18.bis 27. Februar  Finikounda - Glyfa


Mittwoch, 18. Februar Finikounda - Irgendwo an der Küste


So geht das nicht. Immer noch kein Campingbetreiber in Sicht. Wir geben das geschuldete Geld dem Oesterreicher, der schon seit Monaten hier ist, mit dem Auftrag es weiterzuleiten. Er verspricht es hoch und heilig. Ansonsten werden wir wohl irgendwann von der Polizei verhaftet.

 

Morgens um 8.00 Uhr gerade mal 3 Grad. brrrrr........ jedoch strahlend schön. Bis zu unserer Abfahrt um 11.00 Uhr auch noch nicht viel wärmer. Temperatur mag nicht über 10 Grad steigen.

 

In Pylos, dem geschichtsträchtigen Hafenstädtchen, das früher Navarino hiess, machen wir Mittagshalt. 1827 lagen sich in der historischen " Schlacht von Navarino" die Flottenverbände der Türken und der angreifenden Franzosen, Russen und Engländer gegenüber. Die Türken wurden geschlagen. Die schwere Niederlage war einer der Gründe für das Einlenken des Sultans in Sachen griechische Unabhängigkeit.


Wir ergänzen unsere Vorräte und beim Gemüsehändler können wir den ersten Erdbeeren des Jahres einfach nicht widerstehen. Zusammen mit Sprühsahne ein feines Dessert.


Einige Kilometer weiter entdecken wir auf einer kleinen Landzunge an der Küste den idealen Stellplatz. Herrlicher Blick aus den Fenstern, auf drei Seiten Wasser. 

Donnerstag, 19. Februar Irgendwo an der Küste

 

Klar, frisch und ein leichter aber bissig kalter Wind.

 

Alois:"Wollen wir weiter?" "Ja." Schon fast die Hälfte der Effekten sind von den Vordersitzen im Alkoven. " Ich will glaube ich doch noch nicht weiter, hier ist es wie kuren im Winter in Arosa." Also Alois alles wieder runter und Stühle raus.

 

Mit der Wolldecke und der dicken Jacke richtig angenehm. Alois: " Nee, hier passt es mir nicht zum sünnele." Er findet unten beim Wasser ein windgeschütztes Plätzchen, schleppt die Liegestühle runter und wir verbringen ein paar entspannte Stunden an der warmen Sonne.

 

Kaum ist die Sonne weg, ist es wieder bissig kalt und wir verschwinden im Womo. Das Butangas will immer noch nicht heizen, also hängen wir die Flasche wieder um. Alois:" Ich glaube die haben uns irgendein Scheissgas angedreht." Für Kühlschrank und Kochen geht es aber zum heizen.... irgendwie komisch,oder es liegt doch an der Truma?


Dank der absoluten Dunkelheit ein Sternenpanorama wie in der Wüste. Schade könnnen wir das nicht fotografieren.

Städtchenfeeling
Städtchenfeeling

Freitag, 20. Februar Kyparissia

 

Am Morgen um 8.00 Uhr bereits 12 Grad.

 

Vorbei an Olivenplantagen und für einmal auch an Gewächshäusern fahren wir nur wenige Kilometer bis Kyparissia. 


An alle dichtgedrängten Wohnmobilisten in Spanien und Portugal: Kommt doch nach Griechenland oder in die Türkei. Im Winter gibt es überall an den schönsten Orten, ob in der Stadt oder an einsamen Buchten, Platz ohne Ende. Auch die Campingplätze sind nicht überfüllt und zwischen 10 und 15 Euro preislich interessant.

Samstag,21. Februar Zacharo


Sommerliches Wetter. Richtig heiss. 


Wieder in der Zivilisation. Mehr Verkehr, Lidl und Carrefour. Bettlerfamilien vor den Einkaufscentern. Abfall an den Strassenrändern. Wir sind gar nicht so sicher ob uns das gefällt.


Brigitta und Kathi, zwei Schweizerinnen betreiben seit 8 Jahren ein Bed und Breakfast mit einem kleinen Campingplatz in Zacharo. Leider ist der Platz noch geschlossen. Wir verbringen jedoch ein paar anregende Stunden bei ihnen.Viel können sie uns erzählen und erklären wie es den Menschen in dieser Krise geht. Kinder die in der Schule ohnmächtig werden, weil sie zu wenig zu essen haben. Eltern die ihre Kinder abgeben müssen, da sie sie nicht ernähren können. Occasions-Autos die es billig zu erwerben gibt. Löhne die nicht bezahlt werden. Die Menschen strampeln und kommen nicht ab Fleck, im Gegenteil es geht ihnen immer schlechter. Wo soll denn da noch gespart werden? Treffen tut es immer die Normalos.


Abends stellen wir uns auf einen schönen Platz am Meer. Die angekündigte Schlechtwetterfront macht sich am Himmel bereits bemerkbar. Aber das Meer ist absolut ruhig. 


In der Dunkelheit rüttelt es plötzlich sehr heftig am Camper und ein Auto fährt mit Karacho vom Platz. Ein Wahnsinnsschreck, zumal wir gerade den Krimi "Stirb einsam" im TV schauen. Alois:" Ein paar Jugendliche, die sich einen Scherz mit uns erlaubt haben."  

Ich: "Hier bleib ich nicht, ich will weg, wenn die wiederkommen in der Nacht und vielleicht noch dümmeres machen!" Also alles wieder rauf auf den Alkoven und fahren bis zur Abzweigung nach Olympia. Dort stellen wir uns neben eine Tankstelle. Gute Nacht.

Sonntag, 22. Februar Olympia- Glyfa


Das Wetter hält sich noch einigermassen. Ideal für einen Besuch in Olympia, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Griechenlands. Die Strasse dahin ist mehr als fragwürdig, für so einen geschichtsträchtigen Ort. Das Städtchen ist sehr beschaulich und das Antike Olympia eindrücklich. Nur nach Nachfragen finden wir den Platz, wo noch heute jeweils das olympische Feuer entfacht wird. Vieles ist noch nicht ausgebuddelt, eine deutsche Gruppe ist da am Werk. Wir fragen uns, ob sie unter den momentanen Verhältnissen weiter machen dürfen, sollen, wollen.


Zwischen Olympia und Pyrgos stapelt sich der Abfall in riesigen Hügeln entlang der Strasse. Sind das wohl die Vorboten, vom ausgehenden Geld?

Die Himmelschleusen öffnen sich und wir erreichen den Campingplatz in Glyfa bei strömendem Regen und beträchtlicher Windstärke. Das Meer schäumt und wir sind froh einigermassen windgeschützt zu stehen.

Die Geräuschkulisse der Brandung ist gewaltig
Die Geräuschkulisse der Brandung ist gewaltig

Montag, 23. Februar Glyfa


Mehr oder weniger den ganzen heftige Regenschauer und Wind. Wenigstens nicht kalt.


Nach 15.00 Uhr etwas Sonne um uns zu zeigen, wie es sein könnte!

Dienstag, 24. Februar Glyfa


Sonnig, warm und windstill. Nur das Meer hat sich noch nicht beruhigt.

 

Wir radeln nach Glyfa. Zwei Mini Einkaufsläden und zwei Gaststätten sind geöffnet. Wir suchen bereits wieder den Schatten und beobachten den Mittags-Verkehr. 

 

Runter ans Meer. Auch nichts los, ausser bellende Hunde, die uns an die Beine wollen.

 

Ins Dörfchen Arkoudi auf der anderen Seite des Campings. Ganz hübsch und viele Hotelzimmer, aber auch da tote Hose. 


Den ganzen Tag und bis in die Nacht fliegen die Militärjets die Küste rauf und runter. 

 

Zurück auf dem Campingplatz entdecken wir zwei Waschmaschinen. " Bitte vor dem Waschen bei der Rezeption melden". Niemand auf dem Platz. Was soll's, Wäsche rein, Waschmittel rein, anstellen und..... das Wasser tröpfelt bloss. So geht das nicht. Schleudergang einstellen und 10 Minuten warten. Wäsche raus, andere Waschmaschine füllen, Waschmittel rein, anstellen und....... geht doch! 

 

Vor der Dunkelheit ist die Wäsche beinahe trocken. " Lassen wir sie hängen, das Wetter ist gut." Denkste um 21 Uhr giesst es wie aus Kübeln, an Wäsche retten ist nicht zu denken. So ein Mist.

Freitag, 27. Februar immer noch Glyfa


Seit gestern fast ununterbrochen Regen. Eigentlich möchten wir ja weiter. Aber wohin denn? Wir studieren die Wetterkarten und sind recht ratlos.


Hier haben wir wenigstens Strom und können internetlen soviel wir wollen. Schauen fern und amüsieren uns über Newtopia. Neue Welt und Gesellschaftsordnung? Die sind ja bereits am Schuldenmachen!

Mieten, kaufen, wohnen ist auch recht amüsant. Alois." Jetzt weiss ich warum du unser kleines Womo so liebst. Jede Frau wünscht sich ja angeblich einen begehbaren Kleiderschrank und wir reisen sogar damit rum."


Gemüse und Früchte sind ausgegangen. Morgen wird auch noch die Milch alle sein und spätestens dann heisst es weiterreisen.


Alois studiert die verschiedenen Reiseberichte und erzählt vom schönen Wetter. " Lass das, ich mag es nicht mehr hören." Ich spiele lieber irgendwelche Computerspiele, da gibt es kein Wetter.