –  Mykene

 

Kurze Nacht, aber dafür wieder mal eine richtige heisse Dusche. Auch am Morgen keine Möglichkeit sich normal zu setzen um einen Kaffee zu trinken. Um 7 Uhr legen wir noch in der Dunkelheit auf dem Festland an, geben Korinth ohne Mautstrecken im Navi ein und fahren los, bloss schnell  weg aus Athen. Noch kein Regen, aber kalter Wind. Beim ersten Lidl wird eingekauft. Schinken, gekocht und roh, Brie,  Schweinssouflaki, Mohrenköpfe, Sekt und Sodawasser gehören ebenso in den Einkaufskorb, wie eine warme flauschige Fleecedecke. Es ist ja schliesslich Winter.

 

Zwischenhalt beim Kanal von Korinth. In Mykene fahren wir im Regen, dafür ohne Wind auf den gleichnamigen Campingplatz. Wir werden herzlich, mit einem Sack Orangen und Zitronen von der eigenen Farm begrüsst.  Jetzt heisst es endgültig nicht mehr "merhaba", sondern "kalimera".

 

Wetter und Müdigkeit, halten uns heute davon ab das antike Mykines zu erkunden.

Abends bellen von überall her die Hunde. Haben wir die letzten 3 Monate in dieser Form nicht erlebt. Die Sterne strahlen, als ob es nie geregnet hätte. 

 

Donnerstag, 18. Dezember Mykene - Nafplio

 

Morgens scheint die Sonne in Strömen, gegen Mittag reissen die Wolken auf und wir machen uns auf in's antike Mykene. Uns fasziniert vorallem die Aussicht in die Berge und bis ans Meer.

 

Alois hat Mühe sich an die griechische Küche zu gewöhnen. Entweder das Tsatziki mit dem vielen Knoblauch oder der Fetakäse vom Salat, oder sonstwas lassen seinen Magen und seine Darm- Blase sich zusammenkrallen. Am Hafen von Nafplio, nach einer Runde Schlaf geht es ihm wieder besser. " Von jetzt an esse ich nur noch deine Kost."

 

Hier auf dem riesigen Parkplatz sichten wir 5 Wohnmobile aus verschiedenen Ländern. Anscheinend sind in Griechenland mehr Camper unterwegs, als in der Türkei.


So nun aber auf die Suche nach einem Internetstick. Nicht so einfach ein Geschäft zu finden. Mit Unterstützung von der Polizei landen wir schliesslich doch noch im richtigen Shop. Ein W-Lan Ding, eine Simkarte und Guthaben sind schnell gekauft. "In einer Stunde müsst ihr nur noch das Key-word eingeben und das Guthaben aufladen, total easy."  Alois macht wie ihm aufgetragen und siehe da....... es funktioniert nicht. Total easy.


Freitag, 19. Dezember Nafplio - Vari

 

Morgens wieder ins Geschäft. Das Fräulein von gestern nimmt mitleidig lächelnd den Compi entgegen und ...... schafft es auch nicht. Total easy! Auch der Servicemensch ist nicht in der Lage das Internet zu aktivieren. " Kommt in zwei Stunden wieder, dann funktioniert es."  Wir durchstreifen das sehenswerte Altstädtchen mit den engen Gässchen. Trinken Kaffee an der Sonne und kehren pünktlich zurück. Es geht immer noch nicht. Telefon hin und Telefon her. Nach einer weiteren Stunde sind wir online. Total easy!

 

In Griechenland ist das Wildcampen verboten. Zuerst suchen wir also den Campinglatz in Nafplio, finden ihn nicht, fahren an die Iriabeach zum gleichnamigen Camping der ganzjährig geöffnet ist. "Nee, Alois, hier bleib ich nicht, ich hab auf der Herfahrt ein ganz hübsches Fleckchen bei einem kleinen Hafen in Vari gesehen, dort will ich hin." Also zurück. 

 

Jetzt stehen wir frei am Wasser. Einfach nur schön. Wasser links, Wasser rechts. Die Fische springen uns fast in die Pfanne. Müssten sie auch, denn wir haben keine Angelrute dabei und zudem stehen auch noch "Fischen verboten" Schilder alle paar Meter am Ufer.

20. Dezember Vari – Galatas

 

Gerade bevor wir losfahren, erreicht uns eine E-Mail von unseren Tessiner Freunden, wir sollen doch auf die Vulkanhalbinsel Mathana. Dort gäbe es Thermen. Supi, so ein warmes Bad wäre doch wieder mal was.

 

Also quer über die Halbinsel. Dank Navi verfransen wir uns nicht, denn die Wegweiser sind in Hiroglyphen angeschrieben. Nach einer kurvigen, engen, durchaus spannenden Strasse über die Hügel wieder Meer. Entlang der eindrücklichen„ Axenstrasse“ nur die Tellsplatte erspähen wir nicht, dafür eine Gruppe Flamingos, erreichen wir Mathana. Schade das Becken der Therme ist wohl geschlossen und das warme Schwefelwasser, dass sich ins Meer ergiesst, schafft es nicht wirklich die Temperatur in angenehm zu verwandeln. Aber die Fahrt hat sich allemal gelohnt.  Es ist einfach nur schön.

 

Nach einem Spaziergang durch die Ortschaft wenden wir uns Richtung Süden und landen in Galatas. Direkt gegenüber liegt die malerische Insel Poros. Auch hier stehen wir am Hafen in der ersten Reihe. Das Kassenhäuschen ist im Winter geschlossen.

Die Wassertaxis machen es gleich wie die Strassentaxis. Fährt vorne ein Schifflein weg, rücken die anderen nach.

 

Fleissig wird an der grossen Krippeninstallation gebaut. Auch in Griechenland gehört Schnee anscheinend zu Weihnachten. Ab 17.00 Uhr ertönen aus allen Lautsprechern Weihnachtslieder, das ganze Örtchen wird beschallt.

 

 

Sonntag, 21. Dezember Galatas – Nafplio

 

Kurzer Abstecher ganz nach unten an den südlichsten Teil der Halbinsel. Es ist schon fast langweilig immer das gleiche zu berichten, aber die Ausblicke aufs Meer mit den kleinen Inseln davor sind halt einfach herrlich. In Porto Chelio harren ein paar tolle Yachten ihrer Besitzer.

 

Nun haben wir Lust die Meteroitenkrater bei Didima zu sehen. Der erste, den man durch einen kleinen Tunnel und Treppen begehen könnte, ist leider mit einem Vorhängeschloss zugesperrt. Den zweiten,  grösseren müssen wir uns per pedes erarbeiten. Alois:“ Meteroiteneinschlag kann jeder sagen, allein mir fehlt der Glaube.“  Die Krater sind auf jeden Fall eindrücklich, wie auch immer entstanden. Sicher hundert Vögel bieten uns drin und drum herum eine Flugshow. Mal kreischend, mit Echo, mal hört man nur das Rauschen der Flügel. Irgendwo unten, für uns unsichtbar, blökt ein Schaf. Hat es sich verirrt? 

 

Der Kreis schliesst sich kurz vor Nafplio. Noch Mal eine Uebernachtung beim Hafen. Das Städtchen ist einfach zauberhaft.

 

Kurzes Palaver mit einem französischen Pärchen, das sich ebenfalls gerne in warmen Gefilden aufhält.  Sie kennen ganz Südeuropa, nur die Türkei, die sie ebenfalls zu Europa zählen fehlt noch. Nächstes Jahr wollen sie unbedingt mal hin.

Montag, 22. Dezember Nafplio – Gythio


In der Nacht kommt vom Land her Wind auf. Der Olivenfabrikrauch mit dem strengen Geruch  raubt uns den Atem. Am Morgen und auch tagsüber ist es unter 10 Grad, also richtig kalt.


Der Küste entlang, Alois sieht nicht viel von den tollen Ausblicken, muss sich auf die Strasse konzentrieren,  geht’s  bei Leonidio landeinwärts entlang des Flussbettes durch eine imposante Schlucht hinein ins Parnonasgebirge. Die Strasse windet sich immer höher. „ Sieh mal, da oben klebt das Kloster Elona am Fels.“ „ Müssen wir jetzt da hochkrabbeln?“  „ Nee, nee im Führer steht, dass wir bis nach oben fahren und dann bequem die paar Meter laufen können.“ Wäre da nicht die Ziegenherde auf dem Weg, mit dem dazugehörigen Hütehund. Zum Glück kommen uns ein paar Touristen entgegen, die uns zeigen, wie vorzugehen ist. Steine aufheben und sich aufblustern. Unter diesem Gehabe, weicht der wütend bellende und zähnefletschende Hund immer wieder ein paar Meter zurück. So können wir doch noch das Kloster mit dazugehöriger Kirche, die vom einzig sichtbaren Mönch geöffnet wird, besichtigen. Ein Kerzlein anzünden, begleitet vom Gebet “ der Hund möge uns wieder ungeschoren vorbeilassen“.  Es hat genutzt.


Auf 1100 Meter, der Passhöhe, machen wir Rast im kleinen Bergdörflein Kosma. Wirkt ziemlich ausgestorben, aber im Sommer muss hier einiges los, an den verschiedenen Restaurants und Souvernierläden auf dem Hauptplatz mit der Kirche und seiner 130-jährigen Platane. In der einzig geöffneten und schön beheizten Gaststätte lassen wir uns ein gutes, bis auf den Bergspinat, der aussieht und schmeckt wie Seegras, preiswertes Mittagessen servieren.

Die andere Seite ist weniger spektakulär. Kurz vor Gythio, finden wir den dank dem Wrack nicht zu übersehende Strand , den uns der französische Griechenlandexperte in Nafplio empfohlen hat.  Ein guter Tipp.


Kaum haben wir uns installiert, stossen Chris und Walter, ein seit 10 Jahren reisendes Paar aus dem Bodenseegebiet, dazu. Sie stehen bereits ein paar Tage hier, möchten an Heiligabend für ein paar Wochen nach Kreta rüber. Bei einem Glas Wein erfahren wir viel Interssantes über den amerikanischen Kontinent im Allgemeinen, die jeweiligen Grenzübergänge und natürlich die Panamericana, die immer noch auf unserem Wunschzettel steht.  Auch merken wir während des Gesprächs, dass wir gemeinsame Reise - Bekannte haben. Die grosse, weite Welt ist ja so klein.

 

 

Dienstag, 23. Dezember Gythio


Am Vormittag bereits über 20 Grad. Walter nimmt ein Bad im Meer. 


Auf dem Weg nach Gythion bestaunen wir den Schnee auf den Bergen im Hintergrund. Kein Wunder war es gestern so kalt.


Vorbei am schönen Städtchen und 5 km weiter zum Camping Gythion Bay. Mal sehen wie lange wir hier stehen bleiben. Geplant ist ein Monat.