4.November bis 11.November 2012

Sonntag 4.November bis Donnerstag 8.November

 

Wir versuchen das unstabile Wetter auszusitzen. Einen halben Tag Sonne und dann Regen, zur Abwechslung kann die Reihenfolge auch umgekehrt sein. Die Temperaturen sind aber durchwegs angenehm. So zwischen 15 und 22 Grad.

 

Wir fahren Rad wenn es geht. Mal nach Torrex 15 km, aber vorallem in Torre del Mar, wegen siehe oben. Eigentlich möchten wir noch mit dem Flyer nach Malaga (ca.30 km), gemäss den belgischen Nachbarn ist es eine wunderschöne Strecke, aber eben.... siehe oben!

 

Immer mehr Camper fluchen vor sich hin und verlassen den Ort." Seit 3 Jahren sind wir jeweils um diese Jahreszeit hier, aber sowas hat es noch nie gegeben" , solche und ähnliche Aussagen hören wir zuhauf. Wir überlegen uns schon, ob wir nicht Geld verlangen sollen, damit wir den Ort verlassen.

 

Wir fotografieren aber nur noch bei schönem Wetter.... ?!?!?!

 

 

Freitag 09. November 2012

 

Jetzt ist es fertig.... unsere Geduld am Ende....... Wir verabschieden uns von unseren neuen Bekannten und fahren los.

 

Recht zügige Reise nach Algeciras, mit nur einem Zwischenhalt in Malaga im Mediamarkt, zwecks Erwerbung eines Objektivs und eines Feldstechers.

 

Dank des sehr praktischen Reiseführers von Edith Kohlbach finden wir den günstigsten Ticketverkäufer in Algeciras sehr schnell. Es ist ein junger Mann am Schalter, der mich mehr als unhöflich anschnauzt. Alois sieht uns schon den Schalter ohne Tickets verlassen um anderswo das Doppelte zu löhnen, kann mich aber in seiner gewohnt ruhigen Art wieder beruhigen, "der hat halt Probleme mit Frauen". Wir zahlen für die Hin-und Rückfahrt 200 Euro.( Die Tickets sind 1 Jahr gültig und können ganz einfach bei der gewünschten Fahrt im Hafen als Zahlung gegeben werden). Der junge Mann füllt die Zollpapiere für das Auto aus, wir bekommen einen Cake und eine Flasche Apfelsekt als Geschenk des Hauses und trollen uns von dannen. Egentlich möchten wir erst am nächsten Morgen übersetzen. Jedoch ist es erst 16.00 Uhr und die nächste Fähre geht um 17.30 Uhr. Und überhaupt hat es schon viele Womos auf dem Lidlplarkplatz, die wohl alle am Samstag Morgen übersetzen wollen und entsprechend wird die Hektik dann sein. Wir finden den Hafen sofort, werden eingewunken, die Tickets sind tatsächlich gültig, weiss man ja nie...und schon sind wir auf der Fähre und tuckern los. Ein bisschen sehr stürmisch ist es schon. Die Fähre schwankt ganz schön, doch mein Mageninhalt bleibt mir erhalten. Ich habe während dieser Stunde gerade genug Zeit zum überlegen, ob ich wirklich irgendwann mit einem Frachtschiff nach Südamerika fahren will.

 

Angekommen in der spanischen Enklave Ceuta, fahren wir durch den Ort Richtung Marokkanische Grenze. Am Stadtrand hat es einen grossen Parkplatz auf dem bereits ein Womo steht. Auf Nachfragen erklärt uns der Franzose, dass hier das Uebernachten erlaubt sei. Die Polizei kontrolliert während der ganzen Nacht den Parkplatz. Also übernachten wir doch noch mal auf spanischem Boden. Uebrigens ist in den letzten 2 Tagen keine Fähre gefahren, zuviel Wind.

Samstag,10. November 2012

 

Am Morgen nimmt Alois zuerst die Velos runter und wir machen noch eine Ceuta-Stadtrundfahrt .

 

Der Grenzübertritt geht zügig vonstatten (1/2h). Wir sind echt erstaunt, sind wir doch von früher anderes gewohnt. Es hat aber sehr viele Polizisten und Grenzwächter. Selbige sind auch auf den Hügeln postiert, schwer bewaffnet. Das Gelände ist zusätzlich gut eingezäunt. Schliesslich ist es ja auch eine EU-Aussengrenze. Leider habe ich mich wieder nicht getraut, das Ganze zu fotografieren.

 

Wir fahren der Mittelmeerküste entlang Richtung Osten. Das erste Städtchen, das wir in Marokko besuchen ist M'Diq. Hier verbringt der König mit seiner Familie jeweils die Sommermonate. Der Sommerpalast ist von der Strasse aus nicht zu sehen. Nur die Mauern, an welchen im Abstand von 50 m jeweils ein Sicherheitsmensch steht. Habe mich wieder nicht getraut zu fotografieren. M'Diq ist ein sehr schöner Ort mit einer imposanten Strandpromenade und auch sonst sehr gepflegt. Hier lassen wir zum ersten Mal Marokko auf uns wirken. Die Häuser, die Geräusche, die Gerüche, den Muezzin der zum Gebet ruft, den ersten Thé mente und die erste kleine Portion Tajine, mhhhh.

Weiter geht's über die sehr gute Strasse nach Martil wo wir uns auf dem Campingplatz einrichten. Es hat noch einige andere Camper, vorwiegend Franzosen.  Auch in Martil ist alles tip- top gepflegt, auf jeden Fall in den zwei vordersten Reihen. Uebrigens sind auch abends noch viele Pärchen unterwegs und sogar Frauen ohne männliche Begleitung sitzen am Abend in den Cafes und Restaurants oder flanieren auf der Promenade. 

Sonntag, 11. November 2012

 

In der Nacht hat es wieder angefangen zu regnen und zwar sehr intensiv. Am Morgen um 07.30 Uhr ist der erste Franzose schon am packen. Sein Freund habe angerufen in Agadir sei es 40 Grad und schön, er fahre jetzt sofort los Richtung Süden.

 

Um 09.00 Uhr sind auch alle anderen Camper weg. Wir sind die letzten und machen uns natürlich nicht Richtung Süden sondern Richtung Tetouan auf den Weg. Wir wollen weiter gegen Osten. Aber zuerst einmal im Marjane-Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt, ein Modem samt Sim-Karte für Marokko kaufen, damit wir wieder an die Welt angeschlossen sind. Tatsächlich bekommen wir alles was wir brauchen, oder auch nicht brauchen. Wir erwerben ein Marokkanisches Navigationsgerät mit entsprechendem Kartenwerk, unseres findet nämlich nichts mehr, ist ja auch nicht mehr Europa. Der schon voraus gespeicherte Favorit ist nicht schwer zu erraten...Mekka!

Im Supermarkt kaufen wir viel zuviel ein, es gibt ja soviel und von allem noch mehr. Wir wissen nachher gar nicht mehr wohin mit den Esswaren und verstauen sie überall, hoffentlich finden wir die Schachteln, Konserven und Tüten auch alle wieder. Der Kühlschrank geht auch fast nicht mehr zu!!

 

 

 

Dann möchten wir in Tetouan noch kurz einen Kaffee trinken. Wir fahren in die Innenstadt und suchen einen Parkplatz." Kommt hier hat es einen Parkplatz", Ahmed rennt voraus. Bei uns klingeln die Alarmglocken, wir kennenn das ja schon von früheren Reisen, aber trotzdem fahren wir ihm nach. Alois macht schon das Trinkgeld bereit. Ahmed will  noch nichts..!! Ich merke  plötzlich, dass wir einen Führer haben. Ich erkläre ihm noch, dass wir keinen Teppich wollen und lassen uns durch die Gassen führen. Er macht das wirklich gut. Wir sehen die interessanten Dinge der Stadt. Hören, das anscheinend die Muslime, die Juden und die Christen hier in friedlicher Koexistenz leben. Das Tetouan lange von den Spaniern besetzt war und darum noch sehr andalusisch geprägt ist, dass heute das grosse Fest ist, an dem die Berber von den Bergen und vom Lande kommen um ihre Erzeugnisse auf dem Markt zu verkaufen,er nur eine Frau habe, da diese schon teuer genug ist und er sonst sowieso unter den Hammer käme da er ja auch nicht von sehr grosser Statur sei, etc. etc. Die Besichtigung dauert über 2 Stunden. Wir laufen, kraxeln, staunen, schauen, hören..... und landen in einem Kräuterladen, wo wir prompt Massageöl (5 Minuten damit einreiben, macht 1 Jahr lang schmerzfrei) Antischnarchkraut ( garantiert nie mehr schnarchen) und Antimückenseife zu einem völlig überhöhten Preis erstehen. Wechselgeld gibt es auch keines mehr, dafür ein paar Tütchen Safran.  Ein bisschen erschlagen und frustiert kehren wir zum Auto zurück, uns ist klar, dass die Forderung von Ahmed auch entsprechend ausfallen wird, da wir es versäumt haben, vorher den Preis auszuhandeln. Alles in allem hat uns der Spass 70 Euro gekostet!!! Wieder mal Lehrgeld gezahlt!!!! Aber die Führung war wirklich gut und das Massageöl, na ja.. Die Pferdesalbe ist ebenso gut. Wir merken wieder wie geschickt die Araber uns Europäer einwickeln können, mit ihrer charmanten und raffinierten Art. Ich bin nur gespannt, wann wir im Teppichladen landen. Alois meint:" nie, denn jetzt wüssten wir ja wieder wie das funktioniert". Wir werden es ja sehen, ich wette nämlich dagegen.

Nach diesem Sportprogramm möchten wir eigentlich nur in das 18 km entfernte Azla an die Mittelmeerküste fahren und im dortigen Campingplatz ausruhen. Jedoch gibt es den nicht mehr. Also weiter nach Oued Laoud. Ein Wohnmobil aus Friedrichshafen fährt ab Azla hinter uns her, vermutlich hat er auch den gleichen Platz angepeilt. Als wir von der  Hauptstrasse Richtung Meer abbiegen fährt dieser jedoch weiter. Wir stellen uns auf den sehr einfachen und etwas verwahrlosten Campingplatz. Für 4.40 Euro kann man ja auch nicht allzuviel erwarten. Wir brauchen keinen Strom und keine Sanitäranlagen . Einen Bewacher hat der Platz, denn ich werde sofort von ihm angesprochen und gefragt ob ich Hilfe brauche, als ich in der Nacht erwache und vor den Camper trete.