5. bis 10. März Foum Zguid und Tata

Mittwoch 5. März Tag der Strasse, Foum Zguid

 

Jeder 3. Wohnmoibilist lässt sich in Zagora Blattfedern am Camper montieren. Wir werden selbstverständlich von den Automechs als nicht Besitzer dieser Verstärkung sofort geortet ( hängt schön hinten runter) und entsprechend bearbeitet. Da wir an unserem Geschirr hängen,( ist er härter, zerscheppert alles im Womo), verlassen wir gemütlich schaukelnd Zagora ohne Blattfedern, dafür mit frischer Luft in den Pneu's.

 

Bis Agdz und Tasla ist die Strasse super. Jedoch über die Berge, vorbei an den Kobaltminen gleicht sie eher einem Löchersieb. Alois:" Letztes Jahr war die nicht so....da hätten wir ja locker über die direkte Strasse nach Foum Zguid rumpeln können." Edith Kohlbach bestätigt dies in ihrem Blog..... einen Tag später! 

 

Wir erreichen Foum Zguid trotzdem bei bester Gesundheit und stellen uns auf den Campingplatz Khayma Park. Zu Fuss zurück in die Stadt, freuen wir uns doch schon seit zwei Wochen auf die leckeren Lammkottlet's, von denen uns Franz und Sus vorgeschwärmt haben. Im Restaurant Chegaga  können wir ihre Begeisterung nur teilen. Grosse Portionen, fein zubereitet und vortrefflicher, freundlicher Service. Der Besitzer erfreut über unser Lob, schenkt uns den Kaffee und Tee danach. 

Donnerstag 6. März Tata

 

Zeitig ( vor 10.00 Uhr, hi hi) fahren wir los, damit wir auf dem neuen Campingplatz in Tata ein schönes Plätzchen ergattern können. Die Sonne dringt den ganzen Tag nicht durch die sandige Luft. Den Antiatlas sehen wir nur schemenhaft. Die weite Ebene ist knochentrocken. 

 

Auf dem Campingplatz lernen wir einen vielgereisten Holländer kennen. Er erläutert uns viel über Kultur und Religion der Marokkaner. Er hat sogar den Koran von vorne bis hinten gelesen, damit er weiss, was Sache ist. Sehr interessant! Z.B in Imilchil auf dem Heiratsmarkt, der jeweils im Oktober stattfindet, werden nicht Frauen gekauft, nein es ist genau umgekehrt. Verheiratet werden dann alle Paare sofort. Ist die Frau am nächsten Tag!! mit ihrem Kauf nicht zufrieden, gibt sie den Mann zurück und bekommt ihr Geld, natürlich gegen Quittung, wieder! 

 

Um Mitternacht quaken die Frösche im Oued, zirpen die Grillen und von weit entfernt hören wir Hundegebell, ansonsten herrscht friedvolle Ruhe. 

Freitag, 7.März 2014

 

Letztes Jahr, war für uns der einzige Schwachpunkt Tata's, der schreckliche enge Stellplatz zwischen den Mauern, mit nichtfunktionierenden Toiletten und Duschen. Wir wunderten uns wie Pensionisten hier monatelang ausharren können.

 

In diesem Jahr ist ein neuer, herrlicher Campingplatz mit bester Aussicht direkt am Oued entstanden. Alles ist wunderschön angelegt. Toiletten und Duschen funktionieren. Er ist recht gut besetzt, aber nicht überfüllt, zum Glück für uns stehen die meisten Wohnmobile immer noch auf dem Platz in der Stadt.

 

Mit unseren Flyern sind wir in Windeseile in der Stadt und mitten im Geschehen. Heute am muslisimischen Sonntag, gibt es traditionell Couscous. Wir lassen uns das nicht entgehen. Leider haben wir die Kamera zu Hause vergessen, so gibt es kein Foto von diesem leckeren und fotogenen Gericht.

Samstag 8. März 2014

 

Alois hat einmal zuviel über die Hitze gestöhnt. Er verfügt wohl über einen direkten Draht zu Allah, denn dieser hat uns gegen Mittag Wolken geschickt und die Temperatur ist innert Kürze um 10 Grad gesunken.

 

In Tata gibt's einen tollen Metzger. Mit Kefta ( Hackfleisch) habe ich heute Spaghetti bolognese zubereitet. Alois's strahlendes:" Zuhause schmeckt es einfach am Besten," geht runter wie Oel und die Verbindung zum Allmächtigen ist verziehen.

 

Tata ist einfach sympathisch, nicht nur wegen den Arkaden, die uns an Bern erinnern. Die Frauen sind selbstbewusst und blicken sowohl Frau wie Mann direkt in die Augen. Sie steuern nicht nur Buggies mit Kleinkindern, auch Autos werden von ihnen gelenkt. Abends flanieren sie in Gruppen durch die Strassen und scheinen sich köstlich zu amüsieren. 

 

Sonntag 9. März 

 

In der Nacht, hat es tatsächlich ein bisschen geregnet. Der Oued hat sich jedoch, trotz meiner Befürchtungen, nicht gefüllt und wir kommen mit unseren Rädern trocken auf die andere Seite.

 

Zuerst mit der Schmutzwäsche in die Lingerie,( mag mich nicht an den Fluss hocken zum Waschen), danach geht's ins Marktgewühle. Letztes Jahr fand hier jeweils am Sonntag ein einigermassen grosser Markt statt. Nun ist er beträchtlich geschrumpft. Na ja, schnell unsere Einkäufe erledigen, einige Fotos aus der Hüfte schiessen und ab nach Hause.

 

Mit Paul und Anemie, unseren holländischen Nachbarn, verbringen wir einen kurzweiligen Nachmittag vor dem Camper.

Montag 10. März 

 

8.15 Uhr Alois wird unsaft aus seinen Träumen geholt. Das Telefon klingelt, ein Monteur aus der Schweiz will irgendetwas wissen. " Was soll das, ich bin in Marokko!" " Dieser Mensch kann doch nicht wissen, dass du in Marokko bist" " Aber ich bin es nun mal und dieses Telefonat kostet mich ein Vermögen" Seine Laune bessert sich, ganz entgegen seiner Gewohnheit nur langsam.

 

Habe heute endlich unseren mitgeschleppten Smothie Maker in Betrieb genommen. Advokadojus, kennen wir nur aus Marokko, ist nicht nur sehr lecker, sondern eignet sich auch hervorragend als therapeutische Massnahme zur kontrollierten Gewichtszunahme!!!! Optimistisch wie wir sind, planen wir den Saft als Mahlzeitersatz...... Was sich jedoch bereits um 14.00 Uhr nicht mehr durchhalten lässt. 

 

Kleinen Ausflug in die Neustadt. Hier ist alles sehr grosszügig angelegt. Strassen, Plätze, Moschee, Häuser, aber vorallem die zahlreich vorhandenen Ministerien, erkennbar an den Marokkanischen Flaggen.

 

Aber unterhaltsamer ist doch das alte Zentrum. Dort sezten wir uns für dieses Jahr zum letzten Mal in unser Stammlokal und siehe oben.... Aber der Mensch braucht ja schliesslich auch feste Nahrung.

 

Alois:" Willst du nicht noch zum Coiffeur in Tata, hier ist es doch so günstig?" "Mach mich nicht fertig, das kann ich mir dank meiner letztjährigen Erfahrung, gut verkneifen!" 

 

Die fertig gebügelte Wäsche ist komplett und muss nur noch in den Kasten versorgt werden. Oh, wie ist das Leben schön.

 

Morgen geht's weiter Richtung Irharm und Tafraoute.