11. bis 17. April der Atlantikküste entlang nach Tanger

Freitag 11. April Oualidia

 

Der Küste entlang ist es neblig. Es ist richtig friedlich. Kein Sturm, wenig Verkehr und einfach nur still. Zwar kein Foto- und Solarbatteriefüllwetter, jedoch geruhsam und gemütlich.

 

Die Lagune von Oualidia ist einfach überwältigend. Wir wähnen uns in der Karibik. Ein exklusiver Ferienort für reiche Marokkaner.

 

Wir stellen uns auf den grossen Parkplatz der Halbinsel und spazieren runter zu den Fischern.

 

"Möchtet ihr Bötchenfahren?"" Nö!" "Möchtet ihr Fisch kaufen?"" Nö!"" Möchtet ihr sehen, wo die weltbesten Austern aufgezogen werden?""Nö, wir mögen keine Austern!"" Wir grillen für euch direkt am Strand Dorade und Krebse, möchtet ihr?""Alois will. Ich eigentlich nicht. "Wann haben wir wieder so eine Gelegenheit?"" Na gut, aber das ist wirklich das letzte Mal, dass ich mich mit diesen Gräten und Schuppen abmühe!" Also werden wir handelseinig und setzen uns an ein Tischchen. Der Salat, das Brot, das Wasser und die gegrillte Dorade werden uns serviert. Alois entgrätet mir Stückchen für Stückchen des Fisches. So geht es doch. 

 

Ein Fischerbötchen nach dem anderen fährt an den Strand, wo die Krebse und Fischfänge direkt versteigert  werden. Zum Teil geht es heftig zu und her. Es wird geschrien und geschimpft, super interessant für uns Zuschauer.

 

Im Restaurant an der Lagune trinken wir Kaffee und Alois bekommt endlich ein Erdbeertörtchen. Hier wird Wein und Bier in Mengen konsumiert, die Moslems sind entsprechend laut, zum Teil auch aggressiv gegeneinder. Also nicht anders, als wenn Christen Alkohol in rauhen Massen geniessen. Wir sind dies in Marokko nicht gewohnt.

 

Nach dem Eindunkeln beginnen die Frösche in den Teichen mit ihrem Konzert.

 

 

Samstag, 12. April El Jadida, Azemmour

 


El Jadida, eine Portugiesische Handelsstadt. Wenig Touristen, dafür interessante Einblicke in der Cité Portugaise, mit der Stadtmauer, die bestiegen werden kann und dem Fischerhafen, sehr charmant. Die kleinerern Schiffe konnten direkt über Kanäle in die Stadt hineinfahren. Die Franzosen haben die Kanäle zugeschüttet, so dass es jetzt alles Gehwege sind, eigentlich schade. Die Zitadelle, die den Begründern, als Wasserspeicher gedient hat, wurde schliesslich unter den Marokkanern als Gefängnis umgenutzt. Reingejagt, zugesperrt und kein Essen mehr, so der Führer. Schöne Aussichten! 

 

An der Stadtmauer schön überdeckt, gibt es mehrere Fischrestaurants. Wir haben gegrillte Sardinen und Salat verspeist. Die Gräten sind nur halb so furchtbar, wie die der Doraden, also schmecken mir die Fische. Da hier nur Einheimische essen, ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut. 40 Drh. für 10 Sardinen ( gross) 2 kleinen Salaten, 2 Brote und einer grossen Flasche Cola.

 

Ich möchte ja noch unbedingt nach Azemmour. Ebenfalls eine Portugiesische Handelsstadt, mit Stadtmauer und einer Synagoge, da diese hauptsächlich von Juden bewohnt wurde. Stadt ist nett, Mauer auch, Mündung des Oumer-Rbia, grösster Fluss Marokkos ebenso, Synagoge nicht gefunden.

 

Also ein paar Kilometer weitergefahren zum Plage Sidi Bounaim, wo wir direkt am Meer, bei den Sanddünen nächtigen möchten. Vielleicht schaffen wir es sogar einmal einen Sonnenuntergang zu fotografieren. Gerade zur richtigen Zeit schieben sich Wolken vor die Sonne!

 

Ein Arbeiter erzählt uns, dass er in Frankfurt mit einer Deutschen verheiratet war. Sie wollte immer alleine aus dem Haus und das geht für eifersüchtige Marokkaner ja mal gar nicht, also hat sie ihn verlassen und er ist zurückgekehrt in seine Heimat, wo alles noch seinen guten Gang geht und die Frauen anständig und folgsam sind!

 

Er baut einen 11 m hohen Turm für die Förster, damit sie den Wald überwachen können, denn im Sommer ist hier die Hölle los, sei dies doch der absolut schönste Strandabschnitt Marokkos. Auch sei während dieser Zeit der Polizeiposten besetzt. Zur Zeit ist nur ein sehr freundlicher Wärter hier.

Sonntag, 13. April

 

Am Morgen bei Knäckebrot, staunen wir nicht schlecht. Fährt ein Marokkaner mit seiner Kinderschar vor und bringt uns einen ganzen Sack voll Schokobrötchen. Er will partout kein Geld dafür. Zum Glück haben wir noch ein Pfeilspiel für die Jungs im Gepäck, über das sie sich sehr freuen. Bald darauf parkiert ein anderes Auto neben uns. Jetzt gibt es Biskuit's. So was haben wir in Marokko noch nie erlebt. Sonst wollen doch immer die Einheimischen was von uns. 

 

Wir fahren der Küste entlang weiter nach Casablanca. Viel exklusive Ferienresidenzen wechseln sich ab mit Slumgebieten. Für uns schwer auszuhalten. Kurz die grosse Moschee fotografiert und schon geht's nach Rabat. Auch hier dasselbe Bild, viele sehr reiche Marokkaner und die ärmsten der Armen ganz nah beieinander. Wir essen im mondänen Mohammedia, für einmal unter den Superreichen, die natürlich auch hier wieder Alkohol trinken. Wir bleiben beim Wasser und irgendwie ist uns gar nicht wohl.

 

Kurz vor Rabat, gleich nach dem Königspalast  soll es einen Campingplatz geben. Hier möchten wir übernachten, damit wir am nächsten Tag in aller Ruhe in Rabat den Hassanturm mit dazügehöriger Moschee und Salé besichten können. Wir finden den Campingplatz nicht, wahrscheinlich haben sie den reingenommen. In Rabat gibt es keinen Campingplatz mehr. Also nur kurz im vorbeifahren den Turm und die Moschee fotografiert und ab auf die Autobahn nach Moulay Bousselham auf den Campingplatz an der Lagune. 

 

Für uns einer der schönsten Plätze Marokkos, wenn er nicht so verludert wäre. Nicht mal kalt duschen ist möglich, so ein Frust. Strom funktioniert nur sporadisch und Internet nur im Restaurant und zwar ganz, ganz langsam.

Dieser Campingplatz müsste wohl mal von einem Franzosen übernommen und instandgestellt werden. Bin ja sonst nicht so, aber hier und jetzt schon.

Montag 14. April

 

Wir verbringen einen friedlichen Tag in Mulay Bousselham. Gegen Abend steigen wir über die 100 Stufen zum Ort hinauf, wo es wieder mal Fisch gibt für Alois und für mich ein Fleischspiesschen.

Dienstag 14. April

 


Früh aufstehen heisst die Devise, dann gibt es nicht nur Wasser in der Dusche, sondern es ist sogar warm. Sus und Franz ihr seid wohl Frühaufsteher. 

 

Für uns geht es weiter nach Norden. Die Autobahn verschmähen wir wiederum. Dafür finden wir sehr ursprüngliche Dörfchen, einen Markt in dem es kein Durchkommen mehr gibt mit dem Auto, trotz anhaltendem Hupkonzert. Strassen, die für uns nicht mehr befahrbar sind, dann aber auch wieder ganz tolle Strassen durch die Korkeichenwälder und viel landwirtschaftlich genutztes Land auf dem die Frauen und Männer ihrer Arbeit nachgehen. Kurzum ein spannender Reisetag, der uns wieder einmal die enormen Unterschiede in diesem Land aufzeigt. 

 

In Asilah stehen bereits einige Wohnmobile auf der grossen Wiese beim kleinen Hafen, direkt an der Medina. Ein wunderbarer Stellplatz. Die in blau weiss gehaltene andalusisch anmutende Medina ist sehr charmant. Alles ist sehr sauber und gepflegt. Auch abends sind noch viele Menschen unterwegs auf den Plätzen, den Parks und der Strandpromenade. Darunter sehr viele Frauengruppen mit ihren Kindern. 

 

Fotos später mein Pfus geht aus

Mittwoch 15. April 

 

Wir nehmen nur ungern Abschied von Asilah. Ein wirklich sehr schöner und charmanter Ort.

 

Die heutige Etappe führt uns weiter entlang der Küste nach Norden bis nach Tanger. Die Herkulesgrotte,, die wir unbedingt besichtigen wollen, ist geschlossen.

 

Ueberall Marokkofahnen und Putzmannschaften. Der König ist in Tetouan und wird über Tanger nach Casablanca weiterfahren. Wir fragen uns, ob die Fahnen jeweils von einer Gegend in eine andere gekarrt wird, denn wer hat schon so viele Fahnen.

 

Die Fahrt durch die engen Gassen zum Campingplatz Miramonte ist abenteuerlich. Wären wir ohne Navi gefahren, hätten wir den Camping mangels Wegweiser zwar nicht gefunden, aber es gibt eine ganz normale gute Strasse vom Strand her.

 

Jetzt wird nur noch geruht. Die Stadtbesichtigung machen wir morgen.

Donnerstag, 17. April


Wir schwingen uns auf die Räder und fahren dem Strand entlang zum Hafen. Dort trinken wir im Continental, dem ältesten Hotel Tangers auf der Terrasse einen Kaffee und geniessen den Blick über Stadt und Hafen. Wir lassen unsere Velos dort gut geschützt stehen und erkunden die Medina zu Fuss.

 

Die Gassen sind eng und verwinkelt, immer wieder mal eine Sackgasse. Die Medina ist in jedem Gässchen sehr sauber und gepflegt. Keine aufdringlichen Händler, alle sind sehr freundlich und zuvorkommend.