3. April bis 8. April Agadir- Imouzzer- Imsouane- Essaouira

Donnerstag 3. April Agadir Imouzzer

 

Gestern haben wir unser nur eingestecktes Grauwasserablaufrohr mit dem Verschluss verloren. Wahrscheinlich beim Durchfahren der Wasserpfützen. In Agadir auf dem Camping gab es zum Glück ein direktes Ablaufrohr. Aber nun haben wir ein Problem, denn das Grauwasser läuft einfach unten raus, wenn wir oben das Wasser andrehen. Wir haben versucht bei einem Sanitär ein passendes Rohr zu kaufen mit Verschlusskappe, aber keines passt.

 

Eigentlich möchten wir auf der vielgerühmten Platte 20 km nördlich von Agadir übernachten. Entscheiden uns dann aber dagegen. Es stürmt dermassen, dass wir nicht mal die Türe öffnen können, muss also nicht sein.

 

Wir fahren rein ins Paradiesvalley, das die Hippies in den 70er Jahren für sich entdeckt hatten. Diese Strecke ist wirklich spektakulär. Zum Teil nah am Fluss, dann wieder hoch über der Schlucht, bis wir schliesslich im 1200 m hoch gelegenen Imouzzer ankommen. Da es gestern dermassen geschüttet hat, ist die Strasse zum Teil noch glitschig und mit herunterfallenden Steinen bestückt.

 

Im Hotel les Cascades können wir auf dem Parkplatz übernachten. Das Nachtessen sei um 19.30 Uhr bereit, so der Chef. Gut haben wir noch Zeit uns auszuruhen. Plötzlich klopft es an den Camper. " Madame, es ist 20 Uhr" " Was, bei uns ist es erst 19.00 Uhr" " Aber die Uhren wurden doch umgestellt, am letzten Sonntag" " Ah, so" Da sind wir also wiederum nur eine Stunde zurück, gegenüber Europa. Das Nachtessen ist aber trotzdem sehr lecker und ein Feuerchen hat der Chef auf noch gemacht, richtig romantisch.

Freitag 4. April Imouzzer - Imsouane

 

Wieder strahlend blauer Himmel. Runter zum Wasserfall, wo die Guides schon auf uns warten. Ich habe keine Lust auf eine Führung, der Wasserfall führt zur Zeit kein Wasser, der Hahn ist zugedreht, da der Stausee gefüllt werden muss. Wir trinken im Restaurant einen Kaffee, Der Verkäufer von allerlei Holz- und Steinsachen fragt uns ob wir etwas zum Tauschen hätten. Ja haben wir. Einen alten, schweren aber noch sehr guten Feldstecher. Wir stellen etwas zusammen und er will dann nebst dem Feldstecher noch 150 Drh. " Nee, mach ich nicht" und gehe. Der Händler bearbeitet Alois noch weiter, bis sich dieser loseisen kann. " Schatz, der Preis ist schon auf 50 Drh. runter". " Ist mir doch schnuppe, entweder tauschen oder gar nichts" Irgendwie fühle ich mich schlapp und fiebrig und will einfach nur weiter.

 

Die Strasse nach Tamri ist zwar ebenso schmal, aber besser zu befahren. Wieder geht es rauf und runter. wir fahren an Dörfern vorbei die zum Teil zerfallen sind. Sehr schöne, gepflegte Anwesen gibt es jedoch auch, sind das wohl Ferienhäuser? Autoverkehr herrscht hier zum Glück fast keiner, nur Fussgänger, Ziegen, Schafe, Kamele und einige Streifenhörnchen queren unseren Weg. Leider sind die so schnell, dass ich es nicht schaffe sie fotografisch einzufangen. Wir hocken eine Viertelstunde mucksmäusschenstill am Strassenrand,  aber sie lassen sich nicht mehr blicken. 

 

Vorbei geht es dann an Bananenplantagen, die jedoch schon alle abgeerntet sind. In Tamri zuvorderst im Tal waren wir bereits vor 13 Jahren mit dem Motorrad und es hat sich überhaupt nicht verändert. Es gibt in fast jedem Laden leckere Bananen zu kaufen. Zurzeit wird jedoch die Strasse verbreitert, vielleicht wird danach alles anders.

 

Auf's Geratwohl fahren wir von der Hauptstrasse runter, nach Imsouane. Ein Surferparadies, ein netter Campingplatz, sowie ein gefälliges Fischerdörfchen erwarten uns. Hier bleiben wir.

 

Ich habe erhöhte Temperatur und jeder Knochen schmerzt. Ich nehme ein Medi und verkrieche mich ins Bett.

 

Samstag 5. April Imsouane

 


Mir geht es noch nicht besser. Ich friere ( Fieber steigt), nehme ein Medi, dann geht's 3 Stunden recht gut und dann fängt das ganze Spiel  wieder von vorne an. Einfach grippig.

 

Alois läuft alleine ins Dorf, während ich mich hinfläze. Am Nachmittag bekommen wir Besuch von Veronika und Roman aus Bern, die mit einen Mietwagen unterwegs sind. Beim Kaffetrinken, erzählen sie uns, dass sie 4 Teppiche gekauft haben, die sie per Luftfracht nach Hause schicken müssen. Nicht nötig, unsere Top-Box ist praktisch leer. Fast alle Kinderkleider und Spielsachen sind bereits verteilt. Wir werden zum Nachtessen eingeladen, und da es nun die guten 3 Stunden sind, machen wir uns auf den Weg. Wir verbringen einen netten gemeinsamen Abend. Roman bringt uns mit dem Auto zurück und lädt die Teppiche bei uns ab.

Sonntag 6. April Essaouira

 

Am Vormittag kommen Veronika und Roman vorbei und bringen noch 2 Tajines. Gestern war sich Veronika noch nicht sicher, ob sie die uns mitgeben soll. Da sie keine Intaktheitsgarantie von uns erwarten, ist dies kein Problem.  Die zwei fahren nun ins Happyvalley und wir nach langem trödeln nach Essaouira. Eine Argankooperative jagt die andere. Bei der Einfahrt in die Hauptstrasse werden wir von der Polizei aufgehalten. " Bitte warten, die Velorennfahrer werden hier vorbeikommen." Ich frage mich , ob die Ziegen und Schafe auch Kenntnis haben vom Rennen! Es ist eine 5-Tägige Nordmarokko Tour.

 

Auf dieser Strecke gibt es wieder sehr viele Esel. Diese werden an der Strasse parkiert, ein Grosstaxi oder ein Kleinbus in die nächste grössere Ortschaft bestiegen und danach wieder zurück zu den geduldigen Lasttieren, die bepackt und über die Eselpfade nach Hause in ihre Dörfer geführt werden.

 

Ich mag nicht mal Mittagessen, was an und für sich kein Problem ist, da ich über genügend Reserven verfüge, aber sagt es doch einiges über meinen aktuellen Gesundheitszustand aus.

 

Wir parken in Essaouira direkt an der Mauer zur Medina, stellen einen Kübel unter's Abwasserrohr, und benutzen die 3 guten Stunden um die Altstadt zu erkunden. Wir haben ewig nicht mehr so viel Touristen gesehen.  Ueberall wird deutsch, französisch, englisch und noch so einiges mehr gesprochen. Es gibt sehr viele Shop's und Restaurant's. Alles sehr nett.

 

Am Abend verkrieche ich mich wieder ins Bett und hoffe einfach, dass es morgen bessser sein wird.

Montag 7. April Essaouira

 

Nichts ist besser und Alois reicht's. "Jetzt isch fertig, wir fahren auf den Campingplatz und du kurierst dich in aller Ruhe aus!"

 

Wir fahren zum Campingplatz an den Stadtrand, welcher an einem Kreisel liegt. Beim umrunden desselben, werden wir von einem Polizisten auf die Seite gewunken. " Fahrzeugpapiere und Führerschein". " Na sowas, ist uns noch nicht passiert in Marokko. " Wissen sie, warum ich sie angehalten habe?" " Nööö!" Ich hab mich ja noch schnell angeschnallt, als er uns zur Seite gewunken hat. " Hier herrscht Gurtenpflicht und dies ist ganz wichtig für ihre Sicherheit!" Alois knöpft sein Hemd auf und jammert ihm gestenreich was vor, von wegen Operationnarbe und Schmerzen. Der Polizist blinzelt mir zu und zeigt sich ansonsten nicht sehr beeindruckt vom Gejammere. " Das kostet 300 Drh. Die Gurten müssen getragen werden. Nach 10 Minuten zeigt er Alois, wie er den Gurt tragen kann, ohne dass dieser auf den Bauch drückt und meint er habe eine Lösung gefunden. " Es kostet nur 100 Drh. und sie versprechen mir ganz fest, dass sie die Gurten immer tragen" " Einverstanden,  ab jetzt immer, versprochen." Logischerweise gibt's keine Quittung.

 

Der Campingplatz ist ganz einfach schrecklich, dreckig und windig. "Hier werd ich ja noch kränker, lass uns wieder zurück zur Mauer fahren, ich versprech dir auch, dass ich in der Apotheke ein Antibiotika hole." Also leeren wir noch schnell den Fäkalientank, geben dem Gardien 10 Drh. und fahren zurück in die Stadt.

 

Die Apothekerin zeigt sich sehr fürsorglich und gibt mir dann die Antibiotika.

 

Direkt neben der Apotheke gibt es einen Sanitär, den wir anpeilen. Alois zeigt ihm unser Problem mit dem fehlenden Ablaufrohrstück samt Verschluss. Der Juniorchef nimmt sich der Sache an und nach einer Viertelstunde verfügen wir über ein perfektes Teil für 50 Drh. inkl. Trinkgeld. 

 

Ein paar Stunden später parken Marianne und Ulli mit dem Zebra neben uns. Was für eine Freude.   

 

Trotz Nebel besichtigen wir gemeinsam den einizgartigen Fischerhafen  und die Seitengässchen mit den tollen Shop's. Die Antibiotika wirken bereits, so genehmigen wir uns später ein gemeinsames Fischessen in der Medina.

 

Was für ein Tag! So blöd begonnen und so gut geendet. 

Dienstag, 8. April Essaouira

 

Am Morgen ist sowohl das Gas, wie der Strom total alle. Der Strom kommt mit der Sonne langsam zurück und das Gas wird durch einen Helfer vor Ort geliefert. Ulli ist sich sehr sicher, dass unsere bald 10jährige Batterie, das eigentliche Stromproblem ist! Dieses werden wir sofort nach unserer Rückkehr beheben!

 

Wir verbringen einen weiteren kurzweiligen Tag in der Medina und beschliessen unser Treffen mit einem gemeinsamen Spagetthiessen. Morgen fahren Ulli und Marianne weiter nach Marrakech und wir der Küste entlang nach Norden.