9. bis 23. Januar Südpeloponnes - Gythio

Freitag, 9. Januar Gythio – Monemvasia


So schön es auf dem komfortablen Campingplatz ist, haben wir doch das „Reissen“ und fahren bei warmem, schönstem Wetter quer über den „Finger“ nach Monemvasia.


Hinter dem Eingangstor, vorher wegen der Stadtmauer nicht einsehbar, erwartet uns das wunderschöne antike Städtchen, mit seinen engen zum Teil sehr steilen Gässchen. Die armen Bewohner, müssen alles buckeln. Autos können da ja nicht reinfahren.  Im Sommer ist hier sicher die Hölle los. Jetzt haben wir Platz und Musse, uns alles genau anzusehen. Einfach traumhaft.


Ueberall Campingverbotsschilder. Ein paar wenige Wohnmobile haben sich auf der Festlandseite installiert. Auch wir stellen uns ans Meer mit Blick auf die Insel, in der Hoffnung,  dass Alois nicht wieder alles im Alkoven verstauen muss, sollten wir polizeilich fortgeschickt werden. Platz ist zurzeit  in Hülle und Fülle vorhanden. Wir fühlen uns wieder richtig frei! Griechenland gefällt uns immer besser!

Samstag, 10. Januar  Monemvasia - Elafonisos


Keine nachtstörende Polizei und Sonne pur am Morgen.


Wir schrauben uns auf der „besten“ aller Strassen bis auf 600m hoch, hätten wohl besser auf unser Navi gehört. Aber ob wir dann die ersten blühenden Bäume gesehen hätten ist fraglich. Der Frühling kommt, juhuiiiii!


Kaum sind wir auf der anderen Seite des Fingers, kommt wieder zünftig Wind auf. Ob die Fähre zur Insel Elafonisos wohl fährt? Sie tut es. Das Meer ist so sauber, dass man auf der ganzen Strecke den Boden unter dem Wasser sieht und wohl auch nicht sehr tief. Sand, Sand, Sand. Nach 10 Minuten Schiffahrt sind wir drüben und um 20 Euro leichter. Auch hier gibt es Sand en masse.


Die Pfadfinderin meint: „Das Navi brauchen wir nicht auf dem Miniinselchen, lass uns eine Inselrundfahrt machen, so kommen wir ganz automatisch an den grossen, weissen Sandstrand .“ Gesagt, getan, oder doch nicht. Sackgasse! „Hättest wohl doch besser mal einen Blick auf Google Maps  geworfen , hier gibt es keine Strasse drumherum.“ „ Hab ja geschaut, die Sandbänke wirken wie Strasse, und wer ist auch so sparsam und baut sich um so eine wunderschöne Insel keine Strasse?“ 

Am grossen Sandstrand stehen wir ganz alleine , möglichst windgeschützt bei den Dünen, geniessen die letzten Sonnenstrahlen und den herrlichen Sonnenuntergang.

 

Sonntag, 11. Januar Elafonisos


Alois macht sich auf Erkundungs-, und Fototour, währenddessen ich mich im Stuhl fläze und mich meiner Lektüre widme. 


Ja wer kommt denn da? Heinz und Lucia haben den schönen Strand ebenfalls gefunden und machen sich sofort per pedes auf die Suche nach Alois.


Unser Wasser geht langsam zur Neige, Heinz gibt uns von seinem wertvollen Nass etwas ab, wir revanchieren uns am Abend mit einem Wein, den wir zusammensitzend in unserem Womo, bei unterhaltsamen Gesprächen geniessen.


Montag, 12. Januar Elafonisos

 

Hier am Strand gibt es trotz unseres Sticks kein Internet und so machen wir uns auf in's Dorf. Ich möchte meine Homepage aktualisieren und Alois sich mit dem Face-Booke "rumärgern". Er hat es immer noch nicht so recht im Griff, aber es ihn, oder so.

 

Süsswasser finden wir am Fischerhafen und so ist alles schnell erledigt. 

 

Wir möchten wieder an den Strand fahren, wo wir uns wie Robinson fühlen, kein Internet und kein Telefon. Mal schauen sind " Freitags" von ihrer Wanderung zurück.

 

Bleiben dann doch diesseits der Insel, da wir ein Telefon aus der Schweiz erwarten und zudem der Himmel dicht macht um kurz darauf seine Schleusen zu öffnen.

Dienstag, 13. Januar Elafonisos- Irgendwo hinter einem Hügel

 

In der Nacht hat Alois das Womo noch zwischen die Container in Sicherheit gebracht, denn der Sturm rüttelte und schüttelte dermassen am Camper, dass mir Angst und Bange wurde.

 

Wir wollen gegen Norden, denn dort ist der Himmel wenigstens blau, stürmen tut es den ganzen Tag. 

 

In Pytras machen wir Halt um uns das antike halb versunkene Aspos anzusehen. Würden sie hier weiter ausgraben, hätte sich das Meer schnell die ganze Stadt geholt. Pytra ist ungefähr so tot wie die antike Stadt. Nix ist los, alles zu und so fahren wir weiter nach Elea. Auch hier am Hafen gibt es nicht viel mehr als Wind und Sturm.

 

" Lass uns ins Hinterland fahren, da sind wir für die Nacht besser vor dem Wind geschützt." So wird's gemacht und nun hoffen wir auf eine ruhigere Nacht. 

 

 

Mittwoch, 14. Januar Irgendwo im Hinterland – Strand beim Wrack in Gythio


Absolut windstill und sonnig. Heute gibt es endlich mal wieder einen T-Shirt Tag.

 

Wir sind schnell in Skala, füllen den Tank für Euro 1.059/ltr. und ergänzen unsere Vorräte im Lidl und Carrefour. Jetzt könnten wir doch noch zu Roberto fahren, um die Grüsse von Franz und Sus auszurichten. Es sind ja nur wenige Kilometer dem Meer entlang.

 

Tatsächlich finden wir das in den Hügeln liegende Anwesen, mit der nicht sehr geeigneten Womo Zufahrt. Aber die Einheimischen meinen, das sei kein Problem. Roberto ist nicht da, er hilft einem Bauern bei der Olivenernte. Seine Frau erklärt uns den Weg dahin. Beim Wendemanöver passiert es, die Beifahrerin steht zwar im Freien, aber mal wieder nicht am richtigen Ort und so ist die hintere linke Ecke lädiert. Wir verzichten danach darauf, weiter nach Roberto zu suchen. Er sei aus der Ferne gegrüsst.

 

Beim Wrack in Gythio haben wir gerade noch Zeit die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen, aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

 

Donnerstag, 15. Januar Strand beim Schiffs-Wrack


Schon früh macht sich Alois an die Arbeit und schon bald funkionieren der Blinker und das Bremslicht wieder. Es wird "gepuzzlet", geklebt und geschraubt. Nun lässt sich sogar die kleine Seitenklappe wieder schliessen.


Es ist Kurzehose-Wetter und für einmal können wir draussen essen, ohne dass das Fleisch und der Reis vom Teller fliegen.


So könnte es wettermässig weitergehn. 

 

Samstag, 17. Januar Schiffswrack - Gythio Bay Camping

 

Wir möchten waschen, richtig duschen und wieder mal Strom ohne Ende, deshalb fahren wir auf den Campingplatz. Schön, dass "unser" Platz frei ist, wir nehmen ihn sofort in Beschlag. 

 

Es ist wie nach Hause kommen. Die meisten Camper sind immer noch da und einige, die in der Zwischenzeit ebenfalls weg waren, haben auch wieder den Weg hierher gefunden. In Gythio sind das Wetter und die Temperaturen einfach am Besten.

 

Wir waren jedesmal unglücklich, wenn wir auf Gästebucheinträge nicht antworten konnten. Heute habe ich endlich kapiert, dass wir ja auch selber in unser Gästebuch schreiben können. Man lernt.

Sonntag, 18. Januar Gythio Bay


Es ist bewölkt, aber temperaturmässig durchaus angenehm. Wir möchten Werni den 800 Seiten dicken spannenden Roman über die dänische Schifffahrt zurückbringen. War die ideale Lektüre, für die windigen Tagen an der Küste. Kein Werni Zuhause.


Nachmittags sind Lucia und Heinz wieder da. 


Montag, 19. Januar Gythio Bay

 

Sonnenschein und Wärme, was will man mehr?

 

Nun ja, der Fotoapparat funktioniert nicht mehr. Alois:" Die Speicherkarte ist voll." "Aber ich hab doch die Fotos immer gelöscht." "Ja schon, aber auf der Speicherkarte bleiben sie gleichwohl." Wir haben ja noch das I-Pad. Ist einfach ein bisschen umständlicher. So meine Idee. Nicht so Alois, er durchforstet das Internet und die Unterlagen, nach der Technik des Löschens.

 

Alois der Face Booker, zeigt mir die neuesten Einträge unserer Kinder und Bekannten. " Jetzt bist du dank mir immer auf dem Laufenden, was Zuhause läuft." " Wo du recht hast, hast du recht, Danke!"

 

 

Knochenjob mit viel Lärm
Knochenjob mit viel Lärm

Dienstag, 20. Januar Gythio

 

Wir können wieder 1380 Fotos machen. Das sollte für die nächsten Tage reichen.

 

Der Internetmonat ist vorbei, das Wetter ist gut und der Lärm der Olivenernte mit Motorsägen, Abrüttlern und sonstigen lauten Maschinen belastet die Nerven. Also auf in die Stadt mit den Fahrrädern, zwecks Neuladung des PC für einen weiteren Monat. Laden geht natürlich nur mit der Sim-Karte und diese ist noch im Camper. Während Alois sich sportlich betätigt, gönne ich mir einen Coiffeurbesuch, zwecks Stutzung meiner Haarpracht.

 

Am Nachmittag sitzen wir mit Heinz vom Nachbarscampingplatz an der Sonne, trinken Wein und philosophieren vor uns hin. Die Worte " müssen" und " schnell" möchten wir nun ebenfalls, genau wie Heinz es schon lange macht,  aus unserem Wortschatz verbannen. Ist gar nicht einfach. Wir lachen viel, beim uns selber beobachten, wie oft wir diese Worte benutzen.

 

Zuhause hat Alois Sohn, die leer werdende Wohnung, ohne unser Zutun nahtlos weitervermietet sowie die Abnahme und Uebergabe geregelt. Super gemacht. Danke vielmals Janik, du bist Gold wert! 

Donnerstag, 22. Januar Gythio


Wir sind seit gestern auf der Suche nach dem weitherum bekannten Biohof. Leider werden wir auch heute nicht fündig. Irgendwo fragen geht nicht, denn bei jeder Behausung gibt es wütend bellende Hunde, denen wir lieber nicht zu nahe kommen. Aber schön ist es allemal. Es zwitschert und trilliert in den Bäumen. Weisse, gelbe und blaue Blumen zieren die Wegränder. Das alles im Januar.  

 

In einem weiten Bogen erreichen wir Gythio und kaufen das Olivenöl im Laden. Bio oder nicht, was soll's.

Freitag, 23. Januar Gythio


Bereits in der Nacht rollen von weit draussen donnernd die Riesenwellen an, bevor sie mit Getöse auf den Strand treffen.


Vormittags ist es immer noch windstill und an die 20 Grad warm.


Am Nachmittag kommt Wind auf, der Himmel verdunkelt sich und es wird merklich kühler. Windböen mit Starkregen lassen die Camper in ihren Behausungen verschwinden. Nach einer halben Stunde ist das Schauspiel vorbei und es zeigt sich ein Regenbogen. Alle wieder raus zum Fotografieren.


Die Pause dauert nur kurz. Mit Blitz, Donner, Regen und Sturm geht es in die nächste Runde.