29. März bis 6. April  Der Norden Argentiniens

Fr

29

Mär

2019

Pumamarca

Im Norden Argentiniens leben 90% Indios in ihren vorwiegend aus Lemziegeln erbauten Pueblos.

 

Pumamarca ist eines davon, das auf 2500m Höhe mitten in den farbenprächtigen Bergen liegt. Auf dem Hauptplatz und auch drumherum werden an Dutzenden von Ständen von der einheimischen Bevölkerung Kleidungstücke in ebenfalls farbenprächtigen Textilien angeboten. Wir wundern uns, wer das wohl alles kaufen soll, bis wir am Morgen die vielen Touristenbusse sehen, die Menschenmassen ein-, und ausladen.

 

Alois meint zwar:" Das kann unmöglich alles selbstgemacht sein, da wird wohl vorwiegend Chinaware angeboten."

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Sa

30

Mär

2019

Humahuaca/ Tilcara

Heute fahren wir ins grüne Tal auf fast 3000m Höhe rein. Wo bei uns in Europa auf 2000m höchstens noch eine Arve wächst, wachsen hier in hoher Höhe zwischen den farbigen Felsen nebst Kakteen, Laubbäume, Gemüse, Blumen, etc. und das Tal ist voll von Leben.  Es ist einfach nur beeindruckend.

 

In Humahuaca erklimmen wir die Statue, die umringt von riesigen Kakteen stolz den Arm gegen den Himmel ragt.

 

 

Wieder zurück in Tilcara verfransen wir uns mit dem Womo in den engen Strässchen des Städtchens und finden dann schliesslich doch noch einen grossen Platz am Rande, wo wir uns für die Nacht hinstellen können. 

 

Anschliessend geniessen wir das Madonnenfest mit den zahlreichen Musikgruppen (Trommler und Panflöten), die durch die Strassen und  über die Plätze ziehen von Abends bis in die frühen Morgenstunden und das kleine Feuerwerk.

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Mi

03

Apr

2019

Salta

Bevor wir Salta erreichen, erwischen wir in San Salvador de Juijui, die Ruta 9 durch den Regenwald. Eine lediglich 4 m breite Strasse mit tausenden von Kurven. Wäre eine sehr schöne Strecke, könnte man problemlos mit entgegenkommenden Fahrzeugen kreuzen.

So steigt unser Adrenalinspiegel beträchlich und wir müssen uns vorne am See bei den vielen Vögeln und Pferden erstmal für zwei Stunden erholen.

 

Alois hat sich die letzen Monate gewundert, warum wir so wenige Reisende treffen, denn andere Blogger berichten immer wieder von interessanten Begegnungen.

Das gilt aber nur bis wir in Salta eintreffen.

 

Angekommen auf dem Camping in Salta werden wir vom Aargauer Peter mit seinem Hund Chu begrüsst. Ihn haben wir in El Chalten beim Fitzroy erstmals und letztmals getroffen.

Die Erlebnisse der letzten Monate werden ausgetauscht.

 

Auch Hilde und Kalle aus Süddeutschland ( leider kein Foto) treffen gerade mit uns ein und auch da gibt es vieles zu berichten.

 

Später beim Durchqueren des grossen Campings mit dem noch riesigeren, jetzt leeren Swimmingpool entdeckt Alois den Toyota von Liliane und Emil Schmid. Sie sind seit 35 Jahren immer mit demselben Auto in der ganzen Welt unterwegs. Wir sind hin und weg, denn Alois hat bereits in den 90er Jahren ihre Berichte gelesen und sie sind mit ein Grund, warum Alois auch so leben wollte. Wir haben gelesen, dass sie zur Zeit ebenfalls in Südamerika unterwegs sind und immer Ausschau nach ihnen gehalten. Was die zwei herzlichen Schweizer alles zu berichten wissen, so spannend. Stundenlang können wir ihren schönen, lustigen, unguten und auch tragischen Erlebnissen lauschen.

 

Es geht nicht lange, da gesellen sich die Schweizer Graziella und Marcel dazu, die ebenfalls mit einem noch zwei Jahre älteren Toyota unterwegs sind und von den legendären Reisen der beiden gelesen haben.

 

Auch Andrea und Jürgen, die wir bereits vor zwei Tagen in Pumamarca kennen lernen durften trudeln in Salta ein.

 

Die nächsten Tage, wettermässig nicht so gut, immer wieder ergiesst sich ein gewaltiges Gewitter über uns,( wir haben auf trockenen Grund gezügelt), vergehen mit viel Wein, Kaffee und interessanten Gesprächen wie im Fluge.

 

In der Innenstadt von Salta mit den trotz eines ehemals heftigen Erdbebens noch gut erhaltenen Kolonialgebäuden, besuchen wir das archäologische Museum, wo die Inkafunde vom Gipfel des Vulkans Llullailaco ausgestellt werden. Im kühlen Museum können wir uns nebst vielen kleinen filigranen Textil- und Silberkunstwerken auch die sehr gut erhaltene hockende Mumie eines kleinen Jungen ansehen. Die Hühnerhaut bekommen wir nicht von der Kälte im Raum. Leider darf im Museum nicht fotografiert werden, aber die Bilder haben sich auch so in unser Gedächtnis eingebrannt.

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Sa

06

Apr

2019

Natur und Kultur

Wir entscheiden uns gegen die Fahrt über die Pässe nach Cachi und für die vermeintlich langweiligere Strecke, direkt nach Cafayate, denn in den Bergen sieht es wettermässig duster aus.

 

Aber ohalätz, langweilig ist anders. Das breite Tal verschmälert sich zusehends, die grandiosen Felsformationen rücken näher und die Quebra del Rio las Conchas, entpuppt sich auf den nächsten 60 km als eine der formenreichsten, Buntsandsteinschluchten Argentiniens. 

 

Als wir aus der Schlucht auf die Hochebene rauskommen, lassen wir den Blitz und Donner hinter uns, dafür empfängt uns ein veritabler Sandsturm.

 

Angekommen in Cafayate sind die Menschen daran, die Strassen, Plätze und Restaurants vom Sand zu befreien. Wir übernachten auf dem Camping Municipal, wo sich bereits Andrea und Jürgen niedergelassen haben, die das Wetterspektakel hautnah miterlebt haben. Sie meinen: " Wir dachten, da käme ein Tornado."

Zuerst stehen heute die Ruinen von Quilmes auf unserem Programm. Ein weiteres unrühmliches Zeugnis der Konquista auf argentinischem Boden. Den kriegerischen Stamm der Kilmes hatten die Spanier erst 1667, am Ende des 35-jährigen Cachaqui-Krieges gegen die Indigenas durch Aushungern besiegen können. Das geknechtete Volk musste zu Fuss bis zur La-Plata-Mündung laufen, wo es in seiner neuen Zwangssiedlung, das eigene Aussterben beschloss.

 

Beim rumkraxeln in den Ruinen, die ziemlich steil im Berghang liegen, sind wir froh, ist der Himmel bedeckt und die Temperaturen nur noch um 15 Grad.

In Amaicha del Valle besuchen wir das Museo de la Pachamama, eines der grössten Museen für indigene Kultur in Argentinien. Gestaltet wurde es von dem Künstler Hector Cruz, der sich auf diese Weise mit der Geschichte seiner indigenen Vorfahren auseinandersetzte.

 

Der prachtvolle Museumspark muss sich, wer in der Nähe ist, unbedingt ansehen. Total schön und einzigartig.

 

Ein Aufpasser schliesst für uns die Räumlichkeiten mit den kunstvollen Teppichen und Gemälden des Künstler auf. Da drin ist das Fotografieren allerdings verboten.

 

Wir übernachten auf 2500m, im Zentrum von Amaicha del Valle, direkt an der Plaza. Die Saison ist vorbei, die Restaurants fast alle geschlossen, das Gemüse in den Geschäften nicht sehr "amächelig", aber wir haben ja noch Steaks, Pasta und Tomaten für einen Salat, an Bord.

 

Die Dorfjugend lümmelt sich am Abend mit ihren Smartphones um und im Platz herum, denn hier gibt es freies und erst noch recht schnelles Internet. Aber im Internet surfende Menschen sind ja eher ruhig. Einzig ein paar "Mofarowdies" stören Alois Nachtruhe.

Bei strahlendem Sonnenschein, aber kühlen 12 Grad, fahren wir den eher kargen Pass auf etwas über 3000 hoch, dann geht es runter auf 2000 m nach Tafi del Valle mit seinen Hunderten von Landhäusern der Sommerfrischler.

 

In El  Mollar, auf der anderen Seite des Stausees, lassen wir uns den Parque de los Menhires natürlich nicht entgehen. 114 Granitsäulen mit Ritzzeichnungen der Tafi Kultur    ( 4.Jhd.v.Chr. - 9.Jhd. n. Chr)  stehen am Hang.

 

Auf immer noch fast 2000m Höhe, im Quebra Rio los Sosas eröffnet sich uns eine ganz andere Welt, denn wir sind nun umgeben vom Tucumanischen Regenwald, einem dampfenden Urwald der von Flechten, Moosen und Baumschmarotzern nur so strotzt. Runter durch die Schlucht erreichen wir das fruchtbare Tiefland und eine der bevölkerungsreichsten Regionen Argentiniens.

 

Aus San Miguel de Tucuman, das wir uns eigentlich ansehen möchten flüchten wir mal wieder ziemlich entnervt und stellen uns schliesslich an den Stausee in Termas de Rio Hondo, wo wir uns lediglich mit den Mücken rumschlagen müssen.

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