24. Februar bis 10. März             Valdivia - Mendoza

Mo

25

Feb

2019

Valdivia

Es ist Samstag und hat unheimlich viel Verkehr. Ueber die Ruta 5 und danach im Kolonnenverkehr nähern wir uns Valdivia, aber eigentlich ist alles noch im grünen Bereich bis......

 

..... wir in Valdivia angekommen uns in einem Hexenkessel wähnen, Stau durch die ganze Stadt, ennet der Stadt, dem Fluss entlang, vorbei an der Bierbrauerei Kunstmann, in Niebla, Molina und weiter bis zur Pazifikküste. Nirgendwo ein Plätzchen für uns zum Uebernachten.

 

Ueber die Hügel und Pisten geht es zurück nach Valdivia, wo wir uns schliesslich im Villenviertel an den Fluss stellen.

 

Im Reiseführer, den wir nun zur Hand nehmen, lesen wir, dass jeweils am letzten Samstag im Februar das grosse Fest mit Feuerwerk in Valdivia stattfindet. Es ist auch sonst eine der meistbesuchten Stadt Chiles und dann das noch. Vom Feuerwerk sehen wir nichts, wir hören lediglich das Geknalle und das einsetzende Gekreische von den vom mitternächtlichen Lärm gestressten Wasservögeln.

 

Am Sonntag machen wir uns dann zu Fuss auf ins Zentrum, wo mich eigentlich lediglich der Fischmarkt mit den sich über die Fischabfälle freuenden Geiervögel, Möwen und Robben beeindruckt. 

 

Pärke und botanische Gärten gibt es einige in Valdivia, aber auch die sind nicht nur voll von Menschen, sondern auch gut bestückt mit Fahrgeschäften, zum Amusement der Besucher.

 

Also raus aus dem Hexenkessel und nach Queule in das kleine Fischerdorf, an ein ruhiges Fjord, das nachdem die Ausflügler den Ort verlassen haben wirklich ruhig und beschaulich da liegt.

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Di

26

Feb

2019

Puren

Nach dem gemütlichen Einstieg in den Tag und den Gesprächen mit den Netze flickenden Fischern, fahren wir bei strahlendem Sonnenschein die wunderschöne Strecke durch die Sümpfe mit den vielen Bächen und Flüssen, entlang des Pazifik gen Norden, bis wir irgendwann wieder über die mautpfilichtige Ruta 5 in Temuco eintreffen.

 

"Wieso habe ich bloss dieses Temuco im Kopf?" Alois:" Das kann ich dir wirklich nicht sagen, auf jeden Fall ist das ein echter Moloch." " Ja, nichts wie raus hier."

 

Wieder auf der Landstrasse Richtung Puren, wo wir uns auf die Spuren meines Patenkindes, mit Mapuchewurzeln begeben, wird es wieder richtig friedlich.

 

Ackerbau, Wälder, Hügel, wenig Verkehr und uns erwartet ein hübsches, jedoch auch ein mit viel Blut geschriebenes geschichtsträchtiges Städtchen.

 

Nach der ersten Besichtigung, wir stehen vor verschlossenen Türen des Mapuchemuseums, stellen wir uns unterhalb des Museumshügels, wo wir eine ruhige Nacht verbringen. 

 

Leider ist das Mapuchemuseum, trotz gegenteiligem Anschlag mit den Oeffnungszeiten, geschlossen und so fahren wir etwas betrübt weiter.

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Mi

27

Feb

2019

Keine Stadtbesichtung in Concepcion

Wir fahren durch Wald, Wald, Wald und mit uns unzählige Holzlaster, die sich  sehr langsam hügelaufwärts quälen und beim Runterfahren kein bremsen kennen.

 

Auf dem Weg nach Concepcion besichtigen wir dann doch noch ein sehr interessant gestaltetes Mapuchemuseum.  

 

Concepcion durchqueren wir gemeinsam mit viel Verkehr, stellen uns windgeschützt an die Lengabeach und ich geniesse in einem von den zahlreichen Restaurants meinen ersten, aber bestimmt nicht letzten Piscosour.

 

Den Plan, Concepcion zu besichtigen, geben wir schliesslich auch anderntags ziemlich entnervt auf und fahren über die Autobahn wieder durch ein riesiges Waldgebiet Richtung Chillan. 

 

Unterwegs richten wir uns am zurzeit wasserarmen Fluss zwischen den Eucalyptusbäumen und den wilden Pferden bei über 30 Gad häuslich ein.

 

Es ist alles knochentrocken und wir wundern uns nicht wirklich, als Sirenen losgehen und ein Helikopter anfängt aus dem Fluss Wasser zu schöpfen um den beginnenden Waldbrand, ennet des Flussbettes zu löschen.

 

Die Lust am hierbleiben ist uns vergangen und wir verlagern uns für die Nacht weiter nordwärts auf einen Truckerparkplatz mit ohne Bäume. 

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So

03

Mär

2019

Chillan

Als wir uns vor unserer Reise im Panamericana-Forum angemeldet haben, haben sich Cecy und George aus Chile bei uns gemeldet und uns ganz herzlich zu sich eingeladen.

 

Jetzt ist die Gelegenheit da, aber bevor wir zu ihnen fahren, sehen wir uns in Chillan noch den riesigen typischen chilenischen Markt an. 

 

Ca 50 km ausserhalb von Chillan haben die zwei Auswanderer vor ein paar Jahren eine 5000 qm grosse Parzelle mitten im Wald erstanden und ein grosses, rustikales Holzhaus auf Stelzen in Eigenregie gebaut. Eine Wahnsinnsleistung, wir sind hin und weg und Alois hätte die grösste Lust auch gleich loszulegen mit einem Bau. 

 

Wir werden so was von herzlich Willkommen geheissen und haben schnell das Gefühl mit alten Bekannten zusammen zu sitzen. Erfahren von Cecy (Deutsch-Chilenin) viel über die chilenische Kultur, die Pflanzen, die Tiere, die verschiedenen klimatischen und geologischen Verhältnisse und George erzählt uns mit viel Humor von der zum Teil komplizierten und nicht nachvollziehbaren Bürokratie, mit der sie sich in den Anfängen rumschlagen mussten. Aber das ist halt Chile und im Gegenzug wird manches, völlig unerwartet auf ganz unbürokratische Weise erledigt.

 

Anderntags liegt George den halben Tag unter unserem Womo um die Einstiegstreppe wiederzubeleben. Da das Getriebe im A.... ist nützt alles nichts, doch er macht das Teil so gängig, dass Alois die Treppe von nun an auf einfache Weise manuell runter, hoch und während der Fahrt fest verankern kann. Vielen herzlichen Dank.

 

Nach drei unterhaltsamen Tagen und mit vielen guten Tipps für die Weiterreise verabschieden wir uns von unseren tollen Gastgebern. Nochmals ganz herzlichen Dank auf diesem Weg. Wir bleiben sicher in Kontakt.

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Mo

04

Mär

2019

Paso Pehuenche

In der Frühe bekommen wir die Botschaft aus Sarmenstorf, dass dort ein Sturm wütet. Das Scheunendach ist wieder, nur dieses Jahr bedeutend schlimmer, abgedeckt, die Pergolas und die Terrassenbedachung haben sich verabschiedet. Einmal mehr sind wir sehr froh, dass sich Alois Sohn Janik den Schäden annimmt und sich mit der Versicherung in Verbindung setzt.

 

Wir fahren derweil über den 2500m hohen, sehr gut ausgebauten und beeindruckenden Paso Pehuenche, mit seinen verschiedenen Gesteinsformationen und Stauseen, über die Anden nach Argentinien. Es herrscht sehr wenig Verkehr.

 

Am Chilenischen Zoll, die wir jeweils bei der Ausfahrt ohne Kontrolle des Wohnmobils passieren konnten ist der Beamte schlecht gelaunt. Er meint:" Alles rein zum Durchleuchten." " Come todo?" " Si todo." Kommen sie doch bitte ins Fahrzeug zum schauen." " No, alles rein zur Kontrolle." " Wie ist der denn drauf? Ich glaub mich tritt ein Pferd. Wir wollen ja raus aus Chile." Alois meint lapidar:" Das zieh ich jetzt durch und das erste das ich reintrage ist die halbvolle Toilettenkassette, die ich dann öffne, damit die einen bisschen schnuppern können. Danach kommen die Stühle, der Tisch und die Dreckwäsche. Wollen mal sehen, wer zuerst die Schnauze voll hat." Während ich immer noch recht belämmert dastehe, spricht eine Frau mit dem Beamten und er winkt uns mit zwar saurem Gesicht, aber ohne Kontrolle durch.

 

Ein Schweizer Ehepaar, das mit dem Auto von Freunden unterwegs ist, macht an der Grenze kehrt. "  Denn wer weiss, ob die uns wieder reinlassen würden, nach Chile."

 

50 km weiter am Argentinischen Zoll interessiert sich der dortige Beamte beim Sichten des Mobils nicht mal für den " Opferapfel".

 

Wieder auf der Ruta 40 Richtung Norden, empfängt uns die Pampa und der Seitenwind. In Malargüe stellen wir uns für die Nacht hinter die Tankstelle Axion mit W-Lan und ich kann mal wieder übers Internet Deutsche und Schweizer Sendungen sehen. 

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Mi

06

Mär

2019

Stausee Nilhuil

Links die Anden, rechts die Pampa so geht es die ersten 50 km auf der Ruta 40 nordwärts. Dann 100 km durch die Pampa immer geradeaus nach Osten. Wären da nicht die Oelpumpen und der See, aus dem sie Salz gewinnen, total langweilig, wir bringen die Kilometer aber schnell hinter uns, denn es herrscht praktisch kein Verkehr auf der gut ausgebauten Ruta 40.

 

Wir wenden uns dann wieder Richtung Süden auf die Stichstrasse nach Nihuil, das am glelchnamigen Stausee liegt.

 

Die ersten Blicke rein in den Canyon sind vielversprechend. Doch wir stellen uns erstmal ins Städtchen auf den kostenlosen Stellplatz direkt am Wasser.

 

Bald nach uns treffen die vielgereisten Schweizer Dorli und Wolfgang ein und es gibt viel zu erzählen. Was sie schon alles auf ihren Reisen durch 170 Länder erlebt haben, da kommen wir uns wie absolute Reiseneulinge vor. Wir sind hin und weg von den spannenden Erlebnissen. Bald stellen wir auch fest, dass wir gemeinsame Reisebekannte haben und die Welt der Wohnmobilisten doch irgendwie klein ist. Die zwei Tage am See vergehen wie im Fluge.

 

Unsere Männer liegen einen halben Tag unter ihren Fahrzeugen um irgendwas zu kontrollieren und zu reinigen. Beim Ausräumen der Stauräume entdeckt Alois, dass der Behälter mit der Chemie, den wir beim Kauf unserer Reservetoilette gratis dazu bekommen haben und mitschleppen, ohne sie zu verwenden, durch das viele Rütteln auf den Pisten kaputt gegangen ist, der Inhalt in eines unserer Gelddepots gesickert ist und unsere Dollarnoten blau eingefärbt hat." Die sehen ja aus, wie wenn wir eine Bank ausgeraubt hätten, nicht gerade vertrauenserweckend." Also wird im wahrsten Sinne des Wortes Geld gewaschen. Tatsächlich ist das Zeugs wasserlöslich und unsere Dollars wieder rein. " Schwein gehabt."

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Fr

08

Mär

2019

Canon Atuel und Grande Canon

So jetzt aber rein in den Canon Atuel. Von 1500m geht es immer entlang des Rio Atuel, des an verschiedenen Stellen zur Stromproduktion gestauten Flusses, runter auf knapp 800m. Die Piste ist zumeist breit und trotz der zahlreichen Touribusse und anderen langsam fahrenden Touristen sehr gut befahrbar, denn es gibt ja soviel zu sehen und die Fahrt ist entsprechend entspannt. 

 

Mitten im Canon Atuel stellen wir uns für die Nacht auf einen Picknickplatz unter die Bäume. Es ist 35 Grad warm. Ziemlich genau um 16.30 Uhr schwingen sich die Kondore auf und ziehen ihre Kreise über uns. Wir zählen mindestens 8 Stück. Nach 17 Uhr gibt es keine vorbei fahrenden Autos mehr, wir sind allein und es ist erstmal absolut ruhig. Einfach herrlich.

 

Leider zieht sich der Himmel später zu, ein gewaltiges Gewitter mit Hagel und Regen entlädt sich über uns und anderntags ist es so ziemlich vorbei mit der Sonne und die Temperatur beträgt gerade mal 15 Grad.

 

Bevor es wieder runter in den Grande Canon geht, schlängelt sich die Piste nach oben. 

Wieder in der Schlucht geht die Piste in eine Asphaltstrasse über. Hotels, Restaurants und Cabanas links und rechts der Strasse und viele junge Touristen, die sich bei Riverrafting, Klettern und sonstigen Aktivitätigen vergnügen.

 

Von hier aus einen herzlichen Gruss und Dank an Schorsch aus der Schweiz, den wir in Urugay kennen gelernt haben. Er hat uns den Tipp mit den Canons gegeben. Der Abstecher in die Canons war für uns ein tolles Erlebnis.

 

Raus aus der Schlucht erstmal wieder Pampa und später Weingüter. Unser Plan in San Rafael die Gasflasche befüllen zu lassen geht auch nach mehrmaligem Fragen nicht auf, also fahren wir 200 km weiter nach Mendoza.

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So

10

Mär

2019

Mendoza

Bereits bevor wir in Mendoza eintauchen, zeigen uns die Plakate, dass hier zurzeit, das alljährlich, mehrere Tage dauernde Weinlesefest stattfindet. Ob das gut für uns ist?

 

Dank IOverlander finden wir den kleinen Gasfüllbetrieb in einer Seitenstrasse auf Anhieb. Flasche rein in den Laden und nach einer Viertelstunde frisch befüllt wieder raus.

 

Was nun? Freistehen in der Grossstadt möchten wir nicht und die Campings liegen zu weit draussen. Wieder dank IOverlander finden wir den zentral gelegenen, eingezäunten und ständig überwachten Parkplatz mit Super W-Lan, in den wir auch mit unserem hohen Camper reinfahren können und für 24 Stunden 300 Peso/ 6.60 Euro bezahlen. Genau das Richtige für uns.

 

Die Engländer die neben uns geparkt haben, erklären uns das Festprogramm und so marschieren wir die 500m an die Avenida San Martin wo sich am heutigen Internationalen Frauentag eine friedliche Kundgebung von über Tausend Teilnehmern mit Plakaten und Sprechgesang für Frauenrechte, legale Schwangerschaftsabbrüche und weiteren Forderungen, begleitet durch viel Polizei, langsam durch die abgesperrte Strasse bewegt.

 

Wir setzen uns schliesslich in eines der zahlreichen Strassenrestaurants unter einen "Sonnenschirm", die Schirm und Pellerinenverkäufer machen gute Geschäfte. Essen obligatorisch, dafür gute Sicht auf die zu erwartende Parade.

 

Um 22.00 Uhr geht es los. Die Polizeimusikkapelle und einige Reiter eröffen das Spektakel, gefolgt von den prächtig geschmückten Wagen mit den Weinköniginnen aus den verschiedenen Regionen. Als wir nach Mitternacht, ziemlich durchgefroren zu unserem rollenden Heim zurückkehren ist die Parade immer noch im Gange. 

 

Am Samstag sehen wir die prächtige Stadt mit ihren breiten Strassen und Plätzen, den über 45'000 schattenspendenden Platanen, den zahlreichen Strassencafes, mit ihrem ein bisschen an Aix-en-Provence erinnernden Flair, auch bei Tageslicht. 

 

Mendoza wurde schon mehrfach von immer wiederkehrenden fürchterlichen Erdbeben fast gänzlich zerstört. Deshalb sind die Häuser eher niedrig gehalten, fast keine Häuser aus der Kolonialzeit erhalten, grosse Plätze als Fluchtpunkte entstanden und die Avenidas sehr breit.

 

Der Umzug dauert über 5 Stunden. Die Gauchos aus den verschiedenen Regionen, mit ihren Pferden und Wagen faszinieren uns am meisten. Auch Kinder, die wohl bereits im Sattel geboren wurden, reiten wie selbstverständlich durch die Menge.

 

Mendoza gefällt uns sehr gut, also gedenken wir hier zu bleiben, bis sich die Sonne wieder zeigt und wir uns über die Anden nochmals nach Chile aufmachen werden.

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Mo

11

Mär

2019

Chiles und Argentiniens Städte

Die Städte und Dörfer in Chile und Argentinien sind wirklich quadratisch, praktisch und gut.

 

Die Strassen verlaufen alle geometrisch gerade. Fast alles sind Einbahnstrassen, eine Querstrasse in die eine Richtung und eine Querstrasse weiter umgekehrt. Das wechselt sich also immer ab.

 

Nachdem wir die kleinen Pfeile an den Kreuzungen gesehen und auch richtig gedeutet haben, fahren wir fast nie mehr in die den Gegenverkehr und biegen auch nur noch selten falsch ab. So entgehen wir mehrheitlich einem Hupkonzert.

 

 

Auch zum Durchlaufen der Städte ist diese Stadtplanung ideal, man kann sich praktisch nicht verlaufen.

 

Nun nachdem wir Mendoza auf Herz und Nieren studiert haben und sich zwischen den Wolken immer mal wieder ein bisschen blau zeigt, nehmen wir die kurvenreiche Strasse Richtung Uspallata unter die Räder, zumal während der Siestazeit die Strassen leergefegt sind.

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