1.bis 4. März Zagora

Samstag 1. März Draatal 

 

Entlang des Draatal nach Zagora , liegen zahlreiche Palmenoasen mit eher einfacheren Dörfern und vielen Menschen, davon wie gehabt vor allem die Frauen am Arbeiten. Hier balancieren sie die Lasten auf dem Kopf. Ueberall am Strassenrand bieten die Jungs Datteln an. Wir beobachten das Geschehen noch viel aufmerksamer als sonst. Hat uns doch Gaelle gestern erklärt, dass die Frauen so schwer arbeiten müssen, weil die arbeitsfähigen Männer in den Grossstädten seien, um das Geld für die Familien zu verdienen. Klar ist, was wir hier sehen, entspricht nicht den gestrigen Erläuterungen und unseren Beobachtungen auf der bisherigen Reise. Na ja, Franz hat wohl schon recht, wenn er meint, dass er in diesem Land lieber eine Handvoll Mädchen produzieren würde, denn die lernen das Arbeiten schon von klein auf.

 

In Zagora angekommen, einer großen Stadt am Wüstenrand, wo viele reiche Marokkaner, aber auch entsprechend viele Bettler leben, will Alois gerne auf den letztjährigen Campingplatz ganz unten in der Palmenoase, ich möchte aber auf den Campingplatz " le jardin de Zagora" oben in der Stadt. Nebst Stadtanschluss verfügt dieser nämlich auch über eine Waschmaschine. Wir landen dann schliesslich dank eines Schleppers auf dem Camping " Sindibad". Ein kleinerer Platz, ebenfalls in der Stadt, jedoch ohne Waschmaschine. Die Einfahrt ist steil und schmal, so dass die Riesenmobile keine Möglichkeit haben diesen anzufahren. Zum Glück für uns, denn "le jardin de Zagora" ist übervoll! Pumare mit seinen Freunden ( 3 Mobile)  wird dort irgendwo dazwischen geklemmt, gilt doch im Marokko der Wahlspruch:"geht nicht, gibt's nicht" Sie hoffen, dass einige abreisen, damit sie sich besser positionieren können, ansonsten werden sie morgen weiterreisen. Was wirklich schade wäre, denn Zagora ist ein schöner Ort zum Verweilen.

 

Wir sind also ganz zufrieden und bringen das schmutzige Zeugs in die Wäscherei im Dorf. Kostet auch nicht mehr als selberwaschen und wird erst noch, welch ein Luxus, gebügelt.

Sonntag 2. März

 


Angehneme Temperaturen bereits am Morgen. Heiss ab Mittag ca. 30 Grad.

 

Heute ist Markttag in Zagora und wir brauchen etwas Gemüse, Früchte und natürlich Salznüsse. Wir trödeln den ganzen Vormittag auf dem Campinplatz rum, Essen gemütlich in der Stadt, beobachten das Geschehen um uns herum und schaffen es gerade noch, die meisten Marktfahrer packen bereits wieder ihre Ware zusammen, das Nötige zu besorgen. 

 

Wir  lernen einen Marokko-Schweizer kennen, der seit 30 Jahren während des Sommers in Arbon arbeitet und im Winter hier ein kleines Gästehaus betreibt. Er spricht gut deutsch und so ergibt sich ein interessantes Gespräch über die kulturellen Unterschiede der beiden Länder. Seine Einladung zum Tee werden wir sicher wahrnehmen. 

 

Die Wäsche ist fertig und bis auf eine Hose, die erst nach längerer Intervention und mit Hilfe der Tochter des Hauses, die gestern bei der Abgabe dabei war, wieder gefunden wird, ist alles da und gebügelt. Ob Absicht oder nicht sei dahingestellt. Der Wäschereibetreiber entschuldigt sich auf jeden Fall wortreich. Alles gut!

 

Gemütlicher Kaffeeklatsch mit Kuchen bei " Pumare" und seinen Freunden. Sie konnten sich heute wunschgemäss umplatzieren.

 

Auf unserem Campingplatz gibt es abends Berbersuppe und eine fast 2-stündige Folklorevorführung. 

 

Um 22 Uhr ist es immer noch warm und windstill, die Sterne funkeln und die Grillen zirpen. Einfach paradiesisch.

Montag 3. März

 

In Zagora gibt's  Baguettes zum Frühstück. Die Fladenbrote sind zwar auch lecker, aber mal was anderes, wer würde da schon nein sagen.

 

Die Stromversorgung auf dem Campingplatz gibt den Dienst auf. Wir haben Glück, sind wir doch vorne bei der Reception angeschlossen. Die anderen Womo-Fahrer werden langsam ungeduldig. Gegen Abend gibt's auch für sie wieder "Electricité". Waschen tun die Franzosen unter fliessendem Wasser, vielleicht sind darum die Oasengärten so trocken und viele davon gar nicht mehr bepflanzt. Sieht zum Teil wirklich trostlos aus.

 

Wir verfransen uns total beim Durchfahren der "Schrebergärten". Alois meint, man bräuchte halt einen Führer! 

 

 

Dienstag 4. März

 


Wir möchten ja so gerne direkt von Zagora nach Foum Zuigd. Die Strecke wäre viele kürzer als die gut zu befahrene Strasse über Agdz. Alle die wir fragen, meinen die Strasse wäre immer noch nicht fertig.

 

Trotzdem erkundigen  wir uns noch bei einem französisches Ehepaar, das mit ihrem VW- Kastenwagen aus dieser Richtung kommt. Sie raten uns ab, obwohl sie selber auch keinen 4x4 fahren. Die Piste wäre über 80km sehr schlecht zu befahren. Wer am Camper hängt, sollte es wohl besser sein lassen.