11. bis 17. März     Mendoza - Caleta Chaneral de Aceituno

Di

12

Mär

2019

Kontrastprogramm

Wir fahren nach dem Mittag los, finden die RP 52 auf Anhieb. Die ersten 30 km alles geradeaus auf der Betonstrasse.

 

Was wir vor uns in den Bergen sehen ist wettermässig nicht gerade erbauend und tatsächlich da wo die befestigte Strasse aufhört und sich die schmale kurvenreiche Piste den Berg hochschlängelt sind wir voll im Nebel. Nicht nur, dass wir nichts von der wohl imposanten Kulisse sehen, auch die Piste mit den kantigen von den Felsen runtergefallenen Steinbrocken erahnt Alois mehr, als er sie sieht. Vielleicht ist das auch besser so, denn auf der anderen Seite ist der Abgrund manchmal gefährlich nah und die Piste zum Teil „ ausgelatscht“.

 

Wir überlegen uns, im Nebel auf einem Plätzchen die Nacht zu verbringen und den morgigen Tag, der hoffentlich besseres Wetter bringt abzuwarten. Fahren dann aber doch weiter.

 

Nach ca. 20 Kilometer, auf 2500 müM lichtet sich der Nebel plötzlich und wir sehen unter uns ein tolles Nebelmeer und staunen über die zahlreichen Guanakos, die ebenfalls die Sonne geniessen. Die letzten haben wir gesehen, bevor wir auf die Ruta 7 gefahren sind.

 

Auf 2600 m stellen wir uns auf ein Plateau, geniessen die letzten Sonnenstrahlen, bevor eine eiskalte Nacht, mit dem nun nebelfreien Blick auf das Lichtermeer im 50 km entfernten Mendoza und dem tollen Sternenhimmel über uns, hereinbricht.

 

Wir haben in dieser Höhe erstaunlich gut geschlafen. Alois verspürt am Morgen lediglich einen leichten Druck im Kopf. Mit der Sonne kommt auch schnell die Wärme.

 

Wir trauen unseren Augen nicht, sogar Pampastrausse entdecken wir auf 2800m Höhe.

 

Endlich haben wir so viele Kurven hinter uns, wie das Jahr Tage hat und passieren den höchsten Punkt auf knapp 3000 m Höhe, das Cruz del Paramillo. Hier stand bereits der ebenfalls von dieser Bergwelt begeisterte Charles Darwin, der die rauhe Strecke mit dem Pferd abritt. Es steht eine Gedenktafel da.

 

Der Andenschakal, der uns hier erwartet, scheint sich diesen Punkt gezielt ausgesucht zu haben. Ich:" Der ist ja riesig, ich bleib im Womo." " Dann opfere ich mich halt, denn schliesslich wollen wir ja ein paar Fotos machen." Der Andenschakal stürzt sich auf das von Alois spendierte Brot und trägt es fort.

 

Unten in Uspallata auf 1900 m staunen wir über den Baumbestand, die vielen Cabanas, Hotels, Läden und Touristen. Wir besichtigen das kleine Museum im ehemaligen Jesuitenkloster, wo sie Gold und Silber gegossen haben sollen und stellen uns danach für die Nacht auf einen der grossen Plätze mitten im Oertchen.

 

Das Kaffee Tibel, wo sie verschiedene Requisiten vom hier gedrehten Film " 7 jahre in Tibet" ausgestellt haben, hat leider heute geschlossen.

 

Hier erreicht uns die Nachricht, dass auf der Grande America, mit der wir von Hamburg nach Montevideo während 34 Tage auf See waren, vorletzte Nacht ein Feuer ausgebrochen ist und der Frachter heute gesunken ist. Die Mannschaft und der einzige Passagier, konnten sich mittels Rettungsboot in Sicherheit bringen. Alois:“ Es wäre vermutlich nicht schlecht, wenn wir für der Rückfahrt eine Versicherung abschliessen würden.“

 

So ruhig wie letzte Nacht wird es in Uspallata nicht sein, denn wir sind nun auf der RN 7, die von Mendoza kommend über die Anden nach Chile führt und wie es scheint sind die Lastwagen auch nachts unterwegs.

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Do

14

Mär

2019

Los Libertadores

Bevor wir den Grenzübergang Los Libertadores nach Chile auf 3200m erreichen passieren wir den Puente del Inca der uns vorallem durch seine Farbenpracht beeindruckt.

 

Auch den Aconcagua, den höchsten Berg Südamerikas, der noch auf Argentinischer Seite liegt, können wir mit vielen anderen Touristen bestaunen und fotografieren.

 

Die Piste über den Pass " verpassen" wir, ich bin nicht unglücklich darüber, denn ich habe auch auf der gut ausgebauten Strasse beim Aufwärtsfahren das Gefühl wir fahren abwärts." Du bist wohl höhenkrank und dadurch etwas wirr im Kopf." " Muss so sein."

So passieren wir das letzte Stück bis zur Grenze per Tunnel.

 

"Die kontrollieren aber die Autos sehr genau." " Ups nicht so gut."

Richtig giggerig stürzen sich eine Zöllnerin und ein Zöllner in unser Womo und nehmen es fast auseinander. Die Opferkartoffel und Birne ist schnell weg, aber was die noch alles finden. Zeugs das wir nicht mal mehr auf dem Schirm hatten. Alte auf der Schiffsreise in Brasilien gekaufte, nicht geröstete Erdnüsse. Auch die gefroreren Heidelbeeren aus Chile und die Feigen sind weg. Die gekochten Eier zertütscht Alois jedes einzelne. Das Aronia, Moringa und Artemesia lassen sie uns nur nach langem Diskutieren. Sowohl der Alkoven und das hintere Bett werden inspiziert. Alois räumt danach die halbe Garage aus. Den Wein aus Italien, den wir immer noch mitschleppen, lassen sie uns. " Zum Glück haben wir in Mendoza keinen Wein eingekauft." Da sie alles finden, wo es hingehört, lassen sie uns nach 3/4 Stunden, mit den Worten:" You makes a good job",  ziehen. Nachdem alles wieder eingeräumt ist, fahren wir die Serpentinenstrasse runter und erreichen bald Los Andes.

 

Nach einem kurzem Zwischenstopp, wir entscheiden uns definitiv dafür, nicht nach Santiago de Chile und Valparaiso zu fahren, wenden wir uns auf einer auf unserer Karte noch als Piste gekennzeichnete Strecke durch ein Tal nach Norden. Die Strasse ist jedoch völlig neu asphaltiert. Nach 60km und wieder auf 1200m Höhe stellen wir uns irgendwo ins Nirgendwo. 

 

Wir wähnen uns in Marokko, hören von weit her Ziegen, Kühe und Hähne, einziger Unterschied wir werden absolut von Niemandem behelligt.

 

Nach der sternenklaren Nacht fahren wir das Tal runter, passieren einige typische, nicht touristische Dörfer, viel Landwirtschaftsland, kaufen neues Gemüse und Früchte ein und erreichen die Ruta 5 auf der wir entlang des Pazifik unter der Hochnebeldecke bis nach Los Vilos fahren, ein sehr touristischer Ort. Die Saison ist jedoch vorbei, die Strandrestaurants kämpfen um Gäste und das Parken und Uebernachten an der Strandpromenade ist daher überhaupt kein Problem.

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Sa

16

Mär

2019

Der Küste entlang auf der Ruta 5

Am Morgen gibt es keinen schönen Sonnenaufgang, der Hochnebel ist wieder da.

 

Weiter die Küste nordwärts peilen wir Guanaquenos. Das kleine Fischerstädtchen ist im Sommer sicher auch überfüllt. Nun aber können wir uns unseren Uebernachtungsplatz aussuchen und stellen uns auf den grossen Parkplatz am Strand, neben dem Hafen.

 

Die Pelikane und die Seelöwen warten beim kleinen Fischmarkt auf Abfälle. Wir können die „ Flugsaurier“ aus nächster Nähe beobachten. Es müssen an die Hundert sein. Die Landungen und die Starts auf dem Wasser sehen anstrengend aus.

 

Ein Chilenischer Radfahrer, der von Kolumbien nach Süden unterwegs ist, erklärt uns, auf meine Nachfrage, dass er ebenfalls auf der Ruta 5, der Zahlautobahn unterwegs sei. „ Ich muss keine Maut zahlen, denn eine andere Strasse Richtung Süden gibt es ja nicht.

 

Gegen Abend hebt sich der Hochnebel und wieder erwartet uns eine sternenklare Nacht. Leider ist am Morgen der Nebel wieder da.

 

Auf der Ruta 5, der chilenischen Panamericana, fahren wir nach Serena. Dort gibt es eine Münzwäscherei. Nach der Grosswäsche sehen wir uns die Innenstadt an. Hier gibt es noch Häuser aus der Kolonialzeit, richtig schön.

 

Wir lassen uns abschleppen, in ein Terrassen-Restaurant mit Blick auf einen der Plätze mitten in der Altstadt. Ausgerechnet hier oben und während wir auf unser Mittagessen warten, bebt die Erde. Ich stehe schon halb, will flüchten, da hält mich der Tischnachbar hinter mir fest, meint:“ Nur ruhig, es ist schon vorbei.“ „Woher wollen sie wissen, dass das vorbei ist, vielleicht ist das ja auch der Anfang.“ Er lacht: „ Das ist halt Chile.“

Irgendwie bin ich froh, als wir gegessen haben und wieder auf festem Boden stehen.

 

Auf der Weiterfahrt über einen kleinen Pass, ist der Nebel weg und die Sonne strahlt vom Himmel. „ Wollen wir wirklich wieder runter an die Küste nach Punta de Choros?" Wollen wir. Aber zuerst stellen wir uns noch für die Nacht zu den Guanakos, den Hasen und den Füchsen.

 

 

In der Dämmerung, lässt der Wind nach und leider legt sich auch da wieder die Nebeldecke über uns.

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So

17

Mär

2019

Delfine und Co

Schnell sind wir unten an der Küste in Punta Choros.

 

Wir müssen eine knappe Stunde warten, bis sich wieder genügend Leute (12) für eine Bootstour zu den drei vorgelagerten Inseln eingefunden haben. Kosten für die dreistündige Bootsfahrt mit dem Einlass in den Naturpark betragen 21 Euro.

 

Die Zeit bis zur Abfahrt vergeht wie im Fluge, beim Zuschauen der Fischers Leut und den sich um die Abfälle streitenden Möwen.

 

Mit 11 Passagieren legt das Boot bei vorerst noch recht ruhiger See ab. Wir sind begeistert. Die Delfine führen ihre Künste rund um unser Bötchen auf, tauchen unten durch und ennet des Schiffchen wieder auf.

 

Die kleinste Insel, La Damas dürfen wir nach dem Vorzeigen des Tickets und dem Lauschen der Ausführungen des Rangers betreten und bewandern. Sehr viele verschiedene Vogelarten leben hier oder machen auf ihrer Reise einen Zwischenstopp.

 

Ganz nah fahren wir danach an der Insel Choros vorbei, unser Guide zeigt uns die manchmal gut getarnten Tiere in den Felsen. Die See gerät mehr und mehr in Bewegung, was das Fotografieren massiv erschwert. Alois findet:" Wir können froh sein, wenn wir wieder heil an Land kommen," und ich bin froh im Vorfeld eine Reisetablette gegessen zu haben.

 

Nach dem wir wieder ruhig stehen können, fahren wir 18 km der Küste entlang und stellen uns für die Nacht ins nächste Fischerdörfchen, namens Caleta Chaneral de Aceituno.

 

Das Chilenische Pärchen, das mit ihrem Camper neben uns parkt, gibt uns gute Tipps für die Weiterfahrt nach Norden.

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