8. bis 9. April    Midelt- Saidia

Sa

08

Apr

2017

380 km Fahrt bis in der Nähe von TaforaltMi

So jetzt aber wirklich weg aus Midelt. Im gutdotierten Acima - Supermarkt werden wir in Kürze noch sehr viel Geld los. Es gibt soviele feine Esswaren, die eigentlich niemand braucht.

 

An der Tankstelle wird unser Womo äusserlich den Sand los. Das Innere muss noch etwas warten. Eine Stunde nach der Abfahrt von Midelt sind wir in Ksbar, wo wir gestern von den Minen runterkommen wollten.

 

Wir fahren und fahren. Auf dem Rekkam- Hochplateau begegnet uns auf der gutausgebauten Strasse bis zur Kreuzung nach Debdou kein einziges Fahrzeug. Wir sehen einige weitverstreute Bauernhöfe, einzelne Pferde, einige Esel und viele, viele Schafe und Ziegen. Am Seelein mitten im Nichts wechseln sich die Herden beim Trinken ab. Die eine Herde trabt ans Wasser, die andere entfernt sich. Alles schön geordnet. „ Wieso gehorchen die Tiere den Hütern dermassen gut?“ Einfach nur schön zum Zugucken. Einer der Hirten holt sich eine Zigarette ab und ein Kind bekommt eine Banane. Ansonsten werden wir auf der ganzen Strecke von niemanden behelligt.

 

Nach der Kreuzung, nun ist die Strasse einspurig, herrscht reger Verkehr. Die Abfahrt von der Hochebene nach Debdou ist abenteuerlich, enge Kurven, wenige Leitplanken und auf den letzten 10 km alles dick und frisch gekiest, Vorbereitung für die Strassenverbreiterung.

Eigentlich möchten wir in Taourirt übernachten, aber das ist nichts. Das „ Berberdorf“ gleich Slum brennt. Die Luft ist rauchgeschwängert, die Feuerwehr an der Arbeit und ich möchte einfach nur weiter.

 

Also fahren wir und fahren, der Schatten vor dem Fahrzeug wird immer länger. Richtung Taforalt biegen wir ab. Die Sonne verabschiedet sich und nach den heutigen 380 km finden wir am wunderschönen Raid Oriental einen Platz für die Nacht. „ Wenn ihr hier esst, kostet das Stehen nichts.“ Wir bestellen zwei leckere Pizzas für insgesamt 130 Drh. Wir essen mit gutem Appetit und Alois meint: “ So viele Kilometer fahre ich nie mehr an einem einzigen Tag.“

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So

09

Apr

2017

Kamelgrotte in der Zegzeschlucht und Saidia am Mittelmeer

Schnell ist das touristische Taforalt erreicht und wir biegen ab zur Zegzeschlucht. Die Strasse ist schmal und das Verkehrsaufkommen gross. Die Marokkaner breiten überall ihre Decken für das sonntägliche Picknick aus. Vielerorts steigt Rauch auf und das Gelächter lässt die gute Laune der Leute erkennen.

 

Auch die Kamelgrotte, die ihren Namen vom kamelähnlichen Gebirge dahinter hat, ist gut besucht. Wir löhnen 5 Drh. für`s Parken und stellen uns zu den bereits zahlreich vorhandenden anderen Autos.

 

Es hat sich seit unserem letzten Besuch vor 4 Jahren einiges geändert. Die Quelle wurde gefasst und die Wege sind befestigt. Aus der Grotte kommt heute kein bisschen Wasser, ganz im Gegensatz zum letzten Mal. Siehe:  Marokko 2012/2013 Saidia-Bouarfa 

 

Nach dem Tee setzen wir unsere Reise nach Berkane fort. Seltsame Früchte wachsen an den seltsamen Bäumen und werden überall am Strassenrand verkauft.  „ Was sind denn das für Früchte?“ „ Das sind „Neufls“. Probiert mal, die sind echt lecker.“ Tatsächlich schmecken sie ein bisschen wie Mirabellen. Alois meint:“ Die sind sicher sehr gesund, so sauer wie die sind.“ Für 5 Drh. kaufen wir ein halbes Kilo und tun so was für unsere Gesundheit.

 

Weiter vorne passieren wir den Fluss Zegze dreimal. Beim letzten Besuch mussten wir alles aussen rum fahren, da der Uebergang wegen des Hochwassers weggeschwemmt war. Heute ist es easy.

Berkane erscheint uns heute viel, viel grösser als beim letzten Mal. Vielleicht täuscht uns auch da mal wieder die Erinnerung. Wir passieren danach eine sehr fruchtbare Region. Es werden Schilf, Orangen, Zitronen, verschiedene Obstarten und viel Gemüse angebaut.

Auch wird hier überall der billige, geschmuggelte Treibstoff angeboten. Diesmal verzichten wir auf eine Füllung.

 

Das letzte Stück fahren wir, der jetzt mit Natodraht verstärkten Grenze zu Algerien entlang, nach Saidia am Mittelmeer. Der gedeckte Souk ist weg. Ueberhaupt scheint die Grenze nicht wie beim letzten Mal, nun völlig undurchlässig. Spannend ist es allemal. Alois:“ Was meinst du, können wir wohl zu Fuss nach Algerien?“  Wir versuchen es nicht.

 

Auf dem Camping Amazon stellen wir uns für die Nacht hin. Bekommen den Schlüssel, damit wir raus können, laufen zum nun offenen Souk und geniessen die ersten gegrillten Sardinen, mhhhhhhm.

 

Als uns ein Jugendlicher um Geld anbettelt, ist sofort ein Passant da und ein Polizist, der gerade einen Automobilisten kontrolliert, stellt sich ebenfalls zu uns. Sie jagen den Jugendlichen weg und schärfen uns ein, ja nichts zu geben. Ich: „ Danke vielmals für ihre Hilfe.“ Der Polizist:“ Entschuldigen sie die Belästigung und seien sie in Marokko Willkommen.“

 

Wir setzen uns in ein Kaffee an die Corniche, direkt am Meer. Es ist Sonntag und viele marokkanische Touristen sind unterwegs. Die Haare der jungen Frauen flattern im Wind, sie haben ja so schöne Haare die Marokkanerinnnen. Teure Autos fahren langsam und oft mehrmals vorbei. Der Parkwächter, macht die Autofahrer auf den Parkautomat aufmerksam und löst für die Parkierenden, wenn gewünscht das Ticket. Es riecht nach Meer und uns gefällt's.

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